Brenzlige Zustände im Skaterpark

Im Skaterpark am Wiler Stadtweiher kommt es immer wieder zu Gefahrensituationen wegen Kindern, die das Gelände als Spielplatz nutzen. Zudem ist er zu klein geworden. Jugendliche setzen sich deshalb für einen neuen Platz ein.

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Der Skaterpark wird zu wenig als Sportplatz wahrgenommen. Das führt teilweise zu gefährlichen Situationen. (Bild: Ursula Ammann)

Der Skaterpark wird zu wenig als Sportplatz wahrgenommen. Das führt teilweise zu gefährlichen Situationen. (Bild: Ursula Ammann)

WIL. Seit 20 Jahren ist er am Stadtweiher beheimatet: Der Skaterpark, der von Jugendlichen in Zusammenarbeit mit der Jugendarbeit Wil bewirtschaftet wird. Der Skaterpark sei als Sportplatz gedacht, genau wie ein Fussballfeld oder ein Tennisplatz, schreibt die Jugendarbeit in einer Medienmitteilung. Und wie auf allen anderen Sportplätzen bestünden auch dort Nutzungsregeln. «Diese werden jedoch nicht immer befolgt.»

Fliegende Boards

Es komme vor, dass Passanten respektive deren Kinder den Skaterpark als Spielplatz nutzen. «Daraus entstehen Gefahren, welche den Betroffenen nicht ausreichend bewusst sind.» So sagt ein Jugendlicher (19), dass «die grosse Gefahr darin besteht, dass bei Stürzen die Skateboards oder BMX-Räder herumfliegen und somit andere verletzt werden können.» Diese Aussage wird von mehreren anderen Funsportlern wie etwa Severin (29) bestätigt: «Wie im Strassenverkehr, so sind die Kinder auch im Skatepark besonders gefährdet, da das Sportgerät bei einem Sturz oft auf Kopfhöhe der Kinder wegfliegt.» Die Funsportlerinnen und -sportler machen sich aber auch Sorgen um die eigene Sicherheit. Zum Beispiel macht ein Nutzer die Aussage, «dass die Elemente im Funpark mit Wachs behandelt werden, damit diese für Skateboards besser rutschen. Wenn sich Passanten auf diese Elemente setzen, entfernen sie diesen Wachs. Das führt zu unkontrollierbaren Tricks, da die Gleiteigenschaften auf den Elementen unterschiedlich sind.» Auch das Rutschen auf der blauen Mini-Ramp kann für die Kinder gefährlich werden. Das Blech erhitzt sich bei direkter Sonneneinstrahlung stark, was zu Verbrennungen führen kann. Schraubenköpfe können etwas aus dem Blech heraus stehen und zu tiefen Schnittwunden bei den Kindern führen. Den Skaterplatz nicht als spezifischen Sportplatz zu betrachten, berge Gefahrensituationen für alle Beteiligten, die vermieden werden könnten, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Für die Funsportler sei aber die sachgemässe Nutzung nicht nur aus sicherheitstechnischen Gründen wichtig. «Der Skaterpark ist für die vielen Sportlerinnen und Sportler zu klein geworden. Sie müssen schon selbst aufpassen, dass sie nicht miteinander kollidieren. Wenn nun auch noch Passanten ihre Zeit im Skaterpark verbringen, wird ihre Bewegungsfreiheit noch mehr eingeschränkt und der zur Verfügung stehende Platz noch kleiner.»

Überreagierende Eltern

Die Jugendlichen hätten bereits versucht, Passanten, die sich im Skaterpark aufhalten, aufzuklären. Diese Versuche waren jedoch mit wenig Erfolg gekrönt, wie ein Jugendlicher ausführt: «Dass ein Kind sich dieser Gefährdung nicht bewusst ist, kann man gut verstehen. Verständnis für Eltern aufzubringen, welche den Kinderwagen im Park parkieren und Obstacles als Sitzbank brauchen, ist um einiges schwieriger. Ich habe schon erlebt, dass nach einer brenzligen Situation ein Sportler einem Kind gesagt hat, dass es gerade Glück gehabt hat und ein Elternteil darauf überreagiert hat.»

Petition für neuen Funpark

Unter dem Titel «Neubau eines Funparks in der Stadt Wil» haben Freestyle-Sportler und Mitarbeitende der Jugendarbeit eine Petition lanciert. Diese übergaben sie Ende Mai 2014 mit rund 1140 Unterschriften der Stadt. Die Antwort ist noch ausstehend.

Bis ein neuer Funpark allenfalls realisiert werde, brauche es das Verständnis, die Akzeptanz und die Rücksichtnahme aller Seiten, schreibt die Jugendarbeit. (pd/red)