Chefin hofft auf Olympia-Einsatz

Für Kunstturnen-Kampfrichterin Christine Frauenknecht hat eine intensive Zeit begonnen. Zum Höhepunkt sollen die anstehenden Olympischen Spiele in Rio 2016 werden.

Urs Huwyler
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«In Österreich wird der Sport nicht verwaltet, sondern unkompliziert und im Sinne der Athleten gelebt», so Christine Frauenknecht. (Bild: uhu)

«In Österreich wird der Sport nicht verwaltet, sondern unkompliziert und im Sinne der Athleten gelebt», so Christine Frauenknecht. (Bild: uhu)

KUNSTTURNEN. Christine Frauenknecht ist in der Kunstturn-Szene Fürstenland keine Unbekannte. Sie war schon Trainerin im TZ Fürstenland Frauen und temporär auch im RLZ in Wil tätig. Ihre Qualitäten sind in der Region bekannt. Als Fachgruppen-Chefin Kampfrichter Kunstturnen Frauen des Schweizerischen Turnverbandes (STV) und Mitglied der Technischen Kommission beim Europäischen Verband muss sich Christine Frauenknecht täglich mit turnerischen Anliegen beschäftigen.

Viel Videostudium

Zu den Hausaufgaben gehört neben administrativen und organisatorischen Arbeiten das Videostudium. Einerseits dienen sie der Weiterbildung und Wettkampfvorbereitung, andererseits nützen Trainer aus den regionalen Leistungszentren die Chance, die Übungen ihrer Turnerinnen durch die Chefin bewerten zu lassen und Tips einzuholen, wo noch der eine andere Zehntel herausgeholt werden könnte.

Langjährige Erfahrung

Im 31. Jahr ihrer internationalen Kampfrichter-Tätigkeit und nach Jahrzehnten als Trainerin – unter anderem auch in Österreich – kennt sie nicht nur das Reglement, sondern verfügt über die nötige Erfahrung. Christina Maria Frauenknecht-Bergundthal (Funktionärs-Name) wurde durch den Internationalen Verband (FIG) auch für die WM in Glasgow nominiert, die kürzlich stattgefunden hat. An wie vielen internationalen Titelkämpfen sie bereits dabei war, weiss sie nicht. «Aarhus 2006 war meine erste WM», erinnert sie sich. 2012 folgte in London die olympische Premiere.

Die Chancen, 2016 in Rio wiederum dabei zu sein, sind intakt. «Wer in Rio dabei sein möchte, darf sich keine Fehler erlauben. Fällt eine Bewertung aus dem Rahmen, wird dies sofort registriert. Ich kann beispielsweise die Note bei Giulia Steingruber nicht nach oben drücken.»

Objektive Beurteilung

Das Programm während der nächsten Monate wird für die Kampfrichterin anforderungsreich. Neben verschiedenen Länderkämpfen und kleineren Anlässen steht der Test-Event in Rio auf dem Programm, die EM in Bern, die Schweizer Meisterschaft in St. Gallen und die Olympischen Spiele bevor.

Jedes Detail notieren

Nicht nur bei Laien reicht das Fachwissen kaum aus, um eine Übung nach D-Wert, der Schwierigkeit, und E-Wert, der Ausführung, objektiv zu beurteilen. «Das ist ein Problem. Es gibt auch an den Meetings der Technischen Kommission immer Diskussionen darüber. Doch nach früheren Systemen wäre eine Differenzierung unmöglich. Das Kunstturnen hat sich enorm entwickelt. Ohne jedes Detail zu notieren, könnte ich die Note nicht ausrechnen.»

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