Biodiversität
«Biodiversität macht Schule»: Flawil wird für seine Schulareale sechsfach ausgezeichnet

Die Aussenräume von Schulanlagen sollen mehr bieten als Spielmöglichkeiten. Um die Bedeutung der Umgebungsqualität für die Befindlichkeit der Lernenden aufzuzeigen und Anreize zur Neugestaltung zu geben, werden Vorzeigeobjekte im Kanton St.Gallen und dem Fürstentum Liechtenstein ausgezeichnet.

Andrea Häusler
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Flawils Schulratspräsident Christoph Ackermann (links) und Alfred Brülisauer, Vorstandsmitglied des WWF Appenzell, St.Gallen, Thurgau, bei der Plaketten-Übergabe auf dem Areal der Schulanlage Grund.

Flawils Schulratspräsident Christoph Ackermann (links) und Alfred Brülisauer, Vorstandsmitglied des WWF Appenzell, St.Gallen, Thurgau, bei der Plaketten-Übergabe auf dem Areal der Schulanlage Grund.

Bild: Andrea Häusler

Eine Schaukel, eine Wippe, vielleicht ein Sandkasten und eine Lattenkonstruktion als Fussballtor. Die Zeiten der spartanisch ausgestatteten Spiel- und Pausenplätze ist lange vorbei. Klettergerüste, Baumhäuser, Hängebrücken, Vogelnester, aber auch Brunnen, Wasserläufe, Pflanzen und Bäume haben die Freiflächen auf den Schulgeländen zu eigentlichen Spielparadiesen gemacht. Doch damit nicht genug: Erlebnisräume heisst der Trend der Zeit.

Wert der Natur vor dem Klassenzimmer

«Ein ideales Schulhausareal muss aus Lernbereichen, Erfahrungsfeldern, Naturflächen, Bewegungslandschaften und Erholungsräumen bestehen», schreibt die WWF-Sektion Appenzell, St.Gallen, Thurgau, in der Broschüre «Biodiversität macht Schule», die gemeinsam mit Bioterra und der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz herausgegeben wurde und zur Gestaltung naturnaher Pausenareale motivieren soll.

Martin Zimmermann, Geschäftsführer beim WWF und Projektleiter Biodiversität, formuliert das so: «Eine naturnahe und bewegungsfreundliche Schulhaus- oder Kindergartenumgebung tut den Kindern gut. Sie können beobachten und lernen, die Natur zu achten. Die Schülerinnen und Schüler entdecken Rückzugnischen, Spielflächen animieren zu Bewegung und sozialer Gemeinschaft, gestaltete Räume förderten die Kreativität und Fantasie.» Für die involvierten Organisationen Anlass genug, Kindergärten und Schulen zu würdigen, die den Lernenden biodiverse Aussenräume, ein Stück Natur vor dem Klassenzimmer bieten.

Bewerbung ist weiterhin möglich

36 «vorbildliche Schulanlagen» wurden bisher mit einer E-Mail-Plakette ausgezeichnet, 20 befinden sich im Kanton St.Gallen und sechs davon in Flawil.

Die prämierten Anlagen befinden sich auf den Kindergarten- und Schularealen Grund (2) sowie Feld (2), beim Schulhaus Alterschwil (1) sowie beim Kindergarten Egg (1). Die Spielplätze «Enzenbühl» und «Botsberg» seien zum Zeitpunkt der Bewerbung noch nicht fertiggestellt gewesen, sagte Schulratspräsident Christoph Ackermann an der Schilder-Übergabe. Es liegt auf der Hand, dass er auch für dieses Qualitätsplaketten im Visier hat. Denn bewerben können sich Schulgemeinden weiterhin oder sich zu einer biodiversen Neugestaltung ihrer Schulumgebungen motivieren lassen. Anreiz dazu bietet ein 200-Franken-Gutschein, den sich die (Schul-)Gemeinden bei einer Beratung durch eine Gartenbaufirma anrechnen lassen können.

Plaketten für St.Peterzell und Degersheim

Neben den sechs Flawiler Schulanlagen wurden im Einzugsgebiet dieser Zeitung zwei weitere Umgebungsprojekte ausgezeichnet: das Areal des Schulhauses Oberes Neckertal in St.Peterzell und jenes des Kindergartens Bachstrasse in Degersheim.

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