BICHELSEE: Steuerfuss lässt keinen Spielraum offen

Die Politische Gemeinde und die Schulgemeinde ändern nichts am Steuerfuss. Beide planen im nächsten Jahr aber grössere Investitionen.

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Mit 49 Prozent hält die Gemeinde Bichelsee-Balterswil derzeit einen der niedrigsten Steuerfüsse im Hinterthurgau. Diese Zahl will der Gemeinderat in den kommenden Jahren beibehalten. Es werde aber eine grosse Herausforderung, schreibt er. «In den letzten Jahren hatten wir in der Rechnung immer eine schwarze Null stehen, weshalb wir nicht weiter beunruhigt waren. Allerdings lässt dieser Steuerfuss keinen Spielraum offen», sagt Gemeindepräsident Beat Weibel. Will heissen: Kommen grössere unvorhergesehene Ausgaben auf die Gemeinde zu, müsste sie den Steuerfuss erhöhen.

Das Budget 2018, über das die Stimmbürger am nächsten Dienstag befinden werden, sieht ein Defizit von rund 270000 Franken vor. Dies entspricht etwa den Budgets der letzten vier Jahre. «Dass es in der Rechnung immer besser ausgesehen hat als im Budget, heisst nicht, dass wir vorsichtig budgetieren würden», sagt Weibel. Vielmehr seien die Steuereinnahmen jeweils höher ausgefallen, als im Voraus angenommen werden konnte.

Sanierung von Strasse und Schiessstand

Im kommenden Jahr plant die Gemeinde zwei Investitionen, zu denen sie Kreditanträge stellt. Einer dieser Anträge betrifft die zweite Etappe der Strassensanierung Höfli–Niederhofen und beläuft sich auf 635000 Franken. Mit dem Kredit sollen vor allem die Werkleitungen und der Unterbau erneuert werden. Ein neuer Deckbelag über beide Etappen ist 2019 geplant. Den zweiten Kredit beantragt der Gemeinderat für die Sanierung der 300-Meter-Schiessanlage in Balterswil. Dafür werden 280000 Franken benötigt. «Dort muss das belastete Material fachmännisch aus dem Boden entfernt und entsorgt werden. Das ist nicht günstig», erklärt Weibel. Die Arbeiten dauern voraussichtlich zwei bis drei Wochen und werden keine Beeinträchtigung für einen Schützenverein darstellen. Dies, weil die Schützengesellschaft Balterswil-Itaslen ihren Schiessbetrieb eingestellt hat. Wird der Kreditantrag angenommen, soll die Sanierung gemäss Beat Weibel im Frühling 2018 – vor der Vegetationszeit – durchgeführt werden. Nachdem der Boden frei vom belasteten Material ist, wird der Standort rekultiviert, damit eine landwirtschaftliche Nutzung möglich sein wird. «Ich sehe bei beiden Kreditanträgen keinen grossen Widerstand. Beide Sanierungen sind zwingend nötig», sagt der Gemeindepräsident.

Aussenschulräume für die Lützelmurg-Anlage

Grössere Investitionen bei gleichem Steuerfuss plant die Volksschulgemeinde. 1,35 Millionen sind es total. Davon soll mit 870000 Franken die Office-Küche im Mehrzweckgebäude Lützelmurg saniert werden, welche vor allem für Festbetriebe genutzt wird. 200000 Franken sind für die Erneuerung der Schulküche vorgesehen. Ausserdem soll für 250000 Franken der Innenhof der Schulanlage Lützelmurg neu gestaltet werden. «Dies ist nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen nötig. Die Anlage ist über 40 Jahre alt. Die Verbundsteine haben sich abgesenkt, und an einigen Stellen bröckelt der Beton ab», sagt Schulpräsident Daniel Stamm. Andererseits plant die Schulbehörde, drei Aussenschulräume zu gestalten. Das Areal Büchele mit einer Wiese, einem Bauernhaus und Parkplätzen ist seit einigen Jahren im Besitz der Volksschulgemeinde. 30000 Franken sind für ein Vorprojekt vorgesehen, um abzuklären, wie das Areal am besten genutzt werden kann. Es soll der Anstoss für ein mögliches Grossprojekt sein.

Roman Scherrer

roman.scherrer@thurgauerzeitung.ch