Biorender: Versteigerung im März

Bei der konkursiten Münchwiler Biogasproduzentin Biorender AG kommt es voraussichtlich noch im März zur Versteigerung. Dann dürfte sich zeigen, ob und in welcher Form der Betrieb weitergeführt wird.

Hans Suter
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Die Biogasanlage der Biorender AG im Spätsommer vergangenen Jahres. Damals sah es noch so aus, als liesse sich der Konkurs vermeiden. (Bild: Hans Suter)

Die Biogasanlage der Biorender AG im Spätsommer vergangenen Jahres. Damals sah es noch so aus, als liesse sich der Konkurs vermeiden. (Bild: Hans Suter)

MÜNCHWILEN. Nachdem am 9. Oktober 2014 der Konkurs über die Biorender AG verhängt worden war, konnten die Gläubiger bis zum 3. Dezember ihre Forderungen eingeben. Gegenwärtig wird der Kollokationsplan erstellt. Jürg Wacker vom Konkursamt des Kantons Thurgau geht davon aus, dass dieser im Laufe Herbst/Winter diesen Jahres vorliegt. Zuvor aber kommt es zur öffentlichen Gant. Laut Jürg Wacker dürfte dies im März der Fall sein.

Biogasanlage zu kaufen

Zur Versteigerung steht die Liegenschaft Nr. 413 mit Gebäuden und Zugehör im Gebiet Sigensee in Münchwilen. Ein aussergewöhnlicher Fall auch für Jürg Wacker. «Ich weiss nicht, ob schon jemals ein Konkursamt in der Schweiz eine Biogasanlage versteigert hat», sagt er. In der Tat: Zur Versteigerung gelangen nicht nur die Gebäude und Grundstückflächen, sondern mit dem sogenannten Zugehör auch die Vergärungsanlage und die Aufbereitungsanlage zur Herstellung von Biogas.

Umfassender Gebäudekomplex

An Gebäuden umfasst das Grundstück einen Maschinenraum Abwasser, ein Bürohaus, ein Betriebsgebäude, ein Klärbecken mit Betriebsgebäude, eine Tiersammelstelle, und übrige festigte Flächen von gut 4200 Quadratmetern. Das Lastenverzeichnis liegt den beteiligten Gläubigern bis zum 2. Februar beim Konkursamt des Kantons Thurgau in Frauenfeld zur Einsichtnahme auf. Klagen auf Anfechtung des Lastenverzeichnisses sind bis 29.Januar beim Bezirksgericht Münchwilen in Eschlikon anhängig zu machen.

Zukunft noch ungewiss

Gegenwärtig wird die Anlage in Münchwilen, in der tierische Nebenprodukte und Speisereste zu Biogas vergärt werden, vom Herisauer Unternehmen Jakob Bösch AG weitergeführt. Er verfügt über einen Mietvertrag für die Dauer eines Jahres. Dieser Vertrag muss vom Käufer der Liegenschaft übernommen werden. Das produzierte Biogas wird bis auf weiteres von der Stadt St. Gallen zu einem festgelegten Preis abgenommen. Gegenwärtig wird die auf tiefem Niveau arbeitende Anlage wieder langsam nach oben gefahren. Ein Signal, dass Jakob Bösch die Anlage übernehmen will? «Wir sind interessiert», sagt Jakob Bösch. Er will sich aber noch nicht offen in die Karten schauen lassen. Er begründet dies mit den Worten: «Ob und zu welchem Preis wir den Zuschlag erhalten werden, lässt sich nicht voraussagen.» Sollte die Anlage in seinen Besitz gelangen, will er sie weiterführen. «Allerdings mit gewissen Anpassungen», wie er sagt, ohne näher darauf einzugehen. Zurzeit klärt er mit den einstigen Vertragsgemeinden ab, ob sie wieder Gas abnehmen würden.