BILLARD 30 JAHRE ERFAHRUNG UND ERFOLGE AN SCHWEIZER MEISTERSCHAFTEN ZEICHNEN DEN GAISER: Kugeln auf Kollisionskurs

Albert Kehl aus. Morgen tritt er mit seinem Team gegen eine Luzerner Mannschaft an.

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Im St. Galler Billardclub trainiert der Gaiser Albert Kehl für die bevorstehenden Turnierspiele. (Bild: Michel Krüsi)

Im St. Galler Billardclub trainiert der Gaiser Albert Kehl für die bevorstehenden Turnierspiele. (Bild: Michel Krüsi)

«Jetzt spielen wir mal eine Partie», mit diesen Worten beginnen der Gaiser Albert Kehl und ich ein Spiel Carambolage. Dies ist eine Billard-Variante ohne Taschen am Tisch und nur mit drei Kugeln. Das Ziel besteht darin, mit einer Kugel die zwei anderen Kugeln zu berühren. Gelingt dies, erhält der Spieler einen Punkt und darf seine Serie fortsetzen. Ansonsten kommt der Gegner an die Reihe.

Wer die abgemachte Punktzahl zuerst erreicht oder nach der letzten Aufnahme mehr Punkte hat, gewinnt. Protokolliert werden sowohl Punkte als auch die Aufnahmen, die besagen, wie oft ein Spieler an den Tisch kam.

Ich bin nur mit Poolbillard vertraut und kann mich nicht mit grossen Erfolgen rühmen. In meinem Freundeskreis bin ich dafür bekannt, gerne aus Versehen die schwarze Kugel zu versenken, egal ob frühzeitig oder in das falsche Loch. Entsprechend gross war die Freude, auf durchgehende Banden zu treffen und meine Nemesis, die schwarze Kugel, nicht vorzufinden. Gespielt wurde im Lokal des St. Galler Billardclubs. Ein klarer Heimvorteil für Albert Kehl. 30 Jahre Erfahrung, Erfolge an Schweizer Meisterschaften und unzählige Trainingsstunden standen mir beim Testspiel gegenüber. Trotz fehlender Vorkenntnisse wurde mir schnell bewusst, dass ich an diesem Abend nicht mit Samthandschuhen angefasst werde. Der geübte Gaiser brillierte und siegte 15:5 nach zehn Aufnahmen. Dank seiner Anweisungen und Ratschläge erzielte ich immerhin fünf Punkte.

Turniere und Veranstaltungen

«Die guten Spieler sind konstant, trainieren viel und greifen auf ihre Erfahrungen zurück», erklärt der 59-Jährige. Zurzeit bestreitet Albert Kehl mit zwei weiteren Clubmitgliedern die Mannschaftsmeisterschaft. Erste Erfolge wurden schon verzeichnet. Beim Heimspiel gegen die Mannschaft aus Lausanne siegten die St. Galler kürzlich 12:6. Das nächste Spiel erfolgt morgen Samstag gegen eine Mannschaft aus Luzern im Billardclub in St. Gallen. Insgesamt treten neun Mannschaften aus der ganzen Schweiz an.

An Turnieren werden drei Varianten gespielt: Freispiel, Einband und Dreiband. Im Freispiel müssen nur die beiden Kugeln berührt werden, die einzige zusätzliche Regel ist, dass nicht alle drei Kugeln in einer Ecke liegen dürfen, sodass man schnell Punkte machen kann. Deswegen muss immer eine Kugel ausserhalb der Eckenmarkierung liegen. Bei Einband und Dreiband muss der Spielball entweder eine oder drei Banden vor dem Zusammenstoss mit der dritten Kugel berühren. Für Albert Kehl steht der Sieg an der Schweizer Meisterschaft nicht im Fokus, «man spielt zum Plausch, die Meisterschaft zu gewinnen, wäre ein zusätzlicher Bonus.»

Obwohl Turniere und Veranstaltungen rund um die Billard-Variante Carambolage stattfinden und geplant sind, nimmt die Mitgliederanzahl in vielen Vereinen ab. «Dies liegt an den altersbedingten Abgängen und mangelndem Interesse jüngerer Generationen», begründet Kehl.

Nach langer Zeit wieder einmal einen Queue in der Hand zu halten, löste einige vertraute Erinnerungen aus. Viele Nachmittage wurden mit Freunden am Billardtisch verbracht. Eins hat sich bis heute nicht verändert: Ich bin und bleibe ein konstanter Verlierer. (mic)