BRONSCHHOFEN: Experimente statt Wettbewerb

Liebhaber von gepflegter Blasmusik kamen am Wochenende im Ebnet-Saal auf ihre Kosten. Beim internationalen Blasmusiktreffen ging es nicht um eine «sehr gute» Bewertung, sondern auch um den Spassfaktor.

Christof Lampart
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Ihr Gesangs- und Blasmusikauftritt bildete den Höhepunkt: die Blaskapelle Dechová hubda Valaška aus Tschechien. (Bild: Christof Lampart)

Ihr Gesangs- und Blasmusikauftritt bildete den Höhepunkt: die Blaskapelle Dechová hubda Valaška aus Tschechien. (Bild: Christof Lampart)

Christof Lampart

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Zwei Tage lang stand der nördliche Teil Wils im Zeichen der Böhmischen Blasmusik-Tradition. Angefangen mit der einheimischen Blaskapelle Fürstenland Wil, welche am Samstagnachmittag nach der Saalöffnung aufspielte, bis hin zu den Tagstein Musikanten aus dem bündnerischen Masein, die am Sonntagnachmittag für den musikalischen «Zapfenstreich» sorgten, reichte die musikalische Palette.

Höhepunkt bildete der Auftritt der renommierten Dechová hubda Valaška am Samstagabend. Die bekannte Blaskapelle aus dem walachischen Städtchen Valašske Klobouky spielte mit Charme und Können gross auf und zeigte den einheimischen Blaskapellen, welche in ihrem Eifer ihren tschechischen Kollegen in nichts nachstanden, was den Spirit dieser zu Herzen gehenden Musik aus Böhmen und Mähren ausmacht. Schön zu sehen war auch, dass – trotz des schönen Herbstwetters am Samstag – die Organisatoren vom Publikum nicht im Stich gelassen wurden. Auch wenn sowohl am frühen als auch am späteren Samstagabend einige Plätze im Ebnet-Saal frei blieben, so war dieser stets mindestens bis zur Hälfte gefüllt und die Stimmung im Publikum ausgezeichnet. «Lieber ein gutes Publikum als einen vollen Saal mit Langweilern», brachte es ein Mitglied der Formation «Xiberg Böhmische» aus Dornbirn auf den Punkt. Diese Haltung wurde von nicht wenigen geteilt.

Seele baumeln lassen

Was wesentlich zur entspannten Atmosphäre beigetragen hat, ist der Umstand, dass es sich bei diesem Unterhaltungsmusikanlass für einmal nicht um einen Wettbewerb handelte, sondern um ein geselliges Treffen, bei welchem der Spass an Spiel und gepflegter musikalischer Tradition im Vordergrund stand. Dass bei dieser Ausgangslage auch das eine oder andere musikalische oder gesangliche «Experiment» Platz hatte, verstand sich von selbst. Oder wie das Organisationskomitee des Blaskapellentreffens bereits im Vorfeld des Events auf seiner Webseite so passend umschrieb: «Diverse Kapellen aus dem In- und Ausland werden ihr Können präsentieren. Nutzen Sie die Gelegenheit, laden Sie Freunde und Bekannte ein, geniessen Sie unbeschwerte Stunden bei Böhmischer Blasmusik. Lassen Sie Ihre Seele baumeln bei Blasmusik fürs Herz.»