BOBSPORT: Hoffen auf athletischen Schub

Beat Hefti blickt zurück auf eine durchzogene Saison. Erfolgt im nächsten Winter keine Steigerung, droht dem Schwellbrunner eine Zuschauerrolle an den Olympischen Winterspielen 2018.

Arcangelo Balsamo
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Beat Hefti fuhr in der abgelaufenen Weltcupsaison nur einmal in die Top 15. (Bild: Andy Mueller/freshfocus (30. Dezember 2016))

Beat Hefti fuhr in der abgelaufenen Weltcupsaison nur einmal in die Top 15. (Bild: Andy Mueller/freshfocus (30. Dezember 2016))

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appenzellerzeitung.ch

Die Saison sei ungefähr so verlaufen, wie er sie im Vorfeld erwartet habe, sagt Beat Hefti nach dem letzten Rennen der Weltcupsaison im südkoreanischen Pyoengchang. Der Olympiazweite von Sotschi belegte mit seinem aktuellen Stammanschieber Sandro Ferrari zum Abschluss der Weltcupsaison den 18. Rang im Zweierbob. Es war sein bestes Resultat im Weltcup seit Dezember, als er in Winterberg mit Rang elf seine beste Saisonplatzierung erreicht hatte. An keinem weiteren Weltcuprennen, das Hefti bestritt, gelang ihm der Sprung in die Top 15. Dies spiegelt sich auch im Gesamtklassement der diesjährigen Weltcupsaison im Zweierbob, in welchem Hefti auf Rang 23 geführt wird.

Dass es in dieser Saison nie für absolute Spitzenplätze gereicht hat, hat vor allem mit dem Wechsel in Beat Heftis Team zu tun. Vor der Saison verkündete Alex Baumann, sein langjähriger Anschieber, mit welchem er in Sotschi die Silbermedaille gewann, dass er ins Team von Rico Peter wechsle. Seither besteht die Mannschaft Heftis aus jungen Athleten, die noch kaum Erfahrungen sammeln konnten im Bobsport. «Für gewöhnlich dauert es drei bis fünf Jahre, bis man als Anschieber das nötige Niveau erreicht, um gute Platzierungen im Weltcup zu erzielen», erklärt der 39-Jährige.

Das Problem ist, dass Hefti diese Zeit nicht hat. Bereits in 320 Tagen werden die nächsten Olympischen Winterspiele in Pyoengchang eröffnet. Das Ticket für die Spiele erhält auch ein erfahrener Pilot wie Hefti nicht einfach so. «Wenn ich in der nächsten Saison nicht die erforderlichen Resultate einfahren kann, dann werde ich nicht für die Olympischen Spiele selektioniert.»

Dennoch werde er es auch im nächsten Winter mit seiner jungen Mannschaft versuchen, so der Schwellbrunner. «Ich hoffe auf einen athletischen Schub bei meinen jungen Anschiebern. Dieser Aspekt ist besonders am Start sehr wichtig.» Für eine Selektionierung benötige er zwei Platzierungen in den Top acht, so Hefti. Dies zu erreichen, sei nicht einfach, da mittlerweile extrem viele Nationen an der Spitze mitfahren könnten.

Kurs mit vielen Kurven

Dabei würde die Olympiabahn, auf der beim Saisonabschluss erstmals ein Bobrennen ausgetragen wurde, dem Appenzeller entgegenkommen. «Der Kurs ist höchst interessant und besteht aus sehr viele Kurven. Entsprechend liegt viel Zeit auf der Strecke, was mir liegen würde. Besonders in den Kurven zwei und drei und im Bereich der Kurven neun bis zwölf kann man mit einer guten Ausfahrt Zeit gutmachen», so sein erster Eindruck. Ausserdem fügt er an, dass es sich um eine sichere Strecke handle. «Es gab kaum Stürze. Höchstens zwei oder drei.»

Dass er in Südkorea bei einer allfälligen Olympiateilnahme mit Alex Baumann am Start steht, könne man nicht ausschliessen. «Die Chancen dafür sind jedoch sehr klein», sagt Hefti. «Unmöglich ist es jedoch nicht. Bei Grossanlässen entscheidet der Verband, wer mit wem im Schlitten sitzt.» Da spiele es auch keine Rolle, bei welchem Team man unter Vertrag stehe. «Im Gegenzug erhält der Pilot, der einen seiner Anschieber abgibt, vom Verband Unterstützung. Wie diese aussieht, wissen jedoch jeweils nur der Verband und der Pilot», erklärt Beat Hefti, der in den vergangenen Tagen bereits mit den ersten Vorbereitungen für die bevorstehende Olympiasaison begonnen hat.