Classic Open Air beginnt in einer Woche: Puccini fährt in Wil ein

In einer Woche feiert das Classic Open Air auf dem Hofplatz seine Premiere.

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Der symbolische Einzug von Giacomo Puccini in der Wiler Altstadt. Bild: PD

Der symbolische Einzug von Giacomo Puccini in der Wiler Altstadt. Bild: PD

Am nächsten Freitag, 16.August, steigt auf dem Hofplatz die Premiere der Classic Open Air Wil mit einigen der schönsten Arien und Chorwerke von Giacomo Puccini. Mit einem vom Sirnacher Tobias Mächler gesteuerten Oldtimer der Marke Bianchi aus dem Jahr 1925 erfolgte symbolisch der Einzug des italienischen Opernkomponisten im Städtchen Wil. Im Wagen sassen Giuseppe Spina und Lena Kiepenheuer.

Spina ist der Regisseur der Aufführungen und wird als Schauspieler gleichzeitig Puccini verkörpern. Zusammen mit der Sängerin und Schauspielerin Lena Kiepenheuer wird er mit szenischen Intermezzi den Bogen von Puccinis Musik zu dessen Leben mit seinen Höhen und Tiefen schlagen.

Leidenschaftlicher Mensch mit intensiver Lebensweise

Der Oldtimer von Tobias Mächler, der sich praktisch im Originalzustand befindet, verkörpert einen Teil des Lebens von Giacomo Antonio Domenico Michele Secondo Maria Puccini, der am 22.Dezember 1858 in Lucca in der Toskana geboren wurde. Neben der Musik war der Komponist ein leidenschaftlicher Mensch mit einer intensiven Lebensweise. Er liebte die Jagd, gutes Essen und im späteren Verlauf seines Lebens schnelle Autos und Motorboote. Sein aussergewöhnliches musikalisches Talent wurde Puccini in die Wiege gelegt, stammte er doch aus einer angesehenen Musiker-Dynastie seiner Heimatstadt. Mit einem höchstpersönlich von der italienischen Königin Margherita vergebenen Stipendium nahm er 1880 sein Studium am Konservatorium Mailand auf. Bereits zwei Jahre später komponierte er mit «Le Villi» seine erste Oper.

Trotz seines turbulenten Privatlebens wurde 1896 «La Bohème» erfolgreich uraufgeführt. 1900 folgte «Tosca» und 1904 «Madama Butterfly». Im Gegensatz zu anderen Komponisten war Puccini zu diesem Zeitpunkt bereits weltberühmt und reich.

Letzte Oper von Schüler vollendet

Danach wurden die Zeitabstände zwischen seinen Werken immer länger. Die Gesundheit machte dem starken Raucher immer mehr zu schaffen. 1920 nahm er mit «Turandot» seine letzte Oper in Angriff, die er aber nicht mehr vollenden konnte. Am 29.November 1924 erlag Giacomo Puccini in Brüssel einem Krebsleiden. «Turandot» wurde von seinem Schüler Franco Alfano anhand von Partitur-Skizzen schliesslich vollendet und 1926 an der Mailänder Scala mit grossem Erfolg uraufgeführt.

An das Leben des berühmten Komponisten erinnert heute unter anderem die Jugendstilvilla «In Torre del Lago» bei Viareggio. Giacomo Puccini komponierte dort um die Jahrhundertwende die meisten seiner Opern. So entstanden dort zum Beispiel «La Bohème» und «Madama Butterfly». In einer Kapelle neben dem Arbeitszimmer der Villa, die heute als Museum von Musikfreunden aus der ganzen Welt besucht wird, hat der Musiker seine letzte Ruhe gefunden. Ihm zu Ehren findet in Torre del Lago alljährlich das gutbesuchte Puccini-Opernfestival statt.

Puccinis Wesen und seine Musik

Puccinis Unsicherheit, sein Schwärmen, aber auch die Sehnsucht nach Perfektion und seine Rastlosigkeit werden das Publikum an den sechs Konzertabenden vor dem Hof zu Wil begleiten und eine Verbindung zu den Arien sowie Orchester- und Chorstücken aus den vier Opern «Le Villi», «Tosca», «Madama Butterfly» sowie «Turandot» herstellen. (pd/red)