BICHWIL: Als Volontär in Rio mit dabei

Tobias Baumgartner reist als freiwilliger Helfer an die Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro. Der Bewerbungsprozess wurde im Internet durchgeführt. Der 22jährige Bichwiler erfüllt sich mit seinem Einsatz in Brasilien einen Traum.

Steven Giger
Drucken
Teilen
Im Fussballstadion Maracanã in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro finden die Eröffnungs- und die Schlussfeier der Sommerolympiade statt. Die Arena umfasst rund 75 000 Zuschauerplätze. (Bild: AP/ David J. Phillip)

Im Fussballstadion Maracanã in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro finden die Eröffnungs- und die Schlussfeier der Sommerolympiade statt. Die Arena umfasst rund 75 000 Zuschauerplätze. (Bild: AP/ David J. Phillip)

BICHWIL. Im August finden die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro statt. Jetzt schon zieht es Sportler und Touristen in die brasilianische Metropole. Gestern abend ist auch Tobias Baumgartner ins Flugzeug nach Rio gestiegen. Bei den Sommerspielen wird der Bichwiler aber nicht als Sportler oder Tourist teilnehmen, sondern als Volontär. «Rund 70 000 Menschen aus der ganzen Welt werden als freiwillige Helfer eingesetzt», sagt Tobias Baumgartner.

Vor zwei Jahren beworben

Bereits während der Winterolympiade in Sotschi ist Tobias Baumgartner auf die Freiwilligenarbeit aufmerksam geworden. «Ich habe beim Fernsehschauen im Hintergrund Leute mit speziellen Skijacken gesehen», erzählt der 22-Jährige. Dabei sei ihm aufgefallen, dass das Volontäre sind. Dass Tobias Baumgartner jetzt als Freiwilliger eingesetzt wird, verdankt er aber einer Reise nach Südamerika. Nach dem Lehrabschluss ging er für mehrere Monate nach Argentinien.

Dort hat er eine Frau kennengelernt, die ebenfalls als Volontärin nach Rio de Janeiro reisen wird. «Sie hat mir damals von der Möglichkeit erzählt», sagt der gelernte Physiklaborant. Und so kam es dann, dass sich Tobias Baumgartner vor rund zwei Jahren beim Organisationskomitee der Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro beworben hatte. Es folgten Eintrittschecks und Tests, die alle online durchgeführt wurden. «Es ist wichtig, dass man Englisch kann», sagt Baumgartner. Dazu kamen verschiedene Online-Kurse. «Dabei ging es zum Beispiel um die Geschichte der Olympischen Spiele.» Er vermutet, dass die Volontäre nach einem bestimmten Verteilschlüssel ausgewählt werden. «Ich wurde auch nach meiner Herkunft und Religion gefragt», erzählt der Bichwiler. Wie viele sich für den freiwilligen Einsatz beworben haben, weiss er nicht. Auch nicht, ob es spezifische Personen- und Sicherheitsprüfungen gab.

Einsatz im Foto-Team

Was alles zu seiner Aufgabe gehören wird, weiss der 22-Jährige noch nicht genau. Lediglich wo sein Arbeitsplatz sein wird, wurde ihm bereits gesagt: «Ich bin Teil des Foto-Teams bei der Beachvolleyball-Arena», sagt Tobias Baumgartner. Er vermutet, dass er Medienschaffende und Fotografen begleiten muss. Für den Bichwiler gibt es viele gute Gründe, als Volontär in Rio de Janeiro dabei zu sein. «Die Olympiade ist etwas Aussergewöhnliches», sagt Tobias Baumgartner. Dass die Veranstaltung in Brasilien durchgeführt wird, sei zusätzlich motivierend. «Mir gefällt Südamerika sehr.» Er werde die Zeit vor und nach den Spielen noch für Reisen durch das Land nutzen. Durch seinen Volontärseinsatz will er zudem neue Kulturen und Menschen kennenlernen.

Freiwilligenarbeit heisst für den Bichwiler auch, dass er für ein Grossteil der Kosten selbst aufkommen muss. Das Komitee bezahlt lediglich den Transport an den Arbeitsplatz, die Uniform und die Verpflegung. Den Flug und die Unterkunft muss Tobias Baumgartner aus der eigenen Tasche bezahlen. «Ich habe eine Airbnb-Unterkunft an der Copacabana gefunden», sagt Tobias Baumgartner. Er freut sich auf die Arbeit und die Olympiade. «Ich hoffe, ich habe Zeit, um auch mal ein Handballspiel anzusehen», sagt der Spieler des HC Flawil.

Tobias Baumgartner freut sich auf seinen Einsatz in Rio de Janeiro. (Bild: Steven Giger)

Tobias Baumgartner freut sich auf seinen Einsatz in Rio de Janeiro. (Bild: Steven Giger)