Einheimische Schlangen und amerikanische Schildkröten: Der Bettenauer Weiher birgt Erfreuliches und Unerfreuliches

Die grossen Projekte sind ausgeführt. Dennoch wird Verein Pro Bettenauer Weiher die Arbeit im Naturschutz- und Erholungsgebiet um den Oberuzwiler Weiher nicht ausgehen.

Andrea Häusler
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Der «Betti» aus einer anderen Perspektive: Drohnenbilder des Weihers rundeten die Hauptversammlung des Vereins ab.

Der «Betti» aus einer anderen Perspektive: Drohnenbilder des Weihers rundeten die Hauptversammlung des Vereins ab.

Bild: Sarah Bösiger

Anderthalb Jahre nach dem Wechsel der Besitzverhältnisse liegt die Zeit der sichtbaren Veränderungen und grösseren Investitionen zurück. Der Spazierweg um den Bettenauer Weiher ist hergerichtet, die neuen Ruhebänke sowie die umplatzierten Abfallbehälter bewähren sich und das renovierte Bootshaus ist zum Blickfang gediehen. «Es bestand ein gewisser Nachholbedarf», sagte Präsident Alois Schilliger an der Hauptversammlung des Vereins Pro Bettenauer Weiher, der sich seit Jahrzehnten für die Instandhaltung des Weihers und dessen Umgebung engagiert. Auch in Bezug auf die Pflege der Vegetation. Der Holzschlag aufgrund der Eschenwelke habe Licht und Raum für die Entwicklung junger Linden und Eichen geschaffen. Kirschbäume lockten im Frühjahr die Bienen und im Sommer die Vögel an.

Pappelallee als Wahrzeichen

Der Bettenauer Weiher ist ein Naturschutzgebiet, fremde Pflanzen- und Tierarten sind nicht erwünscht. Eine Ausnahme bildet die markante Pappelallee auf der Westseite an der Gemeindegrenze zu Jonschwil. Hier wurden vier Jungbäume gepflanzt. «Um Lücken zu füllen», wie Alois Schilliger sagte. Pappeln seien zwar nicht einheimisch, doch gehörten sie, quasi als Wahrzeichen, zum «Betti». Sie zu beseitigen sei deshalb kein Thema.

Loswerden möchte der Verein hingegen die Gelbwangenschmuckschildkröten, die sich im und am Wasser tummeln. Mindestens vier sind es laut Schilliger. Die Wasserschildkröten waren hier offensichtlich ausgesetzt worden. Es liege ein Angebot vor, sie einzufangen und in einen Tierpark umzusiedeln. «Wir werden uns das überlegen», sagte Schilliger vor den 15 anwesenden Vereinsmitgliedern.

Freude bereitet hingegen die wachsende Population der Ringelnatter. Der milde Winter habe sich positiv auf den Bestand der ausgewirkt, sagte Schilliger und wies auf ein Foto, das eine Schlange mit einer Länge von rund einem Meter zeigt.

Die Sache mit dem Brotcontainer

Die Coronazeit habe die Bedeutung des «Betti» als Naherholungsgebiet eindrücklich aufgezeigt. Nicht zuletzt des schönen Wetters wegen sei die Besucherfrequenz so hoch gewesen, dass das Abstandhalten zeitweise schwierig gewesen sei, erinnert sich Alois Schilliger. Probleme mit Littering habe es dennoch kaum gegeben. «Wohl auch deshalb, weil die Unterhaltsgruppe unseres Vereins zeitnah beseitigt, was liegen bleibt.»

Wiederkehrend zu Diskussionen führe hingegen der Altbrotcontainer. Nicht nur die Selbstbedienung der Besucher und das Überfüttern der Enten bereite Sorgen, sondern auch die Qualität des Brots. «Vom schimmligen Brötchen bis zur Pizza wird hier alles Mögliche entsorgt», stellte Schilliger fest. Ob der Behälter wegkommt oder bleibt, ist allerdings nicht entschieden.

Fischerei ist definitiv Geschichte

Bevor der Weiher im Herbst 2018 in einem Tauschgeschäft an die Gemeinde Oberuzwil ging, gehörte er über 100 Jahre lang der Familie Bühler. Noch bis Ende 2019 war es ausgewählten Pensionären der Bühler AG erlaubt, hier zu fischen. Seit einem halben Jahr dezimieren lediglich noch Reiher und Kormorane den Fischbestand. Und auf das Einsetzen von Jungfischen wird verzichtet.

Die Auswirkungen des Verbots seien jetzt, nach einem halben Jahr, noch nicht erkennbar, sagte Alois Schilliger, der es für möglich hält, dass irgendwann wieder regulierend eingegriffen werden muss – je nachdem, wie sich die Bestände entwickeln. Klar ist jedoch: Der «Betti» wird kein Fischereigewässer mehr. Im maximal zwei Meter tiefen, von einem gigantischen Seerosenteppich beschatteten Wasser tummeln sich Hechte, Karpfen, Rotaugen und ähnlich anpassungsfähige Fischarten.

Gmür ersetzt Ambühl

Martin Gmür aus Jonschwil ersetzt Felix Ambühl als Aktuar im Vorstand. Bild: Andrea Häusler

Martin Gmür aus Jonschwil ersetzt Felix Ambühl als Aktuar im Vorstand. Bild: Andrea Häusler

Die Hauptversammlung genehmigte den Jahresbericht sowie die Rechnung 2019 mit einem Gewinn von 1816 Franken und wählte für den zurücktretenden Aktuar Felix Ambühl neu Martin Gmür in den Vorstand. Gmür vertritt wie Ambühl die Gemeinde Jonschwil, die den Verein – genauso wie Uzwil – mit einem jährlichen Solidaritätsbeitrag unterstützt. Die Mitgliederbeiträge bleiben unverändert.