Clever, wer clever einkauft

BAZENHEID. Die Ausstellung Clever macht während sechs Wochen Station beim Bahnhofplatz in Bazenheid. Am Samstag ist sie von Scherenschnittkünstlerin Jolanda Brändle sowie Tänzer und Entertainer Fatlum Musliji eröffnet worden.

Beat Lanzendorfer
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Das Band wird durchschnitten: Jolanda Brändle und Fatlum Musliji eröffnen die Ausstellung Clever in Bazenheid. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Das Band wird durchschnitten: Jolanda Brändle und Fatlum Musliji eröffnen die Ausstellung Clever in Bazenheid. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Kirchberg bewegt ist im Jahre 2010 aus der Taufe gehoben worden, um die Menschen in der Gemeinde zu mehr Bewegung zu animieren. Unvergessen bleibt das Dörferduell Kirchberg – Flawil, die Eröffnung der Helsana-Trails (2011) oder die Reise rund um die Welt vor zwei Jahren, bei der speziell die Karte mit zwanzig eingetragenen Wanderrouten grossen Anklang fand. In diesem Jahr hat sich das Organisationskomitee von Kirchberg bewegt, das unter dem Präsidium von Gemeinderat Lukas Fust steht, entschieden, weniger dem Bewegungsgedanken, sondern vielmehr der gesunden Ernährung mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Daher ist die Idee entstanden, in Zusammenarbeit mit Biovision, der Stiftung für ökologische Entwicklung, die Ausstellung beim Bahnhofplatz durchzuführen.

Richtiges Konsumverhalten

Das Konsumverhalten beeinflusst den Zustand der Umwelt oder das Wohlergehen der am Produktionsprozess beteiligten Menschen entscheidend. Aber wie handelt der Konsument nachhaltig? Welche Produkte muss er wählen, um sich möglichst umweltfreundlich und fair zu verhalten? Hier hilft Clever. Die Ausstellung vermittelt Tips für «ein gutes Gefühl» beim Einkaufen. Aus über 100 Produkten, manche nachhaltig, manche weniger, tätigt der Ausstellungsbesucher seinen Einkauf. Bio, aber nicht fair? Ohne Chemie, aber mit grauer Energie? Saisonal, aber gespritzt? Kann man auf alles gleichzeitig achten – und dann noch mit einem begrenzten Budget? Jeder Einzelne hat es in der Hand, wesentlich zu einem nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen beizutragen oder für eine gerechtere Welt einzutreten: Mit dem richtigen Kaufentscheid im Supermarkt zum Beispiel. Aber das ist angesichts der Produktefülle, undurchsichtiger Produktedeklarationen oder des grassierenden Label-Dschungels gar nicht so einfach. Bei der Qual der Wahl helfen ein paar Faustregeln für den nachhaltigen und fairen Einkauf weiter. Diese werden in der Wanderausstellung Clever lustvoll und spielerisch vermittelt. Wer im Supermarkt einkauft, kann sich mit prominenten Persönlichkeiten messen. Am Samstag in Bazenheid waren dies Fatlum Musliji, Tänzer und Entertainer, und die Mosnanger Scherenschnittkünstlerin Jolanda Brändle. Beide haben anhand einer fiktiven Geschichte, die einen Budgetrahmen und eine Einkaufsliste vorgibt, im Clever «eingekauft». Ihre Resultate gilt es zu schlagen.

Fünf goldene Einkaufsregeln

Die Ausstellung Clever der Stiftung Biovision steht in Zusammenarbeit mit «Gemeinde Kirchberg bewegt» vom 18. April bis 27. Mai auf dem Bahnhofplatz Bazenheid. Sie ist wie ein kleiner Supermarkt gestaltet und hilft, einen guten Weg zum verantwortungsvollen Konsum zu finden. Im Zentrum stehen die fünf goldenen Regeln für den nachhaltigen Einkauf: 1. Weniger ist mehr! Kaufen Sie, was Sie wirklich brauchen. 2. Essen Sie regelmässig vegetarisch (viel weniger Fleisch und Fisch). 3. Kaufen Sie saisongerecht und regional ein. 4. Wählen Sie Produkte mit Label (Bio-Landbau, fairer Handel, nachhaltige Fischerei, artgemässe Tierhaltung). 5. Meiden Sie Produkte mit Palmöl (oft deklariert als pflanzliche Fette). Das Sortiment umfasst Produkte aus den Bereichen Grundnahrungsmittel, Getränke, Haushalt, Elektronik, Lifestyle, Bekleidung und Garten. Sämtliche Artikel sind nach ökologischen und sozialen Kriterien bewertet: Klimawandel, Verschmutzung, Ressourcenverbrauch, Biodiversität, soziale Verantwortung gegenüber Mensch und Tier, Lebensgrundlage und Gesundheit der lokalen Bevölkerung. An der Kasse wird abgerechnet, die Ausstellungsbesucher erhalten die Quittung für ihr Einkaufsverhalten in Form eines Spinnendiagramms. Dabei werden ihnen die positiven oder negativen Folgen ihrer Wahl bildhaft vor Augen geführt.