«Budgetiert ist nicht ausgegeben»

Die finanzielle Situation, der abgelehnte Saalbau, aber auch viele Bauprojekte beschäftigen die Politische Gemeinde Kirchberg. Auch die Schulgemeinde hat einen breiten Fächer an Themen. Das zeigte sich an deren Vorversammlungen.

Sebastian Keller
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KIRCHBERG. «Ich will nicht sagen Zahlen-Dschungel», sagte Finanzverwalter Armin Keller trotzdem, wartete dann aber mit Zahlen auf. Die Gemeinde Kirchberg schloss das Jahr 2012 mit einem Gewinn von 2,14 Mio. Franken ab. Das hat zwei Gründe: Die Schulen brauchten 600 000 Franken weniger, und eine Firma zahlte 1,2 Mio. Franken mehr Steuern. Nach der Rückzahlung von 1,2 Mio. Franken an den Kanton verbleiben der Gemeinde 936 000 Franken. Damit soll das Eigenkapital gestärkt werden. Dieses wächst auf 4,1 Mio. Franken an, so die Bürgerschaft nichts dagegen hat.

Ein Defizit budgetiert

Im Jahr 2013 rechnet der Gemeinderat mit einem Defizit von 545 000 Franken. Das Budget basiert auf einem gleichbleibenden Steuerfuss von 145 Prozent. Das Defizit ist beabsichtigt: Die Behörde schreibt 1,1 Mio. Franken zusätzlich ab. Im 2013 stehen aber auch Mehrausgaben an. Im Bereich Gesundheit – Stichwort Pflegefinanzierung – rechnet der Rat mit Mehrausgaben von über 400 000 Franken. Dieser Budgetposten dürfte sich im 2014 nochmals erhöhen, da die Gemeinde die Pflegefinanzierung gänzlich selber übernehmen muss. Rosig sieht die finanzielle Zukunft ohnehin nicht aus. In der Finanzplanung steht, dass das Eigenkapital bis im Jahr 2016 aufgebraucht sein wird. Keller erläuterte: «Wenn das Eigenkapital zusammenschmilzt, nimmt die Verschuldung zu.» Ein Bürger fragte, wieso dem nicht entgegenwirkt werde. Der Finanzverwalter sagte, dass für genaue Prognosen die Grundlagen fehlen, weil der Kanton noch nicht weiss, wo er genau sparen will. «Eine Finanzplanung ist pessimistisch», relativierte er. Hermann Baumgartner, Vize-Gemeindepräsident, ergänzte, die Behörde sei bemüht, die Finanzen im Griff zu haben. «Wir überprüfen jede Investition.»

Viele Geschäfte

Baumgartner streifte danach «quer durch» laufende und künftige Geschäfte. Zur Saalbau-Thematik berichtete er: Der Gemeinderat habe einen Zehnpunkteplan erarbeitet; dieser liegt bei der Hotel Toggenburgerhof AG zur Vernehmlassung. Definitiv ist noch nichts. Klar sei einzig: «Irgendetwas brauchen wir.» Ein weiteres Thema ist die Energie: Die Zertifizierung zur Energiestadt stehe heuer an. Baumgartner berichtete von verschiedenen Bauvorhaben – vor allem in Bazenheid, wo mehrere Überbauungen entstehen. Bauen will auch die Feuerwehr. Beim Mehrzweckgebäude in Husen soll die Kommandozentrale für rund 100 000 Franken erweitert werden.

Und die Schule

Alfons Schönenberger, Schulratspräsident, sprach auch über Zahlen. Etwa über die Schülerzahlen: Aktuell besuchen 993 Schülerinnen und Schüler eine Schule der Schulgemeinde Kirchberg. Zur Thematik Finanzzahlen zitierte er Schulsekretär Josef Schönenberger. «Budgetiert ist noch nicht ausgegeben», pflege dieser zu sagen. Dazu passt, dass die Schulgemeinde von der Politischen Gemeinde rund 500 000 weniger für das Vorjahr bezogen habe als vorgesehen. Die Schule beanspruchte 17,14 Mio. Franken. Für das Jahr 2013 hat sie einen Steuerbedarf von 18,17 Mio. Franken angemeldet. Das liege etwa daran, dass den Lehrern der Stufenanstieg gewährt werde. Ferner wird die Informatik erneuert. Für rund 184 000 Franken. «Mittelfristig wird es damit günstiger, und das System sollte stabiler laufen», sagte Schönenberger. An der Schulbürgerversammlung ist ein Kreditantrag über 2,2 Mio. Franken traktandiert. Vorgesehen ist, das Schulhaus und die Turnhalle Eichbüel B in Bazenheid zu sanieren (Ausgabe vom 26. Februar). Laut Schönenberger stehen dann für die nächsten Jahre keine grösseren Sanierungen mehr an.

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