Corona-Virus dirigiert die Planung: Nicht dringende Operationen werden in den April geschoben

In den Spitälern in Wil, Wattwil und Flawil ist man auf die Ausbreitung des Corona-Virus vorbereitet.

Hans Suter
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Alle medizinisch notwendigen Behandlungen sind trotz Corona-Virus gewährleistet. Im Bild ein Einblick in die Notaufnahme am KSSG.

Alle medizinisch notwendigen Behandlungen sind trotz Corona-Virus gewährleistet. Im Bild ein Einblick in die Notaufnahme am KSSG.

Bild: Ralph Ribi

In der Region Fürstenland-Toggenburg ist die Lage längst nicht oder zumindest noch nicht so dramatisch wie beispielsweise in Italien. Doch es werden gezielt Vorkehrungen getroffen, um von einer weiteren Ausbreitung des Corona-Virus nicht überrascht zu werden.

Massnahmen werden laufend angepasst

Philipp Lutz,Mediensprecher KSSG

Philipp Lutz,
Mediensprecher KSSG

Bild: PD

«In unserem Unternehmen Kantonsspital St.Gallen mit den Standorten St.Gallen, Rorschach und Flawil gelten überall die gleichen Prozesse, Richtlinien und Guidelines, die von unserer Infektiologie/Spitalhygiene laufend überarbeitet und dem aktuellen Stand der Erkenntnisse angepasst werden», sagt Philipp Lutz, Mediensprecher des Kantonsspitals St.Gallen (KSSG). Dazu gehöre, dass die Infektiologie/Spitalhygiene auch im Spital Flawil regelmässig Hygieneschulungen beim Personal durchführe. «Im Notfallbereich in Flawil wurden ein Warteraum und ein Behandlungsraum speziell für den Untersuch/Abstrich von Corona-Virus-Verdachtsfällen ausgeschieden.» Zudem gebe es eine KSSG-interne Taskforce Corona-Virus. Deren Beschlüsse gelten für das ganze Unternehmen.

Barbara Anderegg,Mediensprecherin SRFT

Barbara Anderegg,
Mediensprecherin SRFT

Bild: PD

Bei der Spitalregion Fürstenland Toggenburg (SRFT) ist es ähnlich. In den Spitälern Wil und Wattwil gelten laut Mediensprecherin Barbara Anderegg überall die gleichen Vorgaben, die von der Infektiologie/Spitalhygiene des KSSG laufend dem aktuellen Stand der Erkenntnisse angepasst werden. «Ebenso passen wir Massnahmen laufend der Situation an.» So sollen Patientinnen und Patienten, aber auch Besucher, die an Fieber, Husten oder Atemnot leiden, das Spital nicht mehr einfach betreten. «Sie müssen sich am Notfallempfang telefonisch anmelden», betont Barbara Anderegg. «Auch die Besucherregelung haben wir eingeschränkt. Pro Zimmer dürfen sich maximal zwei Besucher für eine Stunde aufhalten.» Die SRFT-interne Taskforce Corona-Virus prüfe laufend allfällige weitere Massnahmen.

Wie sieht die aktuelle Lage bezüglich Anfragen besorgter Bürgerinnen und Bürgern aus? «Am Standort Flawil gab und gibt es regelmässig Anfragen von besorgten Bürgerinnen und Bürgern», sagt Philipp Lutz. Desgleichen in Wil und Wattwil. Für allgemeine Auskünfte solle man sich aber primär an die Hotline des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) wenden. Alles in allem sei festzuhalten, dass sich die Bevölkerung gut an diese Empfehlungen halte und bei Symptomen zuerst von zu Hause aus telefonisch die Hausärztin oder den Hausarzt kontaktiere. Laut Philipp Lutz erfolge bei milden Fällen ohne Risikokonstellationen gemäss BAG-Vorgaben neu keine Diagnostik mehr:

«Abstriche werden nur noch bei symptomatischen Personen mit Risikosituationen gemacht.»

So auch im Spital Flawil oder bei den Hausärzten. Verdachtsfälle gebe es laufend, in Flawil ebenso wie in Wil und Wattwil, wie Lutz und Anderegg bestätigen.

Was geschieht mit einer Person, die positiv getestet wird? «Bei einer bestätigten Infektion erfolgt zuerst die Rücksprache mit der Infektiologie/Spitalhygiene», sagt Lutz. Danach folge der Entscheid über Hospitalisation mit Isolation im Spital oder Selbstisolation zu Hause (bis dato im Kanton St.Gallen der Regelfall). Lutz betont:

«Nicht alle, die sich angesteckt haben, brauchen medizinische Hilfe.»

Sollte der Fall der Fälle eintreten: Wie viele Betten können auf der Intensivpflegestation für Corona-Patienten zur Verfügung gestellt werden? Wie weit liesse sich die Zahl der IPS-Betten kurzfristig erhöhen? Am Spital Flawil gibt es keine IPS. Der Standort St.Gallen dagegen verfügt laut Lutz über 36 IPS-Plätze (mit Beatmung). Von diesen könnten in einer ersten Phase 18 Plätze für Corona-Fälle ausgeschieden werden. Die SRFT verfügt laut Barbara Anderegg nicht über eine Intensivpflegestation, sondern über Überwachungsstationen (Intermediate Care), auf denen allenfalls Corona-Patienten betreut werden könnten.

Operationen werden nach Möglichkeit hinausgezögert

Fragt sich, welche Konsequenzen das für andere Patientinnen und Patienten hätte. Philipp Lutz sagt:

«Alle medizinisch notwendigen Behandlungen, Notfälle und so weiter bleiben gewährleistet.»

Planbare, nicht dringende Operationen werden aber auf später verschoben. «Die Taskforce Corona-Virus am KSSG hat beschlossen, dass für den Zeitraum bis zum 17. April keine neuen Termine für elektive stationäre Patienteneintritte in dieser Zeit mehr vergebenen werden.» In Wil und Wattwil bahnt sich derselbe Entscheid an.

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