Bruderduell an Romano Ruch

Es war ein spezielles Spiel, das sich die Brüder Marco und Romano Ruch vergangenen Montagabend in der Curlingarena in Uzwil lieferten. Als 8:5-Sieger dieser Superliga-Partie ging CC Uzwil 1 mit Romano Ruch hervor.

Raphael Ammann
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CURLING. Konzentriert bereiteten sich die Spieler des Curling Clubs Uzwil auf das bevorstehende Spiel der Ostschweizer Superliga vor. Nichts deutete auf einen speziellen Abend hin. Doch ganz alltäglich war die Begegnung doch nicht. Schliesslich handelte es sich um ein Club-Derby zwischen dem CC Uzwil 1 und dem CC Uzwil 2. Ebenfalls besonders war die Tatsache, dass es sich dabei um ein Bruderduell zwischen Marco und Romano Ruch handelte.

Keine Geheimnisse im Rink

Die Geschwister stammen aus einer curlingverrückten Familie. Schon ihr Vater war häufig auf der rutschigen Unterlage anzutreffen. Heute betreiben auch die Kinder von Marco und Romano die taktisch ausgerichtete Sportart. Roman, der Sohn von Romano, spielt sogar im selben Team wie sein Vater. Das Verhältnis zwischen den Brüdern, die zuerst Fussball gespielt haben, ist sehr familiär. Auf dem Eis ist ihnen der nahe Verwandtschaftsgrad aber nicht anzumerken. Schon oft kam es zu hartumkämpften Spielen. An die besondere Ausgangslage haben sie sich aber bis heute noch nicht gewöhnt. «Es ist jedesmal ein sehr spezielles Gefühl gegen meinen Bruder zu spielen», sagte Romano Ruch. Der Nachteil sei lediglich, dass man sich in- uns auswendig kenne und so im Eisrink keine Geheimnisse mehr habe.

Beide Uzwiler Mannschaften spielen in der höchsten Ostschweizer Curlingliga. Auf diese Saison hin wurde die Superliga, wie sie genannt wird, von zehn auf fünf Mannschaften reduziert. Neben Uzwil 1 und 2 nehmen auch noch zwei Teams aus St. Gallen und eines aus Herisau teil. Grund für die Reduktion war der Ausfall eines Hauptsponsors. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass nächste Saison wieder in Vollbesetzung gespielt wird. Langweilig werde es aber auch mit fünf Teams nicht, sagte Romano Ruch. Gefordert sei man sowieso gegen jeden Gegner.

Keine Wetten abgeschlossen

Auf dem Eis herrscht eine gesunde Rivalität zwischen den beiden Brüdern. Jeder möchte seine Mannschaft am Schluss siegen sehen. Am Montag war Romano der Glücklichere. Der CC Uzwil 1 gewann mit seinen weiteren Teammitgliedern Roman Ruch, Rolf Bruggmann und Beat Brunner gegen den CC Uzwil 2 mit 8:5. Für Marco Ruch war es eine verkraftbare Niederlage, da er seinen Bruder erst vor kurzem besiegen konnte. Trotz einiger schön gespielten Steine war es nicht das beste Spiel beider Teams. Es schlichen sich immer wieder Fehlsteine ein. Romano Ruch war das egal: «Ich freue mich immer, wenn ich meinen Bruder besiegen kann.» Viel zu sagen, hatten sie sich übrigens vor einem Spiel nicht. Es wurden auch keine Wetten abgeschlossen. Dafür wurde im nachhinein am Stammtisch im Clubrestaurant der Spielverlauf diskutiert.