BIER
Während viele Bierhersteller über das Coronajahr klagen: Beim Wiler Thurbobräu wurde der Umsatz gesteigert

Keine Open Airs, keine Feste, Ausgangsverbot. Das Jahr 2020 setzte den Bierherstellern zu. Die kleine Wiler Biermarke Thurbobräu zieht hingegen ein positives Fazit. Und die Gerste trotzt dem miesen Wetter.

Felicitas Markoff
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Stossen auf ein gutes 2020 an (von links): Manuel Domeisen, Vorstand Idée Wil, Marcel Rickenmann, Biergerstenbauer, Claudia Keel-Graf, Geschäftsleitung Sonnenbräu, Katharina Flückiger, Vorstand Idée Wil, und Patrick Meyenberger, Präsident Idée Wil.

Stossen auf ein gutes 2020 an (von links): Manuel Domeisen, Vorstand Idée Wil, Marcel Rickenmann, Biergerstenbauer, Claudia Keel-Graf, Geschäftsleitung Sonnenbräu, Katharina Flückiger, Vorstand Idée Wil, und Patrick Meyenberger, Präsident Idée Wil.

Bild: Felicitas Markoff

Das Jahr 2021 war bis anhin geprägt von Schnee, Regen und unzähligen Gewittern – und sogar Hagel. «Wir sind jeweils nervös, wenn es stürmt und hagelt», sagt Claudia Keel-Graf von der Firma Sonnenbräu, welche das Thurbobräu in Rebstein mit Braugerste aus Wil herstellt. Doch negative Auswirkungen hatten die garstigen Bedingungen bisher nicht. Ganz im Gegenteil. «Obwohl die Gersten aus Bronschhofen mit dem unberechenbaren Wetter auskommen mussten, geht es ihnen perfekt», sagt der Biergerstenbauer Marcel Rickenmann am Montagmorgen an einem Medienanlass von Thurbobräu.

Rickenmann produziert und betreut die Wiler Braugerste seit 14 Jahren. Der Anbau von Gersten sei immer mit Risiken und viel Aufwand verbunden. Trotz der Risiken, die das Wetter mit sich bringt, gibt es meistens mehr Ertrag, als für die Produktion benötigt wird. Dieser Restertrag fungiert als Notlösung, wenn es zu einem Totalausfall der Ernte kommen sollte, und wird im Notfall verwendet. Mit dieser Notlösung wird verhindert, dass die Brauerei bei einem Totalausfall schliessen müsste. Doch wie viele Gersten braucht es eigentlich, um 1000 Liter Bier herzustellen? Ganze 170 Kilogramm Gersten müssen dafür produziert und geerntet werden. Marcel Rickenmann sagt:

«Es ist schwierig zu sagen, wie viel Ertrag es heuer geben wird. Oft sind es im Jahr fünf Tonnen.»
Bierbrauer Marcel Rickenmann vor dem Gerstenfeld in Bronschhofen.

Bierbrauer Marcel Rickenmann vor dem Gerstenfeld in Bronschhofen.

Bild: Felicitas Markoff

15 Prozent mehr Umsatz

Aus den Gersten entsteht aber nicht nur Bier: So gibt es auch einen «Wil Baron Single Malt Whiskey» aus der Säntisblick Destillerie in Niederbüren von Bruno Eschmann. Neben einer Bierwurst, die bereits auf dem Markt ist, wird nun eine Crèmeschnitte mit Bier entwickelt.

Dies alles hat positive Auswirkungen auf den Umsatz. Der Absatz zeigt nach oben. Und das in einem Jahr 2020, in welchem viele Bierhersteller Einbussen wegen der Coronapandemie hinnehmen mussten. Im Vergleich zum vorangehenden Jahr ist der Umsatz um 15 Prozent gestiegen. Bis Ende Juli 2021 konnten schon 18'000 Liter Bier hergestellt werden. Auch darum werde das Jahr 2020 in die Geschichtsbücher eingehen, frohlocken die Thurbobräu-Verantwortlichen.

Eine Marke muss Vertrauen schaffen

Auch die stark wachsende Globalisierung der Konsumgüterindustrie kann der regionalen Biermarke kaum etwas anhaben. Regionale Biere erfreuen sich immer grösserer Beliebtheit. «Wenn es um regionale Produkte geht, sind die Menschen und Gesichter dahinter von grosser Bedeutung für den Erfolg», ist man bei Thurbobräu überzeugt. Marcel Rickenmann sagt:

«Das Bier hat hier in Bronschhofen seinen Anfang und soll auch hier getrunken werden.»

Thurbobräu im Bergholz

Nun geht es darum, die Bekanntheit von Thurbobräu zu steigern. Patrick Meyenberger ist seit zwei Jahren der Präsident vom Verein Idée Wil, welcher hinter Thurbobräu-Projekt steht. Meyenberger sagt, dass viele Menschen nicht wissen, was Thurbobräu überhaupt ist. Deshalb hat sich der Präsident des Vereins ins Zeug gelegt. Für sein Engagement wurde er unlängst belohnt: So hat der FC Wil Thurbobräu kürzlich zum neuen Stadionbier auserkoren. Vorher gab es beim FC Wil während 18 Jahren Bier von Schützengarten. Meyenberger sagt: «Mit FC Wil haben wir einen Werbeträger.»

Sie haben noch einem positiven Jahr 2020 gut lachen.

Sie haben noch einem positiven Jahr 2020 gut lachen.

Bild: Felicitas Markoff

Am 27. August findet die GV als nächster Event im Sportpark Bergholz statt. Dort wird die neue Zusammenarbeit mit Thurbobräu und dem FC Wil gefeiert – und auch das gute Jahr 2020.