Chance für Looäcker und Rüti

Mit Uzwils neuen Ortsplanungsinstrumenten genehmigte der Kanton auch den Teilzonenplan Sportanlage Rüti. Und gab damit grünes Licht, die Sportflächen des Looäckers in die Rüti zu verlegen. Er machte aber gewichtige Einschränkungen.

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GEMEINDE UZWIL. Wird in Uzwil getschuttet, dann meistens in der Rüti. «Wembley-Rasen der Ostschweiz» qualifizierte einst eine nationale Zeitung die Sportanlage Rüti in Henau.

Entwicklungsschritte

In den 1980er-Jahren entstand die Sportanlage Rüti. Die Bürgerschaft sagte an der Urne Ja, die Arbeitgebervereinigung steuerte eine Million bei, die Bühler AG schenkte der Gemeinde einen Teil des Bodens. Das Sportstättenkonzept aus den 1970er-Jahren formulierte als Ziel, Rasensport und Leichtathletik dort zusammen zu ziehen. Alle bisherigen Ausbauschritte folgten dieser Logik: Die Rüti erhielt einen Kunstrasenplatz, eine eigene Zufahrt und zuletzt ein neues Garderobengebäude. Es enthält als bewusste Vorleistung bereits vier Garderoben, damit die Flächen des Looäckers einfacher in die Rüti verlegt werden können.

Looäcker

Die Henauer Sportanlage Looäcker ist eingezontes Industrieland im Eigentum der Gemeinde. Die Flächen eignen sich gut für gewerblich-industrielle Nutzungen. Das Henauer Traditionsunternehmen Cleanfix Reinigungssysteme AG brauchte in der Vergangenheit immer wieder Teile des ursprünglichen Sportplatzes für Betriebserweiterungen. Die Gemeinde bot Hand, um Arbeitsplätze zu schaffen. Um einem prosperierenden Betrieb Entwicklungen zu ermöglichen. Viel mehr ist nicht mehr möglich, sonst geht es der Sportnutzung ans Eingemachte. Die Cleanfix hat aktuell wieder angeklopft, hat dringenden Bedarf. Sie hat ausser dem Sportplatz keine direkten Erweiterungsmöglichkeiten. Und auch sonst sind Flächen für gewerblich-industrielle Nutzungen in der Region Mangelware. Anfragen von Unternehmen bei der Gemeinde zeigen das. Die Bautätigkeit der letzten Jahre und die Veränderungen in der Raumplanung verknappen das Angebot. Wie's weitergehen soll, ist seit Jahren bekannt: Wird der Sportbetrieb vom Looäcker in die Rüti verlegt, entsteht im Looäcker Potenzial für weitere Betriebsansiedlungen. Der Pferdefuss: Die Erweiterungsflächen in der Rüti waren nicht eingezont.

Der Kanton hat nun dem Teilzonenplan Sportanlage Rüti zugestimmt. Damit wechseln 36 000 Quadratmeter vom übrigen Gemeindegebiet in die Zone für öffentliche Bauten und Anlagen.

Nur eine Chance

Diese Flächen zwischen Sportanlage und Autobahn ermöglichen, den Looäcker in die Rüti zu zügeln. Die Gespräche mit der Grundeigentümerin Thurwuhr-Korporation über den Kauf sind auf gutem Wege, die Eckpunkte sind definiert. Soweit läuft es rund. Aber: Der Kanton schränkte ein. Nur wenn die Verlegung im ersten Anlauf klappt, gilt die Einzonung. Noch fehlt die Zustimmung der Stimmbürger. Der Gemeinderat will die Urnenabstimmung darüber Ende 2014 oder Anfang 2015 durchführen. Schon jetzt sind die Auswirkungen eines Nein klar. Der Gemeinderat musste dem Kanton zusichern, bei einem Nein der Bürgerschaft zum Baukredit die Flächen der Landwirtschaftszone zuzuweisen. Lucas Keel: «Damit wäre auf Jahre oder Jahrzehnte kein Thema mehr, den Looäcker in die Rüti zu verlegen.» Und die Gemeinde wäre blockiert, im Looäcker Betriebe anzusiedeln oder zu erweitern. (gk) ?

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