Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Claro verschwindet – Laden bleibt

Der Claro Dorfladen Degersheim steigt aus der Claro-Organisation aus und verkauft künftig unabhängig Bio-, Fair-Trade- und lokale Produkte. Damit verbunden ist auch eine Namensänderung.
Michael Hug

DEGERSHEIM. Ende 2009 haben alle Schweizer Claro-Ladenbetreiber von ihrer Dachorganisation Claro Fair Trade AG in Orpund erfahren, dass es im Zusammenarbeitskonzept Änderungen geben wird. Ziel sei eine neue und klare Ausrichtung der Läden als Fachgeschäft des fairen Handels. Wobei Claro bestimmte, dass als fairer Handel nur der faire Handel mit dem Weltsüden betrachtet wird. Claro offerierte seinen Vertriebspartnern den neuen A- oder B-Vertrag. «Beide Varianten würden uns noch stärker an Claro Schweiz binden», so die Meinung des Vorstands des Vereins Claro Degersheim. Die Co-Präsidenten Roman Richiger und Jürg Blickenstorfer beantragten an der Hauptversammlung vom Dienstag die Nichtunterzeichnung der neuen Verträge.

Neue Zusammenarbeitsbasis

«Die angebotenen Verträge schränken uns insbesondere im Bereich der Sortimentspolitik zu stark ein», sagt Jürg Blickensdorfer. Der Co-Präsident weiter: «Wir erachten den Vertrag als zu wenig partnerschaftlich und fair für alle Partner.» Knackpunkt der neuen Zusammenarbeit war die Sortimentsgestaltung. «Die Hälfte des Angebots müsste neu aus Claro-Produkten bestehen. Wir haben aber achtzig Prozent Bio- und Frischprodukte, auch aus der Region.» Damit hätte dieses Angebot stark reduziert werden müssen, oder, so Blickensdorfer: «Wir hätten die Gestelle mit Claro-Produkten füllen müssen, die niemand kauft.» Auch die Vertragsvariante «B» kam für Claro Degersheim nicht in Frage. Sie enthält zwar weniger vorgeschriebene Produkteanteile, doch dafür wäre die Marge für Produkte von Claro Schweiz tiefer.

Unabhängig agieren

Nach dem HV-Beschluss vom Dienstagabend kann der Claro Dorfladen Degersheim nun unabhängig agieren. Er kann seine Lieferanten frei wählen, doch, so die Co-Präsidenten: «Claro bleibt ein wichtiger Handelspartner für uns.» Was bedeutet, dass es in Degersheim auch künftig Claro-Produkte im Angebot geben wird: «Fair Trade ist und bleibt ein zentraler Bestandteil unserer Sortimentspolitik.» Geändert werden muss der Name des Vereins beziehungsweise des Ladens. Das «Claro» darf in der Bezeichnung und im Logo nicht mehr vorkommen. Roman Richiger: «An der HV schwang ein Namensvorschlag obenaus. Doch wir müssen nun erst abklären, ob dieser Name nicht schon anderweitig benutzt wird.» Wenn diese Abklärungen positiv abgeschlossen werden, wird der neue alte Claro Dorfladen in Degersheim neu benannt werden.

Für Flawil ein anderer Weg

Einen anderen Weg schlägt der Claro Weltladen Flawil ein. Gemäss seiner Präsidentin Marie-Theres Rüegg haben die Mitglieder des Trägervereins an der vergangenen HV nach angeregter Diskussion die Unterzeichnung des A-Vertrags beschlossen. Rüegg: «Uns ist die Verankerung als Claro-Laden mit Fair-Trade-Produkten sehr wichtig. Der Umsatzanteil der Frischprodukte beträgt zwar etwas mehr als die Hälfte, wir werden uns aber anstrengen, die Claro-Produkte auf fünfzig Prozent zu heben.» Dafür sei dem Claro Weltladen Flawil eine Frist von drei Jahren eingeräumt worden, so Marie-Theres Rüegg.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.