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Bigger bleibt das Gesicht des FC Wil

WIL. Der neue Präsident des Wiler Fussballclubs heisst Murathan Doruk Günal. Es dürfte sich um eine Prestige-Wahl von Investor und Vater Mehmet Nazif Günal handeln. Roger Bigger, neu noch Vizepräsident, bleibt erste Ansprechperson.
Simon Dudle
Während 13 Jahren führte Roger Bigger den FC Wil als Präsident. Nun tritt er ins zweite Glied, sieht das aber keineswegs als Abschied. (Bild: Ralph Ribi)

Während 13 Jahren führte Roger Bigger den FC Wil als Präsident. Nun tritt er ins zweite Glied, sieht das aber keineswegs als Abschied. (Bild: Ralph Ribi)

Nun ist eingetreten, was zu erwarten war: Auch der Präsident der FC Wil 1900 AG ist türkisch. Mit Murathan Doruk Günal steht dem Verwaltungsrat ein gerade mal 28-Jähriger vor, der Vizepräsident der Hauptaktionärin MNG-Group ist und dort das Auslandgeschäft führt. Er ist der Sohn von Mehmet Nazif Günal, dem milliardenschweren Inhaber der MNG-Group.

Günal junior, der Englisch spricht, wird man nicht oft durch die Obere Bahnhofstrasse laufen sehen, da er wegen seiner beruflichen Tätigkeit eher selten in Wil anzutreffen sein wird. Sein Wohnort bleibt Ankara. Wie oft sich der nun achtköpfige Verwaltungsrat künftig trifft, muss noch bestimmt werden. Fakt ist: Um den Verwaltungsratspräsidenten zu wählen, war mangels passender Termine keine konstituierende Verwaltungsratssitzung möglich, weshalb die Wahl schriftlich erfolgt ist.

Bigger bleibt das Gesicht

Ein Interview mit dem neuen Präsidenten war gestern auch auf Anfrage bei Sportchef Erdal Keser, dem Bindeglied zu den Günals, nicht möglich. So bleiben einige Fragen offen. Zum Beispiel, ob ein 28-Jähriger fähig ist, einen Club zu führen, der schon bald in der Super League spielen soll. «Es ist nicht eine Frage des Alters, sondern der Fähigkeiten. Wenn man sieht, was für eine Verantwortung und Ausbildung er im Konzern hat, dann sieht man, dass er fähig ist für dieses Amt», sagt Roger Bigger, der neu Vizepräsident des FC Wil ist.

Für Bigger selber ist es kein Problem, nach 13 Jahren das Präsidium abzugeben. «Ich muss mehr Zeit aufwenden können für meine Firmen. Bisher nahm der FC Wil einen grossen Teil des Pensums in Anspruch.» Bigger wird dennoch das Gesicht des Wiler Fussballclubs bleiben und Günals Wahl dürfte zu einem guten Teil aus Prestige erfolgt sein. Angst, dass in der Bevölkerung die Identifikation mit dem Club verlorengehen könnte, hat Bigger nicht. Er sagt: «Wenn die Mannschaft erfolgreich spielt, will man dabei sein.»

Warten auf Günals Aussage

Die kritischen Stimmen werden nach der Präsidentenwahl nicht verstummen. Zumal sich die Familie Günal bisher noch nie von sich aus zum FC Wil geäussert hat. Laut Angaben von Keser soll dies allerdings in den nächsten Tagen geschehen.

Zu klären ist auch, wie die Gönnervereinigung Club 2000 reagiert. Einige Mitglieder stellen sich die Frage, ob es sie überhaupt noch braucht. Schon über 20 Austritte waren in den vergangenen Wochen zu verzeichnen. «Wir brauchen jeden Sponsor, da wir weiterhin lokal verankert sein wollen», sagt Bigger. Nächste Woche findet eine Infoveranstaltung für die Club-2000-Mitglieder statt, an der auch ein türkischer Vertreter teilnimmt.

CEO gesucht

Schon bald müssen die Verantwortlichen weitere personelle Fragen klären. Denn auf der Geschäftsstelle wird das Personal knapp. Bereits seit einigen Wochen ist klar, dass Daniela Grella den FC Wil per Ende Monat verlässt. Nun kommt die Meldung, das Arbeitsverhältnis mit Dominic Zurkirchen sei «im gegenseitigen Einvernehmen» per sofort beendet worden. Zurkirchen war in den Bereichen Verkauf und Marketing tätig und trainierte im Frühjahr die zweite Mannschaft des FC Wil. «Wir müssen die ganze Organisation professionalisieren und Leute rekrutieren. Gesucht wird auch ein CEO», sagt Bigger. Es handelt sich um eine Funktion, die es in den vergangenen Jahren beim FC Wil nicht gegeben hat. Wie viele Personen angestellt werden sollen, ist noch offen.

Murathan Doruk Günal neuer Präsident FC Wil, Vize-Präsident der MNG-Gruppe (Bild: pd)

Murathan Doruk Günal neuer Präsident FC Wil, Vize-Präsident der MNG-Gruppe (Bild: pd)

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