Botschaft mit klarer Botschaft

Gestern präsentierten die Behörden Zuzwils und Niederhelfenschwils die Botschaft zur Abstimmung über die Oberstufenlösung vom 15. Mai. Für die Konstituierung eines allfälligen Oberstufenschulrats wurde ein möglicher Lösungsansatz vorgestellt.

Mario Fuchs
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Die Abstimmungsbotschaft zur Oberstufenlösung, hier in den Händen von Roland Hardegger, Elmar Moser und Lucas Keel (von links), wird in der nächsten Woche in die Haushaltungen der Gemeinden Niederhelfenschwil und Zuzwil verteilt. (Bild: mf.)

Die Abstimmungsbotschaft zur Oberstufenlösung, hier in den Händen von Roland Hardegger, Elmar Moser und Lucas Keel (von links), wird in der nächsten Woche in die Haushaltungen der Gemeinden Niederhelfenschwil und Zuzwil verteilt. (Bild: mf.)

Lenggenwil. Im Gebiet Taa zwischen Laupen und Lenggenwil hätte in den Sechzigern Grosses entstehen sollen: Ein gemeinsames Oberstufenzentrum für Zuzwil und Niederhelfenschwil. Just auf der Gemeindegrenze hätte es gebaut werden sollen – doch daraus wurde nichts. Fast ein halbes Jahrhundert nach dem ersten Anlauf nehmen die Nachbargemeinden einen zweiten Anlauf. «Damals wurde ein Grundstein gelegt, auf dem wir jetzt etwas Langfristiges errichten wollen», sagte Elmar Moser, Präsident der Oberstufenschulgemeinde Niederhelfenschwil, gestern bei einem Pressetermin in der Taa. Diesmal kein Gebäude, sondern ein Gebilde: eine gemeinsame Oberstufenschulgemeinde.

Verstehen und akzeptieren

Die Räte beider Gemeinden sind sich darüber bereits einig geworden – nicht zuletzt, nachdem «in den unzähligen gemeinsamen Gesprächen die Entspannung Einzug gehalten hat», so Niederhelfenschwils Gemeindepräsident Lucas Keel. Die Kommunikation untereinander habe sich im Laufe der Verhandlungen spürbar verändert, was insbesondere der Verdienst des Moderators Hans Locher sei. «Wir haben miteinander im Projektteam gesprochen, sind uns näher gekommen. Wir haben das Vis-à-Vis verstanden und gelernt, die Gegenseite zu akzeptieren», resümierte der Zuzwiler Gemeindepräsident Roland Hardegger.

Volksmeinung noch unbekannt

Als Gemeinderat wisse man allerdings nie, «was die Bevölkerung wirklich meint», gab Lucas Keel zu bedenken. Um dem entgegenzuwirken, wurde auf den Mittwoch, 27. April, 20 Uhr, eine weitere Informationsveranstaltung angesetzt. Interessierte Stimmbürger beider Gemeinden sind eingeladen, in der Sproochbrugg-Turnhalle ihre Meinung über die zwei zur Auswahl stehenden Varianten, das 50:50-Modell und die gemeinsame Oberstufenschulgemeinde, kundzutun. Lucas Keel betonte gestern noch einmal, dass das einst von ihm gesteckte Ziel, zuletzt nur noch eine Variante zur Abstimmung zu unterbreiten, «forsch» gewesen sei.

Variante: Wählerversammlung

Zudem ist er sich bewusst, dass insbesondere auf Niederhelfenschwiler Seite teils grosse Bedenken über die Soll-Bestimmung in der neu formulierten Gemeindeordnung betreffend Konstituierung des Oberstufenschulrats bestehen. «Ein möglicher Lösungsansatz ist, die Wählerversammlung zu reaktivieren», erklärte Keel. Dabei würden sich die Stimmbürger aus allen in der Oberstufenschulgemeinde zusammengefassten Dörfern in der Sproochbrugg zu einer Versammlung informellen Charakters einfinden. Gemeinsam würden sie fünf Kandidaten für die fünf Sitze, gemäss der Soll-Bestimmung mindestens zwei aus jeder Gemeinde, portieren.

Langfristige Standortsicherung

Zusätzlichen Kandidaten stünde der Weg auf den Wahlzettel mittels Einreichung 15 gültiger Unterschriften ebenfalls offen. Diese Variante wolle man mit der Bevölkerung am 27. April diskutieren.

In der Abstimmungsbotschaft wird betont, dass ein allfälliger Oberstufenschulrat keine einseitige Schulpolitik betreiben würde. «Mit Überzeugung und Engagement», aufbauend auf gegenseitigem Vertrauen und Konsensbereitschaft, würde er sich für eine «erfolgreiche, langfristig gesicherte Schule» einsetzen.

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