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Bombardier-Züge sollen auch in Wil anhalten

FV-Dosto Die neuen Doppelstock-Kompositionen der Firma Bombardier stehen unter keinem guten Stern. Die Lieferverspätung beträgt bereits mehr als vier Jahre. Die Probleme sind auch der Hauptgrund, wieso in Wil auf der Strecke Zürich – St. Gallen stündlich rund 40 Jahre altes Rollmaterial anhält.

Für rund 1,9 Milliarden Franken beschafft die SBB 62 Doppelstockzüge für den Fernverkehr. Sie sorgen mit bis zu 1300 Sitzplätzen auf maximal 400 Metern Länge für mehr Kapazität auf der stark befahrenen Ost-West-Achse. Die Triebzüge können dem Passagieraufkommen flexibel angepasst werden. So stehen für Verkehrsspitzen rund zehn Prozent mehr Sitzplätze zur Verfügung als bei den heutigen, längsten Doppelstock-Kompositionen. In Nebenverkehrszeiten können die Züge getrennt werden. Dadurch werden unnötige Leerfahrten vermieden, womit Energie und Kosten gespart werden können.

Das Bundesamt für Verkehr hat dem FV-Dosto eine befristete Betriebsbewilligung für das Schweizer Netz erteilt und damit bestätigt, dass der Zug sicher verkehren kann. Er soll ab dem Fahrplanwechsel im Dezember dieses Jahres als Interregio zwischen Zürich und Bern sowie auf der Strecke Zürich-St. Gallen-Chur eingesetzt werden. Der neue Doppelstöcker soll also auch in Wil halten. Nach dieser Einführungsphase kommen diese Züge gemäss den Plänen der SBB schrittweise auch zwischen St. Gallen-Bern-Genf und auf anderen Intercity-Linien zum Einsatz. Bis Ende 2018 könne die SBB mit der verspäteten Ausrangierung von Altfahrzeugen überbrücken, schreibt sie. Was passiert, wenn eine weitere Verzögerung der Auslieferung der FV-Dosto-Züge erfolgt, ist offen.

Bombardier muss drei Züge gratis herstellen

Doch was sind die Gründe für die Verzögerung? Bereits 2012 meldete Bombardier der SBB zwei Jahre Verzug. Einerseits wegen Problemen bei der Konstruktion des Wagenkastens, andererseits wegen eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts nach einer Beschwerde von einzelnen Behindertenverbänden. Diese hatten ein zusätzliches Behindertenabteil und einen Lift in den Speisewagen gefordert. Zwar gab das Bundesgericht der SBB nach einem Weiterzug des Urteils recht, Verzögerungen waren aber unausweichlich. Im November 2014 einigten sich SBB und Bombardier darauf, dass die Züge ab 2017 in den Einsatz gelangen. Seit Mai 2015 verkehren zwei Testzüge.

Bombardier muss wegen der Verzögerung kostenlos drei zusätzliche Züge liefern. Zu den Kosten, welche der SBB entstanden sind und entstehen, werden keine genauen Angaben gemacht. Sie seien durch Konventionalstrafen gedeckt, so die SBB. Über die Höhe hätten die Parteien Stillschweigen vereinbart.

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

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