Bütschwil-Ganterschwil
Gemeinde blitzt beim Kanton ab: Der Wegweiser zur Hulftegg bleibt – und wird sogar ergänzt

437 Personen hatten eine Petition unterschrieben, dass der Wegweiser zur Hulftegg bei der Ausfahrt Engi der Bütschwiler Umfahrungsstrasse entfernt wird. Denn dieser lenke den Verkehr durch das Dorf, statt über Lütisburg Station.

Larissa Flammer
Merken
Drucken
Teilen
Der Wegweiser zur Hulftegg bei der Ausfahrt der Umfahrung.

Der Wegweiser zur Hulftegg bei der Ausfahrt der Umfahrung.

Bild: Beat Lanzendorfer (4. September 2020)

Bei der Ausfahrt Engi der Umfahrung Bütschwil weist ein Wegweiser in Richtung Hulftegg. Und zwar durchs Dorf Bütschwil, nicht über Lütisburg-Station und die dortige Langenrainstrasse. Das ist dem ortsansässigen Komitee für echte flankierende Massnahmen (Keflam) ein Dorn im Auge. Es hat am 7. September 2020 bei der Gemeindeverwaltung Bütschwil-Ganterschwil die Petition «Wegweiser Hulftegg muss weg!» eingereicht. 437 Unterschriften kamen dafür zusammen.

«Es kann nicht sein, dass man eine Umfahrung baut, die den Verkehr aus Bütschwil lotsen soll und gleichzeitig mit unnötigen Wegweisern den Verkehr wiederum ins Dorf führt», schrieb Keflam auf den Unterschriftenbogen.

Die Petitionäre verlangten, dass sich der Gemeinderat Bütschwil-Ganterschwil bei den zuständigen kantonalen Stellen mit allen Mitteln für die Entfernung des Wegweisers «Hulftegg» einsetzt und ebendiese Entfernung auch erwirkt. Der Gemeinderat sollte an der nächsten Bürgerversammlung Rechenschaft hierüber ablegen. Weil die Versammlung in diesem Jahr nicht stattfindet, informiert die Gemeinde im aktuellen Mitteilungsblatt über den Stand der Dinge.

Anzahl Personen, die nach Wegweiser fahren, wird als marginal eingeschätzt

«Der Gemeinderat unterstützt den Grundsatz, dass der Wegweiser entfernt werden soll», heisst es dort. Nachdem Gespräche mit der Abteilung Verkehrstechnik der Kantonspolizei und dem kantonalen Tiefbauamt keine Ergebnisse brachten, beantragte der Gemeinderat schriftlich die Entfernung des Wegweisers. Im Falle einer Ablehnung des Antrages verlangte er eine schriftliche Begründung. In der Zwischenzeit ist die Antwort der Kantonspolizei eingegangen.

Die Abteilung Verkehrstechnik der Polizei argumentiert: Die Politische Gemeinde Mosnang ist neu über die Ottilienstrasse im Zentrum von Bütschwil an das kantonale Strassennetz angeschlossen. Es sei zudem unbekannt, wie viele ortskundige Autofahrer von Wattwil in Richtung Mosnang überhaupt die Umfahrung nutzen und wie viele weiter ohnehin durch das Dorf Bütschwil fahren würden. Auch sei unbekannt, wie viele ortsunkundige Personen die Route nach Wegweisern befahren. «Diesen Anteil schätzen wir jedoch als marginal ein», schreibt die Kantonspolizei. Und weiter:

«Wir sind jedoch überzeugt davon, dass der genannte Wegweiser ‹Hulftegg› beim Anschluss Engi keinen grossen Mehrverkehr in Richtung Bütschwil generiert.»

Betreffend der Petition stelle sich ausserdem die Frage, inwieweit den Unterzeichnenden die ganze Thematik, die Zusammenhänge und die rechtlichen Vorgaben bekannt seien. «Der Petition kann aus den erwähnten Gründen deshalb nicht entsprochen werden.»

Eine Änderung ordnet die Kantonspolizei St.Gallen trotzdem an: Die bestehende Signalisation mit dem Wegweiser «Hulftegg» beim Anschluss Engi wird beibehalten und «im Sinne der Gleichheit» mit der Bezeichnung «Mosnang» ergänzt.

Der Gemeinderat bedauert, dass dem von der Petition angestossenen Anliegen nicht entsprochen werden kann, wie er im Mitteilungsblatt schreibt. Er ist aber auch davon überzeugt, dass nur ein kleiner Teil der Verkehrsteilnehmer nach Wegweisern fährt.