«Bildhafte Handschrift»

Der Kulturpavillon der Psychiatrischen Klinik Wil zeigt Bilder des Künstlers Markus Ebner.

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Die öffentliche Vernissage «Bilder, natürlich konstruktiv» findet am nächsten Donnerstag, 20. Januar, von 18 bis 19.30 Uhr, statt. Der in Rossrüti wohnhafte Markus Ebner kam über Umwege zur Kunst. Nach Abschluss des Architekturstudiums an der renommierten ETH Zürich und 14 Jahren als Mitinhaber eines Architekturbüros in Wil widmet er sich seit dem Jahr 2000 ausschliesslich der Kunst. Es entstanden Radierungen, Gouachen, Bilder in Acryl, mit Tusche, Pastellstift. Ausstellungen im In- und Ausland folgten. Öffentliche Institutionen – von der Stadt Wil über das Berufsbildungszentrum Herisau bis zum Kunstverein Langenthal – kauften seine Werke. Sein Bekanntheitsgrad stieg. Aber was machen die Bilder, was Markus Ebner speziell aus? Ist es der Konstruktivismus mit menschlichem Antlitz?

Faszinierend

Graziella Berger-Pecora, Mitglied der Kulturgruppe der Psychiatrischen Klinik Wil, meinte nach dem Atelierbesuch bei Ebner, seine Werke seien sehr faszinierend, konstruktive Kunst, aber irgendwie eben anders. Dazu Markus Ebner: «Ich bezweifle, dass dem Leben mit quadratischen Denksportaufgaben oder seriellen und modularen Ordnungen ab Reissbrett beizukommen ist. Mein bildnerisches Alphabet besteht aus Streifen und Bändern, also rein geometrischen Formen: breite und schmale, gerade, geknickte und gebogene. Dies verarbeite ich zum <Text> in einer Handschrift, welche auch Unregelmässigkeiten, kleine Fehler, Reparaturen und die Zuckungen des Zufalls leben lässt, ja pflegt.» Zeugnisse seiner «bildhaften Handschrift» stellt Ebner nun im Kulturpavillon der Psychiatrischen Klinik Wil aus.

Erklärung überflüssig

Markus Ebners Wunsch ist, dass seine Bilder – ohne einer Interpretation oder tief schürfender Erklärung zu bedürfen – «einfahren» und bei den Betrachtenden etwas zum Klingen bringen. Dabei vertraue er auf die Kraft der Farben, Formen und Proportionen – denn was einer Erklärung bedürfe, sei keiner Erklärung wert (Voltaire).

Die öffentliche Vernissage findet am nächsten Donnerstag, 20. Januar, von 18 bis 19.30 Uhr statt. Die Ausstellung dauert bis am 20. Februar (Öffnungszeiten des Kulturpavillons, Haus D02: Freitag 17 bis 19 Uhr; Samstag/Sonntag, 14 bis 17 Uhr). (pd.)