Bruno Cozzio ist Panaschierkönig im Wahlkreis Wil

Der CVP-Politiker konnte am meisten Stimmen auf Listen anderer Parteien ergattern.

Ruben Schönenberger
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Bruno Cozzio holt in absoluten Zahlen am meisten Panaschierstimmen.

Bruno Cozzio holt in absoluten Zahlen am meisten Panaschierstimmen.

Bild: PD

Der Henauer Bruno Cozzio holte bei den Kantonsratswahlen vom Sonntag 7529 Stimmen. So viele konnte kein anderer Kandidat und keine andere Kandidatin auf sich vereinen. 1669 davon – und damit mehr als jede fünfte Stimme – holte der CVP-Politiker auf Listen, die mit einer anderen Bezeichnung als die seiner eigenen versehen waren. Auch das ist ein Spitzenwert.

Cozzio schaffte gar das Kunststück, von jeder Liste mindestens eine Stimme zu erhalten. Am meisten Panaschierstimmen erhält er von der SVP (530), gefolgt von der FDP (402) und der SP (265). Von der Liste der CVP-Newcomer holte er indes nur 81 Stimmen.

Cornel Egger auf Platz 2

Auf Platz 2 in der Panaschierstatistik liegt der Oberuzwiler Gemeindepräsident Cornel Egger (CVP). Er holt 1136 Stimmen auf Listen mit anderen Bezeichnungen, ebenfalls vornehmlich bei SVP (414) und FDP (347). Nur zwei Stimmen weniger erzielt der Wiler Stadtrat Dario Sulzer (SP) auf «fremden» Listen. Am meisten seiner 1134 Panaschierstimmen holt er bei den Grünen (415).

Auch Ernst Dobler (CVP) und Guido Wick (Grüne) erzielen mehr als 1000 Stimmen auf diese Art. Bei Dobler ist die Zusammensetzung wie bei seinen beiden Parteikameraden, bei Wick umgekehrt zu Sulzer: Er holt viele Panaschierstimmen von SP-Wählerinnen und SP-Wählern.

Wick ist relativer Panaschierkönig

Wick ist auch jener der gewählten Kantonsrätinnen und Kantonsräte, der verhältnismässig am meisten auf Stimmen auf Listen anderer Parteien angewiesen war. Oder auf diese zählen durfte. 38,16 Prozent der Stimmen holt der Grünen-Politiker auf diese Art. So hoch ist der Anteil bei keinem anderen der Gewählten. Auch Wick kann sich folglich als Panaschierkönig fühlen.

SVP kann am meisten auf die eigene Basis vertrauen

Am nächsten kommt Wick noch Parteikollege Michael Sarbach, der am Sonntag erstmals den Sprung in den Kantonsrat schaffte. Auch bei ihm ist es mehr als jede dritte Stimme (34,35 Prozent), die er auf Listen mit anderer Bezeichnung holt.

Am anderen Ende dieser Skala liegen alle SVP-Politikerinnen und SVP-Politiker. Karl Schweizer holte nicht einmal sieben Prozent seiner Stimmen auf Listen anderer Parteien. Bei Damian Gahlinger (7,58 Prozent), Erwin Böhi (8,23 Prozent), Bruno Dudli (9,31 Prozent) und Ursula Egli-Seliner (10,73 Prozent) sind es nur wenig mehr.