«Bleibe dem Verein erhalten»

Beim Curling Club Uzwil tritt an der heutigen HV Marco Ruch als Präsident zurück. Zehn Jahre hat er sein Amt ausgeführt. Sein Nachfolger ist bekannt und Heisst Marc Stäheli.

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Herr Ruch, Sie treten heute als Vereinspräsident zurück. Sind Sie froh darüber, diese Bürde loszuwerden?

Marco Ruch: Nein, keineswegs. Ich habe das Präsidentenamt seinerzeit gerne angenommen und ich hoffe, dass ich meine Arbeit vor allem zugunsten des Vereins und der Mitglieder in deren Sinn ausgeführt habe. Ich habe diese Tätigkeit stets gerne ausgeübt.

Bei jemandem, der Ruch heisst und der etwas aufhört, stellt sich automatisch die Frage, was er wo als Nächstes anpackt.

Ruch: Diesbezüglich ist gar nichts geplant, solche Spekulationen kann ich nicht nähren. Ich werde dem Verein aber auf jeden Fall erhalten bleiben und diesen im Hintergrund gerne unterstützen, wenn er mich braucht. Ich möchte mich jedoch künftig wieder etwas um den Sport an sich kümmern und vermehrt auch wieder selber spielen. Zudem übe ich ja noch das Amt des Teamcoaches unseres Juniorinnenteams aus und diese Tätigkeit verlangt auch eine gewisse freie Zeit. Noch spielen zwei meiner Mädchen in diesem Team und ich möchte sie mit ihren Kolleginnen gerne weiter auf ihrem Weg im Curlingsport begleiten und unterstützen.

Und eine Tochter hat eben erst in ein Spitzenteam nach Deutschland gewechselt. Also wird sich Marco Ruch auch in Zukunft zwei- oder dreiteilen müssen?

Ruch: Vorerst gilt mein Augenmerk meinen Mädchen, die hier in der Region oder in der Schweiz spielen. Wenn es Kerstin jedoch schafft, an den Weltmeisterschaften zum Einsatz zu gelangen, werde ich garantiert als Zuschauer mitfiebern und sie unterstützen wo ich kann.

Der Curlingclub Uzwil verfügt je über ein Herren- und Damenteam in der NLA. Der Nachwuchs kämpft auch schon um nationale Medaillen. Was denken Sie, ist im Curling Club Uzwil alles noch möglich?

Ruch: Die Perspektiven sind ausgezeichnet. Die Spitzenteams trainieren intensiv und geben sich enorm motiviert. Somit kann ich mir ganz gut vorstellen, dass es in absehbarer Zeit einmal für eine Medaille an der Schweizer Meisterschaft reicht. Aber alles braucht Zeit und Geld, vor allem Zeit. Wir müssen unseren «Uzwiler-Weg» weitergehen und uns von diesem nicht abbringen lassen. Geduld und Ausdauer sind gefragt.

Curling Uzwil im Aufwärts-, Curling Schweiz im Abwärtstrend. Können die Uzwiler einen Beitrag dazu leisten, dass es auch im Nationalen Curlingsport wieder aufwärts geht?

Ruch: Würden wir gerne. Verbandsstrukturen und Swiss Olympics behindern sich jedoch zu stark und verhindern – mindestens was das Momentum angeht – derartige Erfolge, wie wir sie noch vor wenigen Jahren auf internationaler Ebene feiern konnten.

Ihr Bruder war als Vereinspräsident Ihr Vorgänger und übte in der Folge eine Verbandstätigkeit aus. Ist es möglich, dass Sie nach einer Pause ebenfalls einmal diesen Weg bestreiten?

Ruch: Stand heute ist das für mich unvorstellbar. Man soll jedoch nie «nie» sagen. Bevor ich jedoch ein Amt im Verband übernehmen würde, müsste es gravierende Änderungen gegeben haben. Ich müsste auch mehr Zeit für ein solches Amt haben und diesbezüglich sehe ich beruflich keine Möglichkeiten dazu.

Zehn Jahre haben Sie Ihr Amt als Präsident des Curling Club Uzwil ausgeführt. Sie gehörten zu jenem Team, welches sich an vorderster Front für eine neue Vier-Rink-Halle verdient gemacht hat. Hat dieses Team alles richtig gemacht?

Ruch: Kommen Sie in die Halle und schauen Sie sich um. Dann bekommen Sie die Antwort auf diese Frage. Spass beiseite: Der CC Uzwil darf stolz auf die neue Halle sein. Und ich bin stolz auf das Team, das viel Herzblut und grosses Engagement in den Neubau gesteckt und seinen Beitrag zum Gelingen beigetragen hat.

Einfach war es seinerzeit ja nicht, die Mitglieder vom geplanten Neubau zu überzeugen. Es hat aus diesem Grund auch Austritte aus dem Verein gegeben?

Ruch: Wir konnten dank einem guten Projekt und einem vernünftigen Finanzierungsplan die meisten Mitglieder überzeugen. Schade, dass es trotzdem einige Austritte gegeben hat. Unterdessen konnten wir aber zahlreiche Neueintretende begrüssen und diese beleben und bereichern unser Vereinsleben.

In Wil haben der FC Wil-Präsident Roger Bigger und der EC Wil-Präsident Daniel Kamber wohl ganz andere Brocken mit dem Bergholz-Neubau zu bewältigen, als Sie es mit Bau einer neuen der Curlinghalle hatten?

Ruch: Es ist richtig, dass ich mit diesen beiden Vereinspräsidenten nicht tauschen möchte. Aber vergleichbar sind diese beiden Projekte in keiner Art und Weise. In Wil wird den beiden Vereinen eine Infrastruktur zur Verfügung gestellt, zu der sie auch ihren – nicht unwesentlichen – Beitrag leisten müssen. Wir mussten unsere Halle – bis auf einen Beitrag der Gemeinde – selber bauen und auch selber bezahlen.

Ende gut, alles gut. Was wird Ihr Jahresbericht heute Abend schwergewichtig beinhalten?

Ruch: Auch wenn das Vereinsjahr 2012/13 für den CC Uzwil ein erfolgreiches war, werde ich mir erlauben, einen Rückblick auf meine zehn Jahre als Präsident zu machen. Er wird aus diesem Grund auch ein bisschen länger als üblich.

Und was wird im Zentrum Ihres Berichtes stehen?

Ruch: Dank unserer Clubzeitung «Dolly Shot» bin ich auf einiges gestossen, was mir selber gar nicht mehr so in Erinnerung geblieben ist. Das eine oder andere Aha-Erlebnis ist deshalb garantiert.

Interview: Urs Nobel