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Brand in Niederbüren:
Feuerteufel führte auf Drogenfährte – Polizei nimmt 38-Jährigen fest

Der Brand im Dachstock eines Einfamilienhauses in Niederbüren führte die Polizei zu einer Hanfindooranlage mit rund 150 Pflanzen. Ein 38-jähriger Schweizer wurde festgenommen.
Andrea Häusler
Die örtliche Feuerwehr war mit 25 Feuerwehrangehörigen ausgerückt.

Die örtliche Feuerwehr war mit 25 Feuerwehrangehörigen ausgerückt.

Ein schlichtes Einfamilienhaus direkt an der Hauptstrasse nach Niederbüren. Der Sitzplatz ist leer geräumt, der Vorgarten verwildert. Äusserlich weist nichts auf den Brand im Dachstock vom Montagabend hin. Weder die Flammen noch das Löschwasser der Feuerwehr haben an der Gebäudehülle sichtbare Spuren hinterlassen. Im Innern hingegen sei der Schaden beträchtlich, sagt Kapo-Medienchef Hanspeter Krüsi. Er spricht von mehreren zehntausend Franken. Unter anderem habe wegen vermuteter Glutnester der Fussboden aufgerissen werden müssen. Der Brand, beziehungsweise die Rauchentwicklung, war kurz nach 21 Uhr von einem Passanten bemerkt worden. 25 Angehörige der örtlichen Feuerwehr bekämpften daraufhin das Feuer.

Die Brandursache ist nicht abschliessend geklärt. Fachleute des Kompetenzzentrums Forensik der Kantonspolizei St. Gallen ermitteln. Der Verdacht liegt jedoch nahe, dass ein Zusammenhang mit dem Betrieb der zufällig entdeckten Indoorhanfanlage besteht. Eine Vermutung, die sich in vergleichbaren Fällen wiederholt bestätigt habe, wie Krüsi weiss. «Wärme und elektrische Installationen, die oft laienhaft ausgeführt sind, stellen nun einmal ein Brandrisiko dar.»

Der Mieter, ein Wiederholungstäter

Bei der Durchsuchung der Liegenschaft stellte die Polizei rund 150 Hanfpflanzen sicher. Ein grosser Teil im isolierten und mit Lichtquellen ausgestatteten Dachgeschoss des Wohnhauses, ein kleinerer in einem Nebenraum. Nicht belegt waren die ungenutzten Schweineställe, die an das Wohnhaus im «Nellen» anschliessen.

Isoliert, beheizt, bewässert und belüftet. Der Ausbau des Dachgeschosses der Liegenschaft in der «Nellen» weist auf einen professionellen Betrieb hin, stellte die Kantonspolizei fest. (Bilder: kapo)

Isoliert, beheizt, bewässert und belüftet. Der Ausbau des Dachgeschosses der Liegenschaft in der «Nellen» weist auf einen professionellen Betrieb hin, stellte die Kantonspolizei fest. (Bilder: kapo)

Die Liegenschaft Nummer 27 gehört Thomas Niederöst aus Uzwil, der in der Region mehrere Schweinestallungen besitzt. Das Einfamilienhaus ist an einen 38-jährigen Schweizer vermietet. Er wurde festgenommen und befand sich am Dienstag noch in Polizeigewahrsam. Der Mann ist kein unbeschriebenes Blatt. Bereits früher war er mit dem Betäubungsmittelgesetz in Konflikt geraten.

Weiterhin ein lukratives Geschäft

In den vergangenen fünf Jahren gelang es der Polizei in der Region gleich mehrfach, illegale Hanfproduktionen auszuheben. Auffallend hoch war die Erfolgsquote im Jahr 2014, als in Uzwil und Wil je eine kleinere und in Niederuzwil und Lenggenwil grössere Indooranlagen geschlossen wurden. Von einer Häufung im Raum Wil-St. Gallen will Hanspeter Krüsi nicht sprechen. Er räumt jedoch ein, dass Gebiete in städtischen Agglomerationen für dieses «Business» tendenziell attraktiver seien. Und das Geschäft mit Cannabis sei nach wie vor lukrativ. «Zwar müsse anfänglich investiert werden, doch seien die Ausbaukosten vergleichsweise rasch amortisiert», macht Krüsi klar. Bei 150 Pflanzen, die (indoor) drei- bis viermal geerntet werden könnten und je Stück jeweils 20 Gramm lieferten, läppere sich ein schönes Sümmchen zusammen – bei einem Marktpreis von rund 10 Franken pro Gramm.

Nicht nur zufällige Entdeckungen

Krüsi ist sich deshalb bewusst, dass nur ein kleiner Teil der in Badezimmern, Ställen, Garagen oder Wohnräumen verborgenen Anlagen von den Gesetzeshütern entdeckt werden. Oft sei es wie im vorliegenden Fall der Zufall, der die Aushebung einer Hanfplantage ermögliche, sagt Hanspeter Krüsi. Genauso werde aber Hinweisen aus der Bevölkerung nachgegangen oder ergäben sich im Zusammenhang mit anderen Verfahren Hinweise auf illegale Anlagen. Und wie hoch ist das strafrechtliche Risiko für die Betreiber? Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz werden mit einer Freiheitsstrafe von maximal drei Jahren oder mit Busse geahndet, sagt die Medienbeauftragte der Staatsanwaltschaft St. Gallen, Beatrice Giger, auf Anfrage.

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