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BRAUNAU/WUPPENAU: Dicke Post für die Regierung

Rund 700 Personen aus Braunau und Wuppenau wehren sich gegen den geplanten Windpark in ihrer Gemeinde. Auch die beiden Gemeindepräsidenten stimmen mit ein und drohen mit massivem Widerstand.
Simon Dudle
Ab die Post: Die beiden Gemeindepräsidenten Martin Imboden (Wuppenau) und David Zimmermann (Braunau) senden die Bedenken betreffend neuem kantonalem Richtplan und Windpark an die Regierung nach Frauenfeld. (Bild: Simon Dudle)

Ab die Post: Die beiden Gemeindepräsidenten Martin Imboden (Wuppenau) und David Zimmermann (Braunau) senden die Bedenken betreffend neuem kantonalem Richtplan und Windpark an die Regierung nach Frauenfeld. (Bild: Simon Dudle)

BRAUNAU/WUPPENAU. 200 Meter hoch wären die Windräder, welche auf dem Hügelzug zwischen Braunau und Wuppenau dereinst Strom produzieren sollen. Die Planung läuft auf Hochtouren. Was an Infoveranstaltungen in den beiden Dörfern bereits zu spüren war, ist nun schriftlich festgehalten: Widerstand. In Braunau wurden schon über 300 Unterschriften gesammelt, in Wuppenau dürften es gar 400 sein. Somit hat in beiden Dörfern mehr als jeder dritte Einwohner unterschrieben.

Nachdem sich die Gemeinderäte vor den Infoveranstaltungen mit der eigenen Meinung zurückgehalten hatten, bekennen sie nun Farbe. Wie erwartet schliessen sie sich der Stimmung in den Dörfern an – und untermalten dies gestern mit einem gemeinsamen Auftritt. Beide Räte wehren sich gegen den neuen kantonalen Richtplan und schickten die Protestnote gemeinsam nach Frauenfeld ab. Aus dem Richtplan geht hervor, dass in Braunau und Wuppenau ein erster Windpark im Kanton Thurgau gebaut werden könnte.

200-Meter-Turbine erlaubt, 8-Meter-Silo verboten

«Wir fordern, dass der Regierungsrat alle Wind-Gebiete aus dem kantonalen Richtplan streicht», sagt Braunaus Gemeindepräsident David Zimmermann. Er sieht in diesen Anlagen einen Widerspruch zum Richtplan, da die Turbinen in Kulturlandschaft eingebettet würden. «Bei Gebäuden wird auch ganz genau hingeschaut, und in der Gemeinde Wuppenau wurde die Errichtung eines acht Meter hohen Silos per Bundesgerichtsentscheid abgelehnt. Diese Turbinen wären um ein Vielfaches höher», sagt Zimmermann. Auch Martin Imboden, Gemeindepräsident von Wuppenau, ist unzufrieden. Er sagt: «Im Kanton Thurgau würde mit dem Richtplan hoch subventionierter Windstrom ermöglicht, ohne zuvor rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen zu haben.»

Beide Gemeindeoberhäupter stört am behördenverbindlichen Planungsinstrument aber nicht nur der Abschnitt zur Windenergie. Aus der Sicht von Zimmermann hat der Kanton damit über das Ziel des Bundes hinausgeschossen, um als Musterknabe zu gelten. «Viele Formulierungen sind viel zu restriktiv und unverständlich formuliert. Es ist eine gewollte Überregulierung der Verwaltung», sagt Zimmermann. Er bringt das Beispiel der inneren Verdichtung, welche in einer Gemeinde wie Braunau kaum möglich sei.

«Das wäre eine diktatorische Haltung»

Martin Imboden spricht von «Übereifer» und einem «überspannten Bogen». Aus seiner Sicht werden die ländlichen Regionen im neuen Richtplan eingeschränkt. «Die Verwaltung in Frauenfeld unterschätzt, wie gerne wir unsere Bäche und Hügel haben», sagt Imboden.

Beide Präsidenten fordern, dass der Richtplan neu erarbeitet wird, es also zurück auf Feld eins geht. Und wenn nicht? «Dann werden wir den Regierungsrat massiv angreifen, weil er die Stimmung nicht berücksichtigt. Das wäre eine diktatorische Haltung», sagt Zimmermann.

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