Schule
Abschaffung des Flawiler Schulrats: FDP findet Mängel an gemeinderätlicher Alternative

Die FDP Flawil hat sich hinsichtlich des Vernehmlassungsberichts zur Ablösung des Schulrates mit der Führungsreorganisation der Schule Flawil befasst und festgestellt: Die Zielrichtung stimmt, doch viele Fragen sind noch offen.

Andrea Häusler
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Der Schulrat soll durch eine Bildungskommission abgelöst werden. So zumindest schlägt dies der Gemeinderat vor. Die Bevölkerung, aber auch Parteien und Verbände haben nun die Möglichkeit, sich zum Vorhaben zu äussern.

Der Schulrat soll durch eine Bildungskommission abgelöst werden. So zumindest schlägt dies der Gemeinderat vor. Die Bevölkerung, aber auch Parteien und Verbände haben nun die Möglichkeit, sich zum Vorhaben zu äussern.

Bild: Andrea Häusler/18. Mai 2016

Die Meinungen am öffentlichen Online-Parteistamm waren einheitlich: Eine Anpassung der Flawiler Schulführungsstruktur ist überfällig. Denn der Wechsel zur Einheitsgemeinde im Jahr 2009 degradierte den Schulrat zu einer von der Bürgerschaft gewählten Kommission des Gemeinderats, «zu einem grossen Gremium, das wenig zu sagen hat», wie es am Montagabend hiess. Die operativen Aufgaben obliegen den professionellen Schulleitungen, die wichtigen Entscheidungen und die Finanzbeschlüsse dem Gemeinderat. Geschlossen wurde auch festgestellt: «Die Richtung stimmt.»

So einig man sich im Grundsatz war, so differenziert waren die Ansichten über die Form der neuen Führungsorganisation. Nach der Prüfung verschiedener Modelle hatte der Gemeinderat das Instrument «Bildungskommission» favorisiert und in die öffentliche Vernehmlassung geschickt. Dabei soll Schulrat soll durch eine Bildungskommission abgelöst werden, in der, nebst dem Schulratspräsidenten/der -präsidentin, zwei Vertreter des Gemeinderats sowie zwei Fachpersonen mit Wohnsitz in Flawil stimmberechtigt sind. Hinzu kommen, mit beratender Stimme, eine Vertretung der Schulleitungskonferenz, der Lehrerschaft sowie der Schulverwalter bzw. die Schulverwalterin. Die operativen Aufgaben liegen bei der Schulleiterkonferenz.

Gleichzeitige Überprüfung der Gemeindeorganisation

Unabhängig vom Entscheid über das neue Schulführungsmodell wurde seitens einiger FDP-Mitglieder die Vorgehensweise in Frage gestellt: Warum die Schule isoliert betrachten, statt die Chance nutzen, die Gesamtstruktur der Gemeinde, die Zusammenhänge der Schule mit den Bereichen und Geschäftsfeldern des Gemeinderats strukturell zu überprüfen? Oder: Machte eine Zusammenlegung der Schulverwaltung mit der Gemeindekanzlei Sinn? Liesse sich das Lohnwesen zusammenfassen? Die Frage, ob die innerbetriebliche Organisation des Gemeindehauses tatsächlich noch zeitgemäss ist, müsste zumindest gestellt werden, wurde argumentiert.

Mut zu grundlegender Veränderung

Umfassender denken ist das eine. Das andere ist der Mut, die Vergangenheit definitiv zu verabschieden und eine Schulführungsstruktur zu schaffen, die sich in erster Linie an der Qualität der Schule orientiert. Selbst wenn sich mit dem harten Schnitt die angestrebte Kostenneutralität nicht halten liesse.

Per se schlecht kommt das gemeinderätliche Modell «Bildungskommission» bei der FDP nicht weg. Kritisiert wurden jedoch die unzureichend definierten Aufgaben der Kommission. «Wenn diese weitgehend identisch sind mit jenen des heutigen Schulrats, haben wir wieder ein Gremium, das nichts zu sagen hat», wurde gesagt. Dann wäre die schlanke, effiziente Variante B1, welche nebst dem (gewählten) Schulpräsidenten/der -präsidentin eine Geschäftsleitung vorsieht, wohl die bessere Wahl, hiess es.

Mehrbelastung der Gemeinderäte

Für die FDP ist klar: Wenn eine Bildungskommission, dann müssen die Funktionen der Mitglieder strategischer ausgelegt sein. Prüfenswert wäre ausserdem eine Stärkung der Volksvertretung durch das Aufstocken des Gemeinderats. Umsomehr, als die Mehrbelastung der beiden in der Kommission vertretenen Räte rasch zu einer Diskussion über die Pensen führen werde. Ohnehin, wurde festgestellt, sei die «Schule» mit dem Schulpräsidenten sowie Lehrer-, Schulleiter- und Aktuariatsvertretern in der Bildungskommission tendenziell übervertreten. Braucht es im Gremium überhaupt Schulleiter- und Lehrervertreter?

Qualifikation statt Wohnsitzpflicht

Kritisch beurteilt wurde auch die Wohnsitzpflicht der beiden «Fachleute» in der Kommission. «Nicht der Wohnort Flawil, sondern die Qualifikation müsse massgebend sein – sonst ist keine Professionalisierung möglich», wurde argumentiert. So oder so, hiess es, müsse die Kommission politischer werden. Denn bei der Schule gehe es nicht zuletzt um viel Geld: um den grössten Posten im Budget der Gemeinde.

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