Bundesgelder
Wil West und neuer Bahnhof Wil im Fokus: Agglomerationsprogramm 4. Generation setzt auf Bewährtes

Viel Neues hält das Aggloprogramm nicht bereit. Stattdessen wurden Projekte verbessert und Schwachstellen beseitigt. Jetzt hoffen die Kantone Thurgau und St.Gallen sowie die Gemeinden der Regio Wil auf eine gute Bewertung – und damit auf Bundesbeiträge in Millionenhöhe.

Gianni Amstutz
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Die Neugestaltung des Bahnhofs Wil ist eines der grössten Projekte im 4. Agglomerationsprogramm.

Die Neugestaltung des Bahnhofs Wil ist eines der grössten Projekte im 4. Agglomerationsprogramm.

Visualisierung: PD

Nächste Woche reichen die Kantone St.Gallen und Thurgau sowie die Regio Wil das Agglomerationsprogramm 4. Generation beim Bund ein. Dieses umfasst rund 50 kleinere und grössere Massnahmen mit einem Investitionsvolumen von über 200 Millionen Franken. Im Zentrum steht dabei der Entwicklungsschwerpunkt Wil West, beziehungsweise flankierende Massnahmen dazu. Eine Übersicht über die wichtigsten Fragen.

Was ist ein Agglomerationsprogramm?

Im Wesentlichen ist es ein Massnahmenprogramm für die Verkehrs- und Siedlungsentwicklung im urbanen Raum.

Wieso erstellen die Agglomerationen ein solches Programm?

Es geht ums Geld. Der Bund beteiligt sich in der ganzen Schweiz finanziell an der Umsetzung der Agglomerationsprogramme. Hintergrund dafür ist, dass Gemeinden und Kantone nicht über genügend Mittel verfügen, um solche grossen Infrastrukturprojekte selbst zu finanzieren. Je besser ein Programm abschneidet, desto mehr Gelder fliessen vom Bund. Die Beteiligung liegt dabei zwischen 30 und 50 Prozent. Bei Investitionsvolumen von mehreren hundert Millionen Franken kann eine gute Bewertung einen grossen Unterschied machen.

Gibt es weitere Gründe?

Die Infrastrukturprojekte im Verkehrsbereich kosten viel Geld. Für die Behörden sind die Bundesbeiträge bei Abstimmungen in den Parlamenten oder an der Urne wichtige Argumente. Denn wird ein Projekt abgelehnt, verfallen damit auch die Bundesbeiträge.

Wie erhält man eine gute Bewertung?

Die Agglomerationen müssen aufzeigen, dass sie mit ihren Projekten die übergeordneten Ziele des Bundes erfüllen. Diese umfassen eine hohe Lebensqualität und Standortattraktivität sowie eine ressourcenschonende Entwicklung (Stichwort: Innenverdichtung). Vorrang haben also Programme, die zur Lösung der grössten Verkehrs- und Umweltprobleme beitragen, die Zersiedelung stoppen und Kulturland schützen.

Welches sind die Schwerpunkte des Agglomerationsprogramms 4. Generation der Regio Wil?

Die kurze Antwort: Wil West und alles, was damit zusammenhängt. Dazu zählen insbesondere flankierende Massnahmen, mit denen das Wiler Stadtzentrum sowie die Quartiere aufgewertet und vom Verkehr entlastet werden sollen. Als grösstes Projekt ist die Netzergänzung Nord zu nennen, die als Umfahrungsstrasse den geplanten Autobahnanschluss Wil West mit Bronschhofen verbindet. Der zweite grosse Pfeiler des Programms ist die Neugestaltung des Bahnhofs Wil. Der Bushof wird umgebaut, die Haltestelle der Frauenfeld-Wil-Bahn verschoben und die Fuss- und Veloverbindungen auf der Nord-Süd-Achse verbessert. Hinzu kommen verschiedene Betriebs- und Gestaltungskonzepte in Uzwil, Eschlikon und Oberbüren. Viele dieser Projekte waren bereits im Aggloprogramm 3. Generation vorhanden, sie wurden jedoch überarbeitet und Schwachpunkte beseitigt.

Wie sieht der weitere Ablauf aus?

Am 9. Dezember wird das Agglomerationsprogramm dem Bund präsentiert und allfällige Fragen beantwortet. Der Prüfbericht, der für den Anteil an der Finanzierung ausschlaggebend ist, wird im März 2023 erwartet.

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