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BRAUNAU: Noch nie so viel Wasser geliefert

Die Regionalwasserversorgung Mittelthurgau-Süd blickt auf ein sehr gutes Jahr zurück. Der Wasserabsatz stieg auf ein Rekordhoch von über 1,6 Millionen Kubikmeter.
Der Präsident der RVM-Süd, Andreas Widmer, konnte für 2017 ein Rekordergebnis beim Wasserabsatz vermelden. (Bild: Christof Lampart)

Der Präsident der RVM-Süd, Andreas Widmer, konnte für 2017 ein Rekordergebnis beim Wasserabsatz vermelden. (Bild: Christof Lampart)

Insgesamt elf Mitgliedsgemeinden zählt die Regionalwasserversorgung Mittelthurgau-Süd (RVM-Süd). An der Delegiertenversammlung vom Dienstagnachmittag in Braunau nahmen 17 Delegierte von neun Mitgliedsgemeinden teil. Präsident Andreas Widmer, Wil, konnte in Sachen Geschäftsgang eine sehr gute Bilanz für das verflossene Wasserjahr (Oktober 2016 bis September 2017) ziehen.

Tatsächlich, so Widmer, sei das vergangene Betriebsjahr von der Bewirtschaftung her in allen vier Quartalen sehr ausgeglichen gewesen. «Erstaunlich» seien die starken Wintermonate gewesen, die sicherlich auch wegen ihrer Trockenheit zu dem erfreulichen Ergebnis geführt hätte, resümierte Widmer.

Kulturen verbrauchen viel Wasser

Insgesamt konnte der Wasserumsatz gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht werden, bilden doch die 1691089 Kubikmeter Wasser einen neuen Rekord. Dies führte dazu, dass der Nettoverlust – nach der reglementarischen Einlage in die Reserve in der Höhe von 78400 Franken – mit 14600 Franken geringer ausfiel als budgetiert (49380 Franken). Der neue Wasserumsatzrekord sei in erster Linie nicht wegen den bezogenen Wassermengen durch Private und dem klassischen Gewerbe zu Stande gekommen, sondern weil Landwirte immer mehr Wasser für ihre Kulturen bräuchten. «Die Bewässerungen werden immer ausgedehnter», sagte Widmer.

Jedoch betonte der Präsident, dass man stetig steigende Umsätze als solches nicht aktiv anstrebe – auch wenn die aktuelle Auslastung von 25 Prozent der gesamten Optionsmenge solche ohne weiteres noch zuliessen. Wie viel «Luft nach oben» vorhanden ist, zeigt eine andere Zahl: nur gerade an einem Tag im Berichtsjahr, am 22. Juni 2017, wurden 50 Prozent der maximalen Optionsmenge mit 8990 Kubikmeter annähernd erreicht. Die durchschnittliche Förderung belief sich auf 4633 Kubikmeter pro Tag; Spitzenmonat war der Juni mit 179480 Kubikmeter.

Versorgungssicherheit markant erhöht

Auch in Sachen Wasserqualität sei die RVM-Süd top. Damit dies so bleibe, wolle man in den nächsten fünf Jahren verschiedene Abklärungen bezüglich der Hochwassersicherheit der Filterbrunnen in der Thur-Ebene vornehmen. Bereits im vergangenen Jahr wurde als erste Massnahme die Online-Qualitätsmessung verschiedener Parameter installiert. Er könne guten Gewissens sagen, dass das Grundwasservorkommen nach wie vor sehr sicher, ertragreich und auch qualitativ einwandfrei sei, so Widmer.

Dies auch deshalb, weil man durch den Bau verschiedener Verbindungsleitungen über den Seerücken die Wasserversorgungen am Bodensee mit jenem im Thur-Tal verbinden konnte. Das komplexe Projekt konnte – nach jahrzehntelanger Planung – im vergangenen Jahr fertiggestellt werden. Es erhöhe die Versorgungssicherheit auch bei der RVM-Süd markant, betonte der Präsident.

Grosses Rohr wird umgelegt

Doch auch bei der RVM-Süd ist «nach dem Bau» gleichbedeutend mit «vor dem Bau», werfen doch zwei grosse Leitungsumlegungen ihre Schatten voraus: nämlich jene für den Neubau der Kindlimann AG in Tägerschen und jene für den Erweiterungsbau der Frifag AG in Märwil. Für diese beiden Bauvorhaben muss die RVM-Hauptleitung, ein Rohr mit 40 Zentimetern Durchmesser, über weite Strecken umgelegt werden, «ohne dass die Zehntausenden der übrigen Konsumenten etwas davon bemerken», umriss Widmer in wenigen Worten die Komplexität der bevorstehenden Aufgaben.

Christof Lampart

redaktion@wilerzeitung.ch

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