Birnen, Zwetschgen oder Liköre– 79 Ostschweizer Edelbrände in Flawil ausgezeichnet

141 Edelbrände wurden an der Ostschweizer Edelbrand-Degustation 2020 eingereicht. 79 davon erhielten am Montagabend im Landwirtschaftlichen Bildungszentrum Mattenhof in Flawil eine Auszeichnung.

Christof Lampart
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Sie stammen aus der Region und erhielten für ihre Edelbrände Bestnoten, von links nach rechts: Bruno Niedermann (Niederbüren), Lukas Wirth (Niederstetten), Reinhard Ketterer (Zuzwil), Ursi Koch (Braunau), Andi Spichtig (Wilen) und Monika Lehner (Braunau).

Sie stammen aus der Region und erhielten für ihre Edelbrände Bestnoten, von links nach rechts: Bruno Niedermann (Niederbüren), Lukas Wirth (Niederstetten), Reinhard Ketterer (Zuzwil), Ursi Koch (Braunau), Andi Spichtig (Wilen) und Monika Lehner (Braunau).

Bild: Christof Lampart

Die zum zehnten Mal und im Zweijahresrhythmus durchgeführte Prämierung fand am selben Ort statt wie auch die Degustation am 22. August. Zwölf erfahrene Prüferinnen und Prüfen verkosteten im Mattenhof 141 Edelbrände aus den Kantonen St. Gallen, Thurgau, Graubünden, Glarus, Zürich und Appenzell Ausserrhoden. Den Brennauftraggebern und Brennern wurde so die Möglichkeit geboten, ihre Brände beurteilen zu lassen. Zugleich sollen mit der Prämierung die Hersteller dazu angespornt werden, ihre Brände in jeglicher Hinsicht verbessern zu wollen.

Grössere Auswahl und bessere Produkte

Und dies schien in den letzten zwei Jahren ganz gut gelungen zu sein, denn Richard Hollenstein, Leiter der Fachstelle Obstbau am Landwirtschaftlichen Zentrum in Flawil, betonte, dass er «sehr beeindruckt über die Innovation bei der Edelbrandherstellung» sei. Dass sich in den letzten Jahrzehnten wandelnde Konsumverhalten spiegle sich mittlerweile im Angebot wider – und zwar nicht nur bezüglich der Qualität der Brände, sondern auch hinsichtlich der Produktevielfalt. Zu den klassischen Fruchtbränden aus Apfel, Birnen, Quitte, Zwetschgen, Kirschen oder Trauben gesellen sich heute Whisky, Wodka, Gin, Rum, Vieille-Produkte und auch Liköre. Hollenstein freute sich:

«Die Auswahl an Bränden wird somit stets grösser, was sicher den Verkauf und die Kundenbindung fördert.»

Auch aus der Region Fürstenland/Hinterthurgau konnten sechs Produzenten eine Auszeichnung entgegennehmen. Drei davon, nämlich Monika Lehner (Braunau, Beerenlikör), Bruno Eschmann (Niederbüren, Gin) und Lukas Wirth (Niederstetten, Apfel) zogen als Gruppensieger in ihrer Kategorie sogar das grosse Los bei dieser Prämierung.

56 Prozent mit Prädikat «Auszeichnung»

Bei der Verkostung gingen die Prüfer in Dreiergruppen und nach dem 20-Punkte-System vor. Dieses vergibt für die vier Kategorien Sauberkeit, Geruch, Geschmack und Gesamteindruck je maximal fünf Punkte, so dass theoretisch eine Traumnote von 20 Punkten möglich wäre. Nebst der Note gaben die Experten auch eine kurze schriftliche Charakterisierung der Edelbrände ab, welche das Gesamtbild des Urteils abrundete.

Schnäpse, die mehr als 16 Punkte erreichten, erhielten eine Auszeichnung. Total konnte an 79 eingereichten Bränden (56 Prozent) eine Auszeichnung abgegeben werden. Die so bewerteten Hochprozentigen massen sich jeweils anschliessend im «Stechen» in ihrer Kategorie (Apfel, Birne, Traube/Traubentrester/Weinbrand, Pflaume/Mirabelle/Aprikose, Quitte, Kirsch, Zwetschge, Wild/Wurzeln, Gin, Spirituosen, Whisky/Getreide, Vieille und Liköre) um den Gruppensieg. Bei dieser Ausmarchung hatte jeder Juror je eine Stimme je Kategorie.

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