BILDUNG: Umbau hat Umzug zur Folge

Die Kits Tagesschule Wil ist eine kantonal anerkannte Privatschule. Nun muss aber der Spielplatz einer Autowaschanlage weichen. Darum wird der Umzug nach Bronschhofen unausweichlich.

Joel Räbsamen
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Die weissen Schilder deuten es an: Im Klassenzimmer wird in Schriftsprache oder Englisch kommuniziert. (Bild: Joel Räbsamen)

Die weissen Schilder deuten es an: Im Klassenzimmer wird in Schriftsprache oder Englisch kommuniziert. (Bild: Joel Räbsamen)

Joel Räbsamen

joel.raebsamen@wilerzeitung.ch

Im Industriegebiet von Wil, zwischen der Larag und Migros Do it + Garden, hört man Kinder beim Spielen. In einem von aussen klein anmutenden Gebäudeteil befinden sich die zweisprachige Kits Tagesschule und Kindertagesstätte. Im Inneren etwa zwölf Klassenzimmer und zirka sechs Gruppenzimmer untergebracht. Auf drei Stockwerken hat es Platz für 42 Kinder in der Tagesstätte und knapp 50 Lernende in der Tagesschule.

Die Gebäudestruktur ist nicht für eine Schule konzipiert, und es gibt viele lange Gänge und Treppen. Doch das wird sich ändern. Im Sommer ziehen die Schule und die Tagesstätte nach Bronschhofen an die Industriestrasse im Gebiet Ebnet. Dort erwartet die Kinder in einem Gewerbe- und Industriebau 50 Prozent mehr Fläche.

Umzugsentscheid ist kurzfristig gefallen

Laut der Betriebsleiterin der Tagesstätte und Schulleiterin der Tagesschule, Gabriela Fieseler, ist der Umzug schon seit langem in Planung. Der jetzige Standort sei nicht perfekt und der Platz beschränkt. «Der definitive Entscheid für einen neuen Standort ist aber trotzdem sehr kurzfristig gefallen», sagt Gabriela Fieseler. Der Grund ist, dass sich die Situation des Aussenbereichs ändert. Wo heute die Kinder auf einer Wiese Fussball spielen und sich eines Spielplatzes erfreuen, soll eine Autowaschanlage gebaut werden. Grundstückbesitzerin ist die Larag. Den Vertrag für die neue Liegenschaft unterschrieb die Kits vor eineinhalb Monaten. Mitte August wird dort bereits der Unterricht beginnen. Jedoch gibt es noch einiges zu stemmen, finanziell und arbeitstechnisch. Aus diesem Grund ist die Kits auch auf Hilfe von Spendern und Sponsoren angewiesen. Viele Eltern haben sich bereit erklärt, der Kits mit einem Arbeitseinsatz unter die Arme zu greifen. «Ein Neubau und dessen Finanzierung wäre einfacher gewesen», sagt Gabriela Fieseler, «aber wir konnten kein geeignetes Bauland finden.» Der neue Standort bietet eine Lösung für viele der heutigen Probleme. So wird neu der ganze Bereich der Kits auf einer Etage situiert, durch einen neuen Eingang wird die Schule auch rollstuhlgängig. Zudem verbessert sich die Parkplatzsituation deutlich. Gabriela Fieseler beschreibt die neuen Räumlichkeiten als grösser und heller. «Das Gebäude bietet mehr Platz für individuelles Lernen und ist nahe bei der Natur», sagt Gabriela Fieseler. Der neue Standort sei durch die Nähe zum Bahnhof gut erschlossen, gleichzeitig aber viel ruhiger als der gegenwärtige, sagt die Betriebsleiterin.

Mütter sollen berufstätig bleiben können

Gabriela Fieseler startete mit der Tagesschule im Jahr 2005, ein Jahr später folgte die Tagesstätte. Für sie war einer der Beweggründe ihre eigene Erfahrung. Sie war als Mutter von drei Kindern immer berufstätig. «Für mich ist es wichtig, dass beide Elternteile ihre Unabhängigkeit behalten, also berufstätig bleiben können. Das ist in der heutigen Zeit ohne ausserfamiliäre Betreuung oft schwierig», sagt Gabriela Fieseler. Sie wolle einen Ort schaffen, an den die Kinder gerne gehen, und die Eltern sie mit einem guten Gefühl und professioneller Betreuung überlassen können. Die Kits befasst sich mit der Förderung von Kindern von der Babygruppe bis zur Oberstufe. Im Fokus steht eine gesamtheitliche- und nach Stärken orientierte Förderung von Schülern. Mit der Freude am Lernen steige auch die Bereitschaft, an den eigenen Schwächen zu arbeiten.

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