Bürgerversammlung
Flawil schafft den Schulrat ab: Antrag auf Elternvertretung in der Bildungskommission ohne Chance

Der Flawiler Schulrat wird ab 2025 durch eine Bildungskommission ersetzt. Dies entschied die Bürgerversammlung am Dienstag. Darüber hinaus genehmigten die Stimmberechtigten das Budget 2023 mit einem prognostizierten Defizit von 410’000 Franken.

Andrea Häusler
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Eröffnet wurde die Bürgerversammlung vom Freizytchörli Gossau-Flawil, welches dieses Jahr das 25-jährige Bestehen feiert.

Eröffnet wurde die Bürgerversammlung vom Freizytchörli Gossau-Flawil, welches dieses Jahr das 25-jährige Bestehen feiert.

Bild: Andrea Häusler

Das Ja zur Abschaffung des Schulrats, beziehungsweise die Zustimmung zum hierfür nötigen «III. Nachtrag zur Gemeindeordnung – Künftige Führungsstruktur der Schule Flawil» fiel letztlich grossmehrheitlich. Allerdings erst nach eingehender Diskussion und nach Ablehnung eines Antrags. Dieser verlangte, dass nicht nur Vertreter der Schule, des Gemeinderats und vom Gemeinderat bestimmte Fachpersonen in der Bildungskommission Einsitz haben. Die bestehenden Elternforen sollten eine Vertretung der Elternschaft in die Kommission delegieren können.

«Ich bin bereit, das Heft aus der Hand zu geben, aber nicht vollständig und unwiderruflich», begründete der Antragsteller seinen Vorschlag – skeptisch, dass der Einfluss des Gemeinderats auf die Schule mit der von ihm bestellten Bildungskommission zu gross werden könnte. Die Befürchtung, die Machtbalance zwischen Bürgerschaft und Gemeinderat könnte sich zu Ungunsten der Bevölkerung verschieben, teilte die SP in ihrem Votum am Rednerpult. Hingegen argumentierten die Vertreter der anderen Parteien für die Anpassung der Führungsstruktur.

Den Elternforen das Vorschlagsrecht für eine Elternvertretung zu garantieren, wertete Schulratspräsident Christoph Ackermann als «einseitige Bevorteilung der Anspruchsgruppe Eltern» gegenüber anderen Interessensgruppen wie etwa den Parteien. Eltern, sagte er, könnten sich auf Stellen in der Bildungskommission bewerben oder Kontakt zu deren Mitgliedern suchen.

Budget ohne Gegenstimme genehmigt

Die Gemeinde Flawil rechnet im nächsten Jahr bei einem Gesamtaufwand von 60,34 Millionen Franken und einem Gesamtertrag von 59,93 Millionen Franken mit einem Aufwandüberschuss von 410'000 Franken. Der erwartete Fehlbetrag kann durch das Eigenkapital von rund vier Millionen Franken aufgefangen werden. Dank Sparanstrengungen verbleibt unter dem Strich eine rote Null.

«Das operative Defizit liegt jedoch deutlich über drei Millionen Franken», machte Gemeindepräsident Elmar Metzger vor den 196 Stimmberechtigten (3,3 Prozent) im Lindensaal deutlich. Damit der Steuerfuss von 127 Prozent dennoch beibehalten werden kann, ist denn auch ein Bezug von 2,5 Millionen Franken aus der Ausgleichsreserve notwendig. Der Grundsteuersatz bleibt auch aufgrund dessen unangetastet bei 0,8 Promille.

Bahnhofplatz wird definitiv grüner

In der Diskussion wurde der Antrag gestellt, die Position «Massnahmen Volksmotion ‹Idee Bahnhofplatz›» aus dem Budget zu entfernen und damit auf die Umsetzung des Gestaltungsprojekts auf dem Bahnhofplatz zu verzichten. Dieses sieht zwischen Migrolino und «5egg» sieben grosskronige Bäume, einen Kiesrasen sowie Sitzgelegenheiten zum Verweilen vor.

Kritisiert wurde insbesondere, dass die geplanten Bäume das Platzangebot und die Übersichtlichkeit auf dem Bahnhofareal unnötig einschränkten. Trotz einer ansehnlichen Zahl befürwortender Stimmen fand die Streichung des Betrags von 50’000 Franken aber keine Mehrheit. Das Budget für das kommende Jahr wurde ohne Gegenstimme bewilligt.

Flawiler Preis für Integrationsarbeit

Gemeindepräsident Elmar Metzger bei der Übergabe des Preises an Urs Isenring.

Gemeindepräsident Elmar Metzger bei der Übergabe des Preises an Urs Isenring.

Bild: Andrea Häusler

Der 13. Flawiler Preis geht an Maria Hudnut und Urs Isenring. Die Auszeichnung wurde im Anschluss an die Bürgerversammlung von Urs Isenring entgegengenommen.

Mit dem Preis würdigt der Gemeinderat den unermüdlichen Einsatz des Ehepaars zu Gunsten von geflüchteten Menschen und für die mit Herzblut begleiteten Integrationsprojekte im Dorf. Eines davon ist der inzwischen als Verein organisierte soziale Begegnungsraum «Buntruums», welcher Menschen aus dem Raum Flawil unbeachtet ihres Alters oder ihrer Herkunft zusammenführt.