«Botsberg» vor der nächsten Runde

Flawils Bürgerschaft wird nicht über die Umzonung des Mittleren Botsbergs abstimmen. Die Referendumsfrist für den Nachtrag zur Zonenplanrevision ist unbenutzt abgelaufen. Die hängigen Einsprachen sind damit jedoch nicht vom Tisch.

Andrea Häusler
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Voraussetzung für eine Überbauung des Mittleren Botsbergs ist die Offenlegung des Bubentalerbachs über das ganze Baugebiet. (Bild: Andrea Häusler)

Voraussetzung für eine Überbauung des Mittleren Botsbergs ist die Offenlegung des Bubentalerbachs über das ganze Baugebiet. (Bild: Andrea Häusler)

FLAWIL. Das Gebiet Mittlerer Botsberg zwischen Wilerstrasse und Bogenstrasse ist aufgrund seiner hohen Verbindungsqualität, dem Entwicklungspotenzial sowie den guten raumplanerischen Voraussetzungen ausgesprochen attraktiv. Die 2479 m2 gehören der Botsberg Immo AG. Diese hat das Land im Herbst 2014 für 1,016 Mio. Franken rechtsgültig von der Politischen Gemeinde gekauft.

Bauzonen und Bachlaufprojekt

Allerdings ist das Areal im revidierten, vom Baudepartement des Kantons St. Gallen vor fast genau einem Jahr genehmigten Zonenplan als weisser Fleck ausgespart. Dies wegen hängiger Einsprachen.

Ziel des ersten Nachtrags zur Revision des Zonenplans Mittlerer Botsberg ist die Beseitigung des weissen Flecks – sprich, die Zuweisung der bisherigen Wohnzone W2 sowie der Grünzone in die Wohn- und Gewerbezone WG3 und die Umzonung der Teilgebiete im Westen und Norden von der Wohn-Gewerbe-Zone in die Gewerbe-Industrie-Zone. Verbunden damit soll der über weite Strecken eingedolte Bubentalerbach offengelegt werden. Da der Nachtrag zur Zonenplanrevision gegenüber der ersten Auflage der Ortsplanungsrevision keine Grünzone mehr vorsieht, wird der Bach durch das Baugebiet mit beidseitigen nicht überbaubaren Gewässerabstandslinien gesichert. Damit kann gleichzeitig die aufgehobene Grünzone kompensiert werden.

Referendum nicht ergriffen

Gegen den Nachtrag zum Zonenplan ist das Referendum nicht ergriffen worden. Die Frist ist am 1. Mai unbenutzt abgelaufen. Dies bedeutet jedoch nicht das Ende der Verfahren. Denn die Einsprachen, die während der klassischen öffentlichen Auflage des Nachtrags im November und Dezember des vergangenen Jahres eingegangen sind, wurden vom Gemeinderat zwar abgewiesen, sind jedoch damit nicht erledigt. Den Einsprechern bleibt die Möglichkeit eines Rekurses beim kantonalen Baudepartement. Die entsprechende Korrespondenz werde im Verlauf der nächsten Woche an die Einsprecher verschickt, sagt Flawils Bauverwalter René Bruderer. Dann verbleibe eine Frist von vierzehn Tagen, um gegen den Entscheid des Gemeinderats zu intervenieren.

Möglichkeit des Rekurses

Sollte von diesem Recht Gebrauch gemacht werden, würde damit das ordentliche Einspracheverfahren auf Kantonsebene angestossen. Falls die Frist jedoch unbenutzt verstreichen sollte, könnte der Nachtrag zur Zonenplanrevision direkt dem kantonalen Amt für Raumentwicklung und Geoinformation zur Genehmigung eingereicht werden. Dies bedeutete dann wohl das Ende des weissen Flecks Mittlerer Botsberg.

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