BÜRGERRECHT: Zurück zum Tagesgeschäft

Nach der grossen Einbürgerungsaktion 2015 herrscht bei der Ortsbürgergemeinde Degersheim-Dorf wieder Normalbetrieb. Dazu gehört die Ausrichtung der HV mit anschliessendem Znacht.

Michael Hug
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Urs Stutz leitete die Ortsbürger-HV vom Montagabend, daneben (von links) Simone Dürr-Frei (Kassierin), Reto Cozzio (Revisor), Wolfgang Hächler (sitzend, Aktuar) und Ruth Hächler (Ortsbürgerin, ganz rechts). (Bild: Michael Hug)

Urs Stutz leitete die Ortsbürger-HV vom Montagabend, daneben (von links) Simone Dürr-Frei (Kassierin), Reto Cozzio (Revisor), Wolfgang Hächler (sitzend, Aktuar) und Ruth Hächler (Ortsbürgerin, ganz rechts). (Bild: Michael Hug)

Michael Hug

redaktion@wilerzeitung.ch

Eine Ortsbürgerhauptversammlung ist zu einem guten Teil auch ein gesellschaftlicher Anlass. Da treffen sich «gewachsene» Ortsbürgerinnen und Ortsbürger mit gerade Eingebürgerten. Seit der letzten Hauptversammlung sind auch diejenigen Eingebürgerten dabei, die aufgrund der weitreichenden Einbürgerungsaktion von 2015 das Bürgerrecht von ­Degersheim erhalten haben. Beide Gruppen der neu Eingebürgerten, die der ehemaligen Ausländer und die der ehemaligen Auswärtigen, haben bestimmte Kriterien erfüllen müssen. Schwerer zu erreichen dürfte das Bürgerrecht für die einstigen Immigranten gewesen sein. Sie müssen ­Voraussetzungen erfüllen wie ­Integration, Sprachkenntnisse, Staatskenntnisse, geordnete finanzielle Verhältnisse oder ein intaktes Sozialnetz. Bei den eingebürgerten Schweizerinnen und Schweizern waren es lediglich zwei Faktoren, die mitbestimmten: geordnete finanzielle Verhältnisse und beständiger Wohnsitz in der Gemeinde.

23 neue Einbürgerungsgesuche

Auch im angebrochenen Jahr seien Einbürgerungsgesuche von niedergelassenen Ausländern gestellt worden und nun vom Ortsbürgerrat zu bearbeiten, sagte Ortsbürgerpräsident Urs Stutz am Montagabend an der HV. Es seien sieben Gesuche von Erwachsenen und fünf von Kindern. Weitere 23 Gesuche lägen noch in der Pipeline. Einbürgerungsgesuche durchlaufen zuerst die zweistufige Prüfung des Ortsbürgerrats, wobei die zweite Stufe den Test von obgenannten Voraussetzungen beinhalte. Dann werden die Gesuche dem Kanton und dem Bund übermittelt. Gäbe der Bund seinen Segen dazu, kommen die Gesuche zum Ortsbürgerrat zurück, der das Verfahren mit einem Einbürgerungsentscheid abschliesst.

Ortsbürgergemeinde seit 270 Jahren

Die Ortsbürgergemeinde Degersheim-Dorf existiert seit 1747, also seit 270 Jahren. In dieser Zeit hatte der Verein verschiedene Aufgabenstellungen zu vergewärtigen. In jüngster Zeit ist seine Hauptaufgabe die Bearbeitung von Einbürgerungsgesuchen. Daneben vergibt er Stipendien an Jugendliche aus dem Vermögen der ehemaligen Ersparnisanstalt Degersheim und richtet jährlich eine Hauptversammlung mit ­anschliessendem Bürgerhöck (Znacht) aus. Seit die Zahl der Ortsbürger durch die Aktion 2015 auf 255 angestiegen ist, ist es fast im gleichen Masse auch die Zahl der Teilnehmenden an der HV. Rund ein Fünftel der Ortsbürgerinnen und -bürger nahm am Montag teil. Sie nahmen von den Geschäften des Bürgerrats Kenntnis und liessen sich anschliessend bei Voressen mit Knöpfli und einer süssen Cremeschnitte bei guter Laune halten.