BRONSCHHOFEN: Bald zieht die Landi um

Seit dieser Woche liegen die Baupläne für die erste Bauetappe des G-Werks im Gebenloo-Gebiet auf. Die Landi soll ins Erdgeschoss des Neubaus einziehen. Die jetzige Filiale im Zentrum würde geschlossen werden.

Gianni Amstutz
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Im Gebenloo-Gebiet stehen die Visiere, welche die Proportionen des geplanten Neubaus anzeigen. (Bild: gia)

Im Gebenloo-Gebiet stehen die Visiere, welche die Proportionen des geplanten Neubaus anzeigen. (Bild: gia)

Gianni Amstutz

gianni.amstutz@wilerzeitung.ch

Die Visiere des Gewerbebaus G-Werk im Gebenloo-Gebiet in Bronschhofen stehen. Das Projekt wurde in seinen Grundzügen bereits vor mehreren Jahren von der Firma Senn Development AG entworfen und im vergangenen Jahr von der LV-St. Gallen gekauft. Diese will mit dem Neubau einerseits Gewerberaum erstellen, anderseits einen neuen Standort für die Wiler Landi schaffen, für deren Geschäftsführung das Unternehmen verantwortlich ist.

Mehr Verkaufsfläche und Parkplätze

Derzeit befindet sich die Wiler Landi-Filiale noch beim Ilgenkreisel. Das Geschäft erfüllt allerdings die Anforderungen nicht mehr. Einerseits ist die Verkaufsfläche mit rund 300 Quadratmetern zu klein, anderseits mangelt es an Parkplätzen. Dies sagte Bruno Ackermann, der bei der Genossenschaft LV-St. Gallen für den Geschäftsbereich Landi verantwortlich ist, beim Kauf des Bodens im Gebiet Gebenloo. Mit dem Umzug nach Bronschhofen könnten beide Probleme gelöst werden. Neu würden circa 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche sowie ausreichend Parkplätze zur Verfügung stehen. Zudem ist der Bau eines Bistros geplant.

In einer ersten Bauetappe will der LV-St. Gallen einen viergeschossigen Kopfbau und einen ersten Hallenteil bauen. Im Erdgeschoss soll die Landi einziehen und ein Bistro realisiert werden. In den Obergeschossen des Kopfgebäudes und den zwei weiteren Gebäude- und Hallenteilen, die in einer zweiten Etappe gebaut werden, sollen zusätzliche Gewerberäume entstehen. Diese könnten den unterschiedlichen Bedürfnissen der Unternehmen angepasst werden und seien für verschiedene Arten der Nutzung konzipiert, heisst es im Projektbeschrieb. Die Baupläne der ersten Etappe liegen zurzeit beim Departement für Bau, Umwelt und Verkehr öffentlich auf. Bis zum 20. November kann dagegen Einsprache erhoben werden.

Ein möglicher Knackpunkt: Die Landi entspricht nicht der vorgeschriebenen publikumsarmen Nutzung gemäss Zonenplan. Die LV-St. Gallen hat deshalb eine Ausnahmebewilligung beantragt. Diese wurde vom ehemaligen Stadtplaner René Häfeli bewilligt. Als Begründung führte er aus, dass es unverhältnismässig wäre, den Bau eines Gewerbebaus mit einem Verkaufsgeschoss und drei Bürogeschossen zu verbieten. Mit der Einzonung als Gewerbe- und Industriezone für publikumsarme Nutzung sei in erster Linie bezweckt worden, den Bau von eingeschossigen Verkaufsläden zu verhindern.

Allerdings wies Häfeli in der Ausnahmebewilligung darauf hin, dass «eine Baubewilligung mit Ausnahmebegründung im Beschwerdefall eventuell nicht geschützt ist».

Was dem Projekt in dieser Hinsicht zugutekommen könnte, ist die Lage der neuen Landi. Da sich der Neubau in unmittelbarer Nähe zur Zughaltestelle Bronschhofen AMP befindet und auch zu Fuss gut erreichbar ist, sind gemäss einer Studie eines Verkehrsplaners keinerlei Einbussen durch den zu erwartenden Mehrverkehr zu erwarten. Dies wurde von René Häfeli bestätigt. «Der Standort bei der Bahnhaltestelle lässt eine eingeschränkte Verkaufsnutzung zu», schrieb er, ­ als er noch Stadtplaner der Stadt Wil war.

Stadt interessiert an Entwicklung des Areals

Wenn die Landi bald aus dem Zentrum nach Bronschhofen ziehen wird, stellt sich die Frage, was mit dem Boden am heutigen Standort geschehen soll. Grundsätzlich sei die Stadt interessiert, dass insbesondere grössere Areale zu qualitativ hochstehenden Projekten entwickelt würden, teilte das Departement für Bau, Umwelt und Verkehr Wil (BUV) auf Anfrage mit. Dies unabhängig davon, ob die Grundstücke im Besitz der Stadt seien. Die baulichen Entwicklungsprozesse liessen sich jedoch aktiver steuern, wenn die Stadt selbst Grundeigentümerin sei.

Andernfalls sei die Stadt bestrebt in einer beratenden Tätigkeit Einfluss auf die Gestaltung nehmen. Im Rahmen ebendieser Beratungstätigkeit hätten mit dem LV-St. Gallen, der Eigentümerin des fraglichen Areals im Zentrum der Stadt Wil, in den vergangenen Jahren bereits verschiedene Gespräche stattgefunden, heisst es seitens des Amtes für Bau, Umwelt und Verkehr.