Bösch reicht ihren Rücktritt ein

WIL. Sarah Bösch gibt dem Parlamentssekretariat heute ihre sofortige Demission als Wiler Stadtparlamentarierin bekannt. «Für mich schafft dieser Schritt die Möglichkeit, meine Kräfte für die Nationalratskandidatur einzusetzen», begründet sie den Schritt.

Hans Suter
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Sarah Bösch verlagert den Lebensmittelpunkt wieder nach St. Gallen. (Bild: pd/Marcello Engi)

Sarah Bösch verlagert den Lebensmittelpunkt wieder nach St. Gallen. (Bild: pd/Marcello Engi)

«Politisches Handeln sollte endlich wieder mehr von den eigenen Werten, von dem Bedürfnis, das eigene Umfeld aktiv mitgestalten zu können, dominiert werden», sagt Sarah Bösch. Die vergangenen Wochen und Monate hätten ihr mitunter schmerzhaft gezeigt, dass eine solche Motivation gerne in den Hintergrund tritt, wenn eine öffentliche Person zur medialen Zielscheibe werde.

«Schweren Herzens»

Sie habe sich entschlossen, aus dem Stadtparlament zurückzutreten, in der Hoffnung, damit der lokalen SVP zu neuem Schub verhelfen zu können. «Für mich schafft dieser Schritt gleichzeitig die Möglichkeit, meine Kräfte für meine Nationalratskandidatur einzusetzen», sagt Sarah Bösch. «Auch wenn ich mich nur schweren Herzens vom attraktiven Mandat einer Stadtparlamentarierin trenne, so ist es für mich doch die logische Konsequenz, einen endgültigen Schlussstrich unter die Ereignisse der vergangenen Wochen und Monate ziehen zu können – für alle Beteiligten», sagt die 33-Jährige.

Auch als Mutter entschieden

Sie werde in der Folge auch ihren Lebensmittelpunkt wieder nach St. Gallen verlagern und sich dort zu 100 Prozent für ihre politischen Themen einsetzen. «Diesen Wechsel vollziehe ich aber in erster Linie unter dem Gesichtspunkt einer alleinerziehenden Mutter», sagt Sarah Bösch. «Meiner Tochter wird es so ermöglicht, in ihrer gewohnten Umgebung und mit ihren langjährigen Bezugspersonen und Spielkameraden aufzuwachsen.» So könne sie ihre Tochter in ihrer Entwicklung besser begleiten, sowohl als Mutter als auch als Politikerin.

Sarah Bösch kandidiert als Parteilose auf der Liste 18 als Nationalrätin. Im Mittelpunkt stehen Bildungsthemen.