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«Bildung stärkt Persönlichkeit»

Mit der Kandidatur als Schulratspräsident möchte Erich Wagner (CVP) seinen Berufsweg im Bildungsbereich fortsetzen. Er nimmt Stellung zu Oberstufenreform, Sonderpädagogik und anderen bildungspolitischen Fragen.
Erich Wagner möchte Uzwils Schulen weiterentwickeln. (Bild: stu.)

Erich Wagner möchte Uzwils Schulen weiterentwickeln. (Bild: stu.)

Herr Wagner, worin besteht Ihre Motivation, für das Amt des Schulratspräsidenten zu kandidieren?

Erich Wagner: Da ich für dieses Amt über das nötige Know-how im Bildungsbereich verfüge und mehrjährige Führungserfahrung als Schulleiter mitbringe, fühle ich mich der Herausforderung gewachsen. Zudem ist es eine einmalige Chance, dass ich mich als Uzwiler im Gemeinderat für die Anliegen der Bevölkerung einsetzen und speziell die Schulen weiterentwickeln kann.

Und wie wollen Sie diese Herausforderung bewältigen?

Wagner: Im System «Schule» steht der Mensch im Mittelpunkt. Ich möchte mit allen Beteiligten beste Voraussetzungen schaffen, um den Lernprozess der Kinder und Jugendlichen optimal zu gestalten. Weiter möchte ich mit dem Schulrat Strategien festlegen, damit die Schulen weitsichtig geführt werden können. Klare Verantwortungsbereiche, eine transparente Kommunikation und gemeinsam definierte Zielvereinbarungen sind mir wichtig.

Aktuell ist die Oberstufenreform. Ihre Meinung dazu?

Wagner: Dieses Projekt ist in Uzwil bereits in der Umsetzungsphase. Auf kantonaler Ebene gibt es verschiedene Lösungsansätze. Konkrete Umsetzungspläne sollen bis 2014 auch in Uzwil realisiert werden. Um mir ein Urteil zu bilden, muss ich erst den vorliegenden Projektplan genau kennen.

Die Sonderpädagogik, der Umgang mit sogenannt schwierigen Schülern, ist ebenfalls in aller Munde.

Wagner: Wenn wir in der Schule den Grundsatz leben wollen, dass alle Kinder, unabhängig ihrer Herkunft, individuell gefördert werden, dann müssen in einem lokalen Konzept klare Aussagen gemacht werden. Halte ich mir den Amtsbericht vor Augen, wird nicht klar ersichtlich, wohin der Weg in Uzwil führen soll. In den unteren Klassen ist ein integrativer Ansatz erkennbar, während in der Mittelstufe die separative Pädagogik, also die Kleinklassen, nach wie vor zum Tragen kommen. Welche Pläne in der Oberstufe bestehen, kann ich nicht erkennen. So zeichnet sich für mich ein Schwerpunkt ab, wo gemeinsam ein passendes Förderkonzept erstellt werden muss.

Der Unterricht in Niveaugruppen in der Oberstufe ist ebenfalls im Gespräch.

Wagner: Auf kantonaler Ebene haben etwa ein Fünftel aller Oberstufenschulen den Unterricht in Niveaugruppen auf dieses Schuljahr hin eingeführt. Grundsätzlich gefällt mir dieser Ansatz, die Jugendlichen entsprechend ihren individuellen Fähigkeiten zu fördern.

Was halten Sie vom Einsatz des Computers im Unterricht?

Wagner: Der Medienunterricht ist wichtig und auch im Lehrplan vom Kindergarten bis in die Oberstufe aufgeführt. Wobei zu berücksichtigen ist, dass Kinder mit dem Computer aufgewachsen sind und daher teils gute, aber auch sehr unterschiedliche Vorkenntnisse mitbringen. Doch hat sich die Schule auch dieser Aufgabe anzunehmen und die hohen finanziellen Mittel für die Informatik bereitzustellen.

Der Schulratspräsident ist in der Einheitsgemeinde Mitglied des Gemeinderates. Da ist Exekutiverfahrung gefragt.

Wagner: Seit 15 Jahren arbeite ich als Schulleiter. Während dieser Zeit war ich im Schulrat mit beratender Stimme und in verschiedenen Kommissionen (Bau-, Personal- und Finanzkommission) mit Stimmrecht tätig. Ich kenne mich also auch in Bau- und Finanzfragen aus und kann entsprechende Ratserfahrungen in den Gemeinderat einbringen. Auch als Präsident der Evangelischen Kirchgemeinde Niederuzwil habe ich im «ausführenden Bereich» vielfältige Erfahrungen gemacht. Ebenso ist mir die Arbeit mit den Sozialen Diensten (Sozialberatung, Schulsozialarbeit) nicht fremd. Selbstverständlich interessieren mich weitere aktuelle politische Fragen, wie die Zentralisierung der Gemeindeverwaltung, die Bahnhofgestaltung, Tempo-30-Zonen usw. Ich freue mich darauf, solche Prozesse mitgestalten zu dürfen.

Der Schulratspräsident hat's beinahe ausschliesslich mit Menschen zu tun. Kann das auf die Dauer nicht zermürbend sein?

Wagner: Die Arbeit mit Menschen ist spannend, aber bestimmt auch herausfordernd. Die Aufgabe des Schulratspräsidenten ist sicher, immer wieder zuzuhören, Fragen zu stellen, zu klären, aber auch zu entscheiden. Es ist mein Bestreben, auch bei schwierigen Gesprächen Lösungen aufzuzeigen. Da ich schon viele Jahre im Schulbereich tätig bin, bin ich gestärkt durch meine Erfahrung und mein Wissen. So empfinde ich die Zusammenarbeit mit Menschen als Bereicherung und keineswegs als Belastung.

Können Sie wenn nötig auch hart durchgreifen?

Wagner: Wenn es die Situation erfordert, müssen vielleicht Entscheide getroffen werden, die nicht von allen verstanden werden. Grundsätzlich stehe ich zu allen Entscheiden. Als Schulleiter erlebe ich ab und zu, dass sich die persönlichen Wünsche mit den übergeordneten Interessen der Schule überschneiden. Wichtig ist mir immer der Dialog. Beide Seiten können ihren Standpunkt einbringen. Anschliessend gilt es zu entscheiden und diesen Entscheid zu akzeptieren.

Wie betrachten Sie die Arbeit im Schulrat?

Wagner: Die Zusammenarbeit ist mir sehr wichtig. Jedes Mitglied bringt durch seine persönliche Sichtweise wichtige Impulse in den Rat ein. Es gilt, sich nach der Verkleinerung des Rates neu zu konstituieren und sich auf die strategische Ebene auszurichten.

Interview: Philipp Stutz

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