BRONSCHHOFEN: Auch ein Gespür für Hörgeräte

Die 30jährige Filadelfia Caspari aus Bronschhofen bestand vergangenen Oktober nach dreijähriger Ausbildung die Prüfung zur Polizeihundeführerin. Seitdem hatte sie mit ihrem Hund Vaye manchen Einsatz und auch Erfolgsmomente.

Chris Gilb
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Polizeihundeführerin Filadelfia Caspari gemeinsam mit ihrem Diensthund Vaye auf dem Balkon ihrer Wohnung in Bronschhofen. (Bild: Chris Gilb)

Polizeihundeführerin Filadelfia Caspari gemeinsam mit ihrem Diensthund Vaye auf dem Balkon ihrer Wohnung in Bronschhofen. (Bild: Chris Gilb)

BRONSCHHOFEN. In ihrem ersten Berufsleben war Filadelfia Caspari Coiffeuse im Salon ihrer Mutter. Hunde hatte sie auch da schon, jedoch als Freizeitbeschäftigung. «Mein erster Hund war ein West Highland White Terrier», sagt die Bronschhoferin. Sie bekam ihn mit acht Jahren. Nach einigen Jahren als Coiffeuse sehnte sich die heute 30-Jährige nach einer beruflichen Umorientierung. «Ich wurde auf die Möglichkeit zu einer Ausbildung als Polizistin aufmerksam und da ich schon als Kind einmal den Traum hatte, Polizeihundeführerin zu werden, nahm ich mir vor, auf diese Perspektive hinzuarbeiten.»

Keine Einsätze in der Heimat

Doch erst einmal musste Filadelfia Caspari die einjährige Polizeischule als Grundausbildung absolvieren. Sie ging zur Kantonspolizei Zürich, nicht zu jener ihres Heimatkantons St. Gallen. «Ich wollte mich durch diesen Entscheid auch vor schwierigen Situationen schützen. Im Kanton St. Gallen ist die Chance viel grösser, irgendwann im Einsatz mit jemandem konfrontiert zu werden, den ich kenne.»

Derzeit ist sie auf dem Posten der Kantonspolizei in Winterthur stationiert. Als Hundeführerin ist sie aber im ganzen Kanton im Einsatz. «Es gibt mehrere Arten von Polizeihunden, beispielsweise Suchhunde oder Schutzhunde. Die Erstausbildung erfolgt aber bei uns immer zur Schutzhundeführerin.» Ein Schutzhund mache etwa Einbrecher in einem Haus ausfindig und stelle sie oder nehme anhand von frischen Spuren die Verfolgung von Flüchtigen auf.

Im Alter von acht Wochen

Drei Jahre hat ihre Ausbildung gedauert, während dieser sie regelmässig mehrtägige Trainings absolvierte. Vergangenen Oktober schloss sie ab. Ihren Diensthund, einen deutschen Schäfer, wählte sie mit ihrem Instruktor aus einer Zucht aus. Er war damals erst acht Wochen alt. «Schon früher habe ich mir gewünscht, einmal einen grossen Hund zu haben. Aus Platz- und Zeitgründen war dies aber immer schwierig», sagt Caspari. Neben ihrem Polizeihund weiterhin einen kleinen Hund zu haben, wäre aber schwierig: «Ein Diensthund braucht speziell viel Aufmerksamkeit und Training.» Auch deshalb hat sie den Hund vielleicht Vaye genannt, was sich aus dem lateinischen Wort für Schicksal ableitet. «Jeweils wochenweise ist ein Diensthundeführer, zusätzlich zum normalen Polizeidienst, auf Pikett. Natürlich wäre es gewissermassen ein Erfolgsmoment, auch einmal gemeinsam einen Verbrecher zu stellen», sagt Caspari.

Verlorenes Hörgerät gefunden

Diesen Erfolgsmoment hatten die beiden bisher noch nicht, jedoch einen anderen. «Eine Zeit lang fand die Polizei in Winterthur mit tierischer Unterstützung regelmässig verlorene Hörgeräte. Darüber erschien in der Zeitung ein Artikel. Ein Ehepaar aus Elgg, deren Kind sein Hörgerät auf dem Spielplatz verloren hatte, meldete sich darauf bei uns und bat bei der Suche um unsere Hilfe.» Vaye fand das verlorene Gerät zügig.

Doch nicht nur im Dienst ist Caspari mit Vaye im Einsatz, sondern auch in der Freizeit im Hundesport. «Ich habe schon die Begleithunde-Prüfung abgeschlossen und mache jetzt die IPO1, eine internationale Gebrauchshunde-Prüfung in den Bereichen Fährte, Unterordnung und Schutzdienst.» Diese sei nötig, um in Zukunft einmal an internationalen Wettbewerben antreten zu können: «Das wäre ein Traum.»

Beim Schäferhundeclub Wil und Umgebung ist sie schon die Übungsleiterin. Auch im Polizeidienst würde sie gerne in Zukunft noch häufiger mit dem Tier arbeiten. Sie strebt deshalb längerfristig eine Anstellung als Ausbilderin im Diensthunde-Zentrum der Kantonspolizei Zürich in Dübendorf an.

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