Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

BÜTSCHWIL: Ansichten sind wichtiger als Alter

Im Hinblick auf die Abstimmung zur Altersvorsorge 2020 fand am Donnerstag in Bütschwil eine Podiumsdiskussion statt. Dabei wurde klar: Neben dem Alter beeinflussen auch andere Faktoren die Entscheidung.
Anina Rütsche
Klare Worte an der altersdurchmischten Podiumsdiskussion im «Solino» (von links nach rechts): Kantonsrat Mike Egger (JSVP), Ständerätin Karin Keller-Sutter (FDP), Moderator Sven Bradke, Nationalrätin Barbara Gysi (SP) sowie Grossrat Tino Schneider (JCVP). (Bild: Anina Rütsche)

Klare Worte an der altersdurchmischten Podiumsdiskussion im «Solino» (von links nach rechts): Kantonsrat Mike Egger (JSVP), Ständerätin Karin Keller-Sutter (FDP), Moderator Sven Bradke, Nationalrätin Barbara Gysi (SP) sowie Grossrat Tino Schneider (JCVP). (Bild: Anina Rütsche)

Anina Rütsche

anina.ruetsche@toggenburgmedien.ch

«Altersvorsorge 2020 – ein Generationenkonflikt?», stand auf der Einladung. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, hatten die Jungfreisinnigen Toggenburg vier Politiker zum Podium im Seniorenzentrum Solino in Bütschwil eingeladen. Als Befürworter der Reform waren dies Nationalrätin Barbara Gysi (SP) und Grossrat Tino Schneider (JCVP), von Seiten der Gegner traten Ständerätin Karin Keller-Sutter (FDP) und Kantonsrat Mike Egger (JSVP) zur Diskussion an. Der Anlass lockte über 80 Zuhörer an.

«Es geht bei der Abstimmung vom 24. September um drei Herausforderungen», hob der Präsident der FDP Kirchberg, Simon Seelhofer, hervor. «Einerseits ist da die Ausgangslage, die besagt, dass Arbeitnehmer für die Rentner aufkommen. Andererseits spielen auch die demografische Entwicklung und die steigende Lebenserwartung eine Rolle. Also die Tatsache, dass es immer mehr Rentner geben wird.» Es stelle sich nun die Frage, wie man am besten auf all dies reagiere. Die Vorlage verfolge das Ziel, die AHV und die Pensionskasse in Zukunft zu sichern. «Wie auch immer die Abstimmung ausgeht: Handlungsbedarf ist auf jeden Fall da», sagte Simon Seelhofer.

Unter der Moderation von Sven Bradke,Vizepräsident der FDP des Kantons St. Gallen, durfte als erster Mike Egger, mit 25 Jahren der Jüngste in der Runde, seine Meinung äussern. Der Reformgegner aus dem Rheintal ist der Ansicht, dass durch die Reform Mehrkosten entstünden, die dann den Bürgerinnen und Bürgern auferlegt würden – dies sei nicht fair und nicht ehrlich.

Anders denkt der um ein Jahr ältere Tino Schneider, Grossrat aus dem Graubünden. «Ich befürworte die Reform, auch wenn ich nicht mit allen Punkten einverstanden bin. Eine Veränderung ist dringend nötig», sagte er. Er sehe das Ganze als Zwischenlösung bis zum Jahr 2030. Auch die 53-jährige Wilerin Barbara Gysi ist «nicht mit allen Einzelheiten der Vorlage zufrieden», wie sie betonte. Karin Keller-Sutter, die ebenfalls in Wil wohnt und 53 ist, plädierte wiederum für ein klares Nein: «Die Reform geht meines Erachtens in die falsche Richtung. Sie anzunehmen wäre etwa, wie aus Torschlusspanik unüberlegt zu heiraten – das kommt nicht gut.» Der Vergleich sorgte für einige Lacher aus den Reihen der Zuhörer. Die FDP-Politikerin aber blieb ernst. «Bei einem Ja zur Reform wird die AHV defizitär, da weniger Einnahmen als Ausgaben getätigt werden», ist sie überzeugt.

«Das Gesamtpaket steht im Vordergrund»

Auch wenn die entgegengesetzten Meinungen im Podium teilweise hart aufeinanderprallten: Es gab an diesem Abend durchaus Punkte, in denen sich die Politikerinnen und Politiker unabhängig von Pro und Kontra einig waren. So befürworteten sowohl Karin Keller-Sutter als auch Barbara Gysi das flexible Rentenalter, das die Reform mit sich bringen würde. Mit einer Erhöhung des Rentenalters für Frauen würde sich Barbara Gysi allerdings trotz ihrer Zustimmung schwertun, während Karin Keller-Sutter diesen Aspekt als «in Ordnung» bezeichnete.

Auch die ansonsten gegensätzlich argumentierenden Jungpolitiker Schneider und Egger fanden eine Gemeinsamkeit: Beide sind gegen die 70 Franken, die Neurentnern im Falle einer Annahme der Reform zustehen würden, weil das finanziell nicht aufgehe. Während der Befürworter von der JCVP aber das Gesamtpaket in den Vordergrund stellt – betrachtet der Kollege von der JSVP die Reform als «Brandbeschleuniger, welcher der Wirtschaft und den Wenigverdienern schadet». In einer Sache allerdings waren sich alle vier Podiumsteilnehmer einig: Sie sehen die Reform als Kompromiss.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.