Busswiler Flohmarkt für Nepal

Die Hinterthurgauerin Felicia Schaffner engagiert sich in Nepal. Eine Bibliothek hat sie bereits aufgebaut. Nach dem Erdbeben hätten die Menschen andere Probleme, sagt sie – und organisiert einen Flohmarkt.

Olaf Kühne
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Die Schule in Chaurikharka wurde durch das Erdbeben zerstört. (Bilder: pd)

Die Schule in Chaurikharka wurde durch das Erdbeben zerstört. (Bilder: pd)

BUSSWIL. «Nepal wird Dich nicht mehr loslassen, wurde mir prophezeit», sagt Felicia Schaffner. Die Stimmen sollten recht behalten. Letzten Herbst flog die Busswiler Primarlehrerin das erste Mal in das Land in Südasien. Es sei eine zufällige Wahl gewesen, erzählt sie. Sie habe einen Sozialeinsatz leisten wollen und sei dann beim Durchblättern einer Broschüre auf Nepal gestossen. Für die «Naulekh Stiftung Schweiz-Nepal» verbrachte sie schliesslich elf Wochen im Land; während vier Wochen richtete sie im abgelegenen Dorf Poyan eine Bibliothek für die Primarschule ein. «Zwar erst mit 225 Büchern, aber immerhin», sagt die Busswilerin. «Doch nun haben die Menschen andere Probleme.»

Geld fliesst in Wiederaufbau

Die Erdbebenkatastrophe sei ein Schock für sie gewesen. Zwar habe es in «ihrer» Primarschule in Poyan glücklicherweise nur geringe Schäden gegeben. Vier Wegstunden entfernt, in Chaurikharka, sei aber ein anderes Projekt der Stiftung Naulekh arg in Mitleidenschaft gezogen worden. In der dortigen Sekundarschule stürzten zwei Schülerwohnheime und die Mensa ein. Menschen seien aber auch dort nicht zu Schaden gekommen. «Meine Gedanken sind bei den Menschen in Nepal», sagt Schaffner. In der Stiftung, deren Stiftungsrat sie seit März angehört, sei man sich aber einig, dass man nun trotz des menschlichen Leids nicht Personen unterstützen wolle. «Das würde nur Unfrieden stiften», sagt Schaffner, denn allen helfen könnten wir sowieso nicht.» Die Dörfer seien zu klein. Da könne man niemanden bevorzugen.

Alle arbeiten ehrenamtlich

Vielmehr habe man sich entschieden, die laufenden Projekte weiterzuverfolgen und das Geld nun konkret in den Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur zu stecken. «Mit 20 000 Franken kommt man in Nepal schon sehr weit», sagt die Lehrerin. Ob der Erlös am Samstag so hoch ausfällt? Schaffner organisiert mit ihrer Kollegin Hanni Hartmann und weiteren Helfern in Busswil einen Flohmarkt. «Das hatten wir sowieso geplant», sagt sie. «Das Geld hätte aber meiner Bibliothek in Poyan zugute kommen sollen.» Nun fliesse der Ertrag eben in die Gebäude der Schule in Chaurikharka. Und zwar der ganze, wie Schaffner betont. «Wir arbeiten ehrenamtlich, auch unsere Reisespesen zahlen wir selber. Jeder Rappen kommt in Nepal an.»

Für die Schüler in Poyan hat Felicia Schaffner eine Bibliothek eingerichtet.

Für die Schüler in Poyan hat Felicia Schaffner eine Bibliothek eingerichtet.

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