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BÜTSCHWIL: Gesunde Fische sind im Sommer tot

Seit mindestens zwei Jahren sterben in der Thur im Sommer unterhalb von Bütschwil die Bachforellen. Sie zeigen Organschädigungen an Leber und Herz und leiden unter Blutarmut. Die Suche nach den Ursachen läuft auf Hochtouren.
Sabine Schmid
In den vergangenen Sommer mussten unterhalb Bütschwil jeweils tote Forellen aus der Thur gezogen werden. Symbolbild: Nana Do Carmo

In den vergangenen Sommer mussten unterhalb Bütschwil jeweils tote Forellen aus der Thur gezogen werden. Symbolbild: Nana Do Carmo

Sabine Schmid

sabine.schmid@toggenburgmedien.ch

In der Thur fühlen sich die Fische – Bachforellen, Äschen, Groppen und weitere – wohl. Doch seit drei Jahren bereitet ein Bachforellensterben den Fischern und den Fischereiaufsehern des Kantons St. Gallen Kopfzerbrechen. Jeweils von Anfang August bis im September sind unterhalb von Bütschwil Bachforellen verendet. «Wir haben vermehrt tote oder apathische Fische entdeckt», sagt Fabian Sternig, Vizepräsident und zuständig für die Gewässerbewirtschaftung im Fischereiverein Thur.

Die toten Tiere wurden von Fachpersonen untersucht, dabei haben sie Blutarmut und massive Veränderungen an Leber und Herzmuskulatur festgestellt. Die Bachforellen können den Sauerstoff in den Blutbahnen nicht mehr transportieren und ersticken.

Bestand der Bachforelle ist bedroht

Die Untersuchungen haben verschiedene Erkenntnisse gebracht. Der Grund für die Veränderungen wurde aber nicht gefunden. «Wir suchen in alle Richtungen, beispielsweise nach Fischkrankheiten und nach Giftstoffen», sagt Fabian Sternig. Wasserproben haben ebenfalls zu keinem Resultat geführt. Auffallend sei, dass ausschliesslich Bachforellen an den Folgen des unbekannten Phänomens sterben und von ihnen vor allem jüngere Tiere. Die Ausfallquote bei den Jungfischen schätzt er auf über 80 Prozent. Der in der Entnahme geschützten Äsche macht das Ganze scheinbar weniger aus. Aber sowohl die Äschen als auch Regenbogenforellen, die extra über eine längere Zeit in Thurwasser gehältert wurden, zeigen die gleichen Organschädigungen, wenn auch weniger ausgeprägt. Da die Thur ein Fliessgewässer ist, lässt sich das vom Bachforellensterben betroffene Gebiet schlecht eingrenzen. Nach heutigem Stand zeigen Untersuchungen, dass die Forellen oberhalb von Bütschwil nicht betroffen sind. Auch hier können die Fischer sowie die beigezogenen Fachleute von Kanton und Bund bisher über mögliche Gründe nur spekulieren.

Interessant sei, dass Bachforellen, die im Juli gefangen und untersucht wurden, körperlich in einer guten Verfassung sind und noch keinerlei Anzeichen von Leber- oder Herzmuskelveränderungen zeigen. Bei der Suche nach den Ursachen arbeitet der Fischereiverein eng mit den kantonalen Stellen und der eidgenössischen Fischuntersuchungsstelle der Uni Bern zusammen. «Da das Phänomen und die Ursache des Bachforellensterbens komplex sind, müssen wir nach dem Ausschlussprinzip vorgehen», erklärt Fabian Sternig.

Gegen eine Krankheit und für einen Giftstoff spricht, dass das Fischsterben nur auf einem lokalen Gebiet und während einer gewissen Zeit beobachtet wird. Und sich seit sicherlich zwei Jahren, wenn nicht sogar schon seit 2015 in ähnlicher Art wiederholt. Da das Einzugsgebiet, in dem Bachforellen betroffen sind, aber recht gross ist, könne man nicht vom Bild einer klassischen Vergiftung mit schlagartig Dutzenden von toten Fischen ausgehen, heisst es beim Fischereiverein Thur.

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