BRONSCHHOFEN: Schüler erleben Demokratie

Im Oberstufenschulhaus Bronschhofen wurde gewählt. Die Schülervollversammlung hat sich in zwei Wahlgängen für die neue Führung des Schülerrates entschieden.

Yves Weibel
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Yves Weibel

yves.weibel@wilerzeitung.ch

Im vergangenen Jahr hat es viele Beispiele für die verschiedenen Formen von Wahlkämpfen gegeben: die Schlammschlacht in den USA, der schon zuvor entschiedene in Deutschland oder die Stadtratswahlen bei den Nachbarn aus St. Gallen. Auch die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe Bronschhofen haben einen mehrwöchigen Wahlkampf hinter sich. Für einmal hatten aber weder die Russen noch irgendwelche Populisten ihre Hände im Spiel. Im fair geführten Rennen kam es gestern zum grossen Final – der Wahl des neuen Präsidentenpaars. Je ein Mädchen und ein Junge sollten kurz vor Mittag als neue Führung des Schülerrats bestimmt sein.

Zur Wahl der Schülerpräsidenten fand gestern eine Schülervollversammlung im schuleigenen Lernraum statt. Rund 120 Schülerinnen und Schüler wurden mit Musik auf die folgenden knapp eineinhalb Stunden eingestimmt. Im Anschluss stellten sich die 14 Schülerdelegierten vor. Diese wurden vorgängig in den Klassen gewählt, ebenfalls je ein Mädchen und ein Junge.

Verantwortung und Durchsetzungsfähigkeit

Die Delegierten bilden den Schülerrat, für den das Präsidium gesucht wurde. «Unsere Schülerinnen und Schüler können durch das Projekt Demokratie in direkter Form erleben», sagt Andrea Graf, Schulsozialarbeiterin in Bronschhofen.

Nach den Delegierten durften die Präsidentschaftskandidaten ihre Wahlreden halten. Bei den einen war die Nervosität spürbar. «Für mich ist es eine grosse Leistung der Schüler, da vorne hinzustehen. Der Mut, den die Kandidaten aufbringen, fasziniert mich immer wieder», sagt Andrea Graf. Die Anwärter erklärten ihren Mitschülern, wieso sie die idealen Kandidaten sind. Einige redeten länger und ausführlicher, andere eher kurz und knapp. Alle waren aber überzeugend in ihrer Argumentation. Schlüsselbegriffe wie Verantwortung, Durchsetzungsfähigkeit, aber auch die ersten Amtshandlungen fanden sich in den Reden.

Der jüngste Präsident der Geschichte

Die Anspannung im Saal stieg, als das Wahlverfahren erklärt wurde: Nur wer das absolute Mehr erreicht, gilt als gewählt. Im ersten Wahlgang schaffte diese magische Grenze Fabian Sprokkereef mit 90 Stimmen. Mit gerade einmal zwölf Jahren ist er der jüngste Schülerpräsident in der Geschichte des Schülerrats. «Es ist eine grosse Herausforderung, die ich aber gerne annehme», sagte er nach seiner Wahl.

Den zweiten Wahlgang fochten somit die Mädchen untereinander aus. Mit 59 Stimmen wurde Ashmina Pathmaseelan als Präsidentin gewählt. Die 14-Jährige besucht die gleiche Klasse wie der im ersten Wahlgang auserkorene Fabian Sprokkereef, namentlich die 1s. Auch Ashmina Pathmaseelan zeigte sich geehrt und ebenfalls gewillt, das Vertrauen ihrer Mitschüler zu bestätigen. «Ich werde auf die Wünsche meiner Mitschüler eingehen und diese versuchen umzusetzen», erklärte sie.

Die Schüler wollen mitbestimmen

Das Schülerparlament sei vor vier Jahren das erste Mal gewählt worden, sagt Andrea Graf. Damals wurde viel über die Zukunft diskutiert, und so sei diese Idee entstanden. «Das Schülerparlament kam auch auf Begehren der Schülerschaft zustande, sie wollte mitbestimmen. Nach wie vor hat der Rat eine hohe Akzeptanz unter den Schülern», erklärt die Schulsozialarbeiterin.