Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Buebestängel - eine zuckersüsse Kindheitserinnerung

«Weisst Du noch?» Natürlich, wird die Antwort jener lauten, die ihre Kindheit in Degersheim verbracht haben. Wie könnte die süsse, zartschmelzende Fasnachtsschleckerei in Vergessenheit geraten: die Gaumenfreude namens Buebestängel.
Andrea Häusler
Der einzige Unterschied zu früher: Auf dem Etikett steht "Keller". (Bilder: PD)

Der einzige Unterschied zu früher: Auf dem Etikett steht "Keller". (Bilder: PD)

Sie gehören zur Degersheimer Fasnacht wie die Kostüme, Masken und Guggenmusiken: die Buebestängel. Im Gegensatz zu den Berner Meitlibeinen, ein Hefe-Nussgebäck, das es inzwischen ins kulinarische Kulturgut der Schweiz geschafft hat, sind die Leckereien aus Schoko-Karamell eine lokale Spezialität, die es ausschliesslich zur Fasnachtszeit und nur in der Konditorei Eppenberger gibt. Und dies seit mehr als 100 Jahren und über drei Generationen Eppenberger hinaus. Denn Anita Hafner, der die Café-Confiserie-Liegenschaft gemeinsam mit Rolf Stocker gehört, hat die Tradition weitergeführt. Und sie tut dies weiterhin. Obwohl das «Eppi» seit fast genau zwei Jahren an Michel Keller verpachtet ist und als Filiale von «Keller’s verwöhnt betrieben wird.

Viel Zeit zum Plaudern findet sie nicht: Im Kupfertopf sprudelt gerade jene Zucker-Masse, die den Buebestängeln die sämige Süsse gibt. Das Rezept hat Anita Hafner von Bruno Eggenberger erhalten. Verraten wird dieses verständlicherweise nicht. Ein bisschen in die Karten schauen lässt sie sich aber doch: «Die Stängel bestehen vor allem aus Zucker, Rahm, Milch, Kakaopulver, Glukose und Butter.» Die Zutaten würden aufgekocht, in einen Rahmen gegossen und nach dem Erkalten in 8,5 Zentimeter lange, 3 cm breite und einige Millimeter dicke Stängel geschnitten. Produziert werden sie noch bis zum Funkensonntag.

Das Rezept der Buebestängel bleibt geheim. Bekannt ist jedoch, dass sie aus einer Karamellmasse bestehen.

Das Rezept der Buebestängel bleibt geheim. Bekannt ist jedoch, dass sie aus einer Karamellmasse bestehen.

Die Buebestängel wecken bei vielen Degersheimern Erinnerungen. Früher seien diese speziell für die Kinder hergestellt worden, erinnert sich Bruno Eppenberger, der den Familienbetrieb 1970 übernommen hatte. Mit früher meint er die Jahre nach 1903, die Zeit der Geschäftstätigkeit seines Grossvaters. Die Idee der Stängel habe dieser aus der Konditorei Reber in Schaffhausen – seinem früheren Arbeitsort –mitgenommen. Die Erfolgsgeschichte der Degersheimer Fasnachtsspezialität führt Bruno Eppenberger vor allem auch auf die damalige Zeit zurück: «Für Kinder gab es nicht an jeder Ecke Schleckwaren zu kaufen. Süssigkeiten waren teuer und etwas Besonderes.» Dafür hätten die Kinder auch Wartezeiten in Kauf genommen. «Ich erinnere mich an die halbrunde Granittreppe zum Geschäft. Und an die Kinder, die auf den acht Stufen auf frische Buebestängel gewartet haben. Nicht nur Buben, auch Mädchen...»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.