«Boskoop» als Zankapfel

Verdichtete Bauweise, Gassen und Plätze, so wurde die «Philosophie Neualtwils» im Wettbewerb formuliert. Das Siegerprojekt «Boskoop» sieht Wohnbauten vor, die durch Wege und Plätze verbunden werden und durch die Platzierung der Gebäude kleine Einheiten bilden.

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Verdichtete Bauweise, Gassen und Plätze, so wurde die «Philosophie Neualtwils» im Wettbewerb formuliert. Das Siegerprojekt «Boskoop» sieht Wohnbauten vor, die durch Wege und Plätze verbunden werden und durch die Platzierung der Gebäude kleine Einheiten bilden. Gegen diesen Gestaltungsplan sind 78 Einsprachen eingegangen, ein Teil der Einsprechenden bemängelt das Fehlen dieser oft zitierten Philosophie. Neualtwil präsentiert sich mit nahe zusammengerückten Bauten.

Gleichmässig verteilte Wohnblöcke mit grösseren Abständen und mehr Wohngeschossen hingegen sieht das Projekt «Boskoop» vor. Die Architektur der Wohnbauten Neualtwil ist laut ihrem Verfasser nicht unter Denkmalschutz, dennoch sind die Wohnungen gut belegt, die Bewohner scheinen sich wohl zu fühlen. Die Einsprachen zeigen, dass den «Neualtwilern», auch solchen, die nicht direkt an das neu zu überbauende Gebiet anstossen, ihr Quartier wichtig ist. Sie setzen sich gemeinsam ein für ihre Sache und organisieren sich in einer Interessengemeinschaft.

Allein dieses Engagement lässt aufhorchen. Neualtwil verbindet in seiner Gestaltung, was der Name schon sagt: Zusammengerückte Häuser, wie sie auch in der Altstadt zu finden sind, damit dazwischen Raum bleibt zur gemeinsamen Nutzung. Eine alte Bauweise, die schon bald eine Renaissance erleben könnte, denn in der Schweiz muss verdichtet gebaut werden.

Ob moderne Einheitsgebilde die Lösung sind, oder Gestaltungsansätze wie dies in Neualtwil heute der Fall ist, darf aber sicher nicht allein durch Investoren bestimmt werden.

Monique Stäger

monique.staeger@wilerzeitung.ch