Chilbi ist mehr als Zuckerwatte

Einmal im Jahr wird der Verkehr aus dem Dorfzentrum verbannt. Die Trottoirs werden zu Verkaufsstätten, die Vorplätze zu Gartenbeizen und die Strassen zu Flaniermeilen: An der Zuzwiler Dorfchilbi ist alles ein bisschen anders.

Andrea Häusler
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ZUZWIL. Vereine, Clubs, politische Parteien, Marktfahrer und Schausteller: Die Zuzwiler Dorfchilbi bietet vielerlei Organisationen und Anbietern Platz, sich und ihre Angebote zu präsentieren. Während die kleinsten Verkaufstalente bereits am Samstagvormittag hinter dem Gemeindehaus ihre Decken ausbreiteten, um alles, was während Monaten unbeachtet im Kinderzimmer verstaut lag, möglichst gewinnbringend an den Nächsten zu bringen, kam auf der Mitteldorfstrasse erst nach dem Mittag lebhafte Marktstimmung auf. Die Wege zwischen den Ständen wurden enger, der Duft frischgebackener Berliner mischte sich mit dem süssen Geruch von Zuckerwatte. Bald schon hatten sich um einzelne Stände Menschentrauben gebildet – man kennt sich, findet Zeit, sich auszutauschen, zu informieren oder einfach nur um zu schwatzen.

Für letzteres bot sich in den zahlreichen Beizchen unter Zeltplanen reichlich Gelegenheit. Dies nicht nur am Nachmittag. Am Abend ist die Zuzwiler Chilbi traditionell der Treffpunkt schlechthin. Viel Betrieb herrscht jeweils in der «Alten Moschti», im Haus der Gebrüder Klaus, wo dieses Jahr die Swiss Krainer und DJ Patrizio Bello für Stimmung sorgten. Egal, ob Teenager oder Grossvater – ein Besuch in der «Party-Scheune» gehört zur Chilbi wie das Kinderkarussell oder der Soft-Ice-Stand. Keineswegs zur Tradition zählten die Wolken und Platzregen, die am Sonntagnachmittag Himmel und Marktstimmung trübten. Allerdings, meine ein Besucher am frühen Abend, so schlecht wie angekündigt sei das Wetter ja nicht gewesen – eigentlich habe man Glück gehabt.