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Kreisgericht Wil: Nur noch zwei Kandidierende beim zweiten Wahlgang

Keiner der drei Kandidierenden hat gestern im ersten Urnengang die Wahl ans Kreisgericht Wil in Flawil geschafft. Stefan Schärli liegt 1085 Stimmen vor Milena Caspar. Doch am 23. September werden die Karten neu gemischt: Der Grünliberale Werner Nadig tritt nicht mehr an.
Hans Suter
Am 23. September kommt es zum zweiten Wahlgang um eine hauptamtliche Richterstelle am Kreisgericht Wil und Flawil. (Bild: Philipp Stutz)

Am 23. September kommt es zum zweiten Wahlgang um eine hauptamtliche Richterstelle am Kreisgericht Wil und Flawil. (Bild: Philipp Stutz)

Mit Milena Caspar (SVP, Zuzwil), Werner Nadig (Grünliberale Partei, St. Gallen) und Stefan Schärli (parteilos, St. Gallen) haben sich drei erfahrene Juristen um die Ersatzwahl ans Kreisgericht Wil in Flawil beworben. Aufgrund dieser Ausgangslage war ein zweiter Wahlgang von Beginn weg nicht auszuschliessen. Dass er nun tatsächlich eingetreten ist, überrascht deshalb niemanden. Die einzelnen Resultate hingegen schon. Dazu beigetragen hat möglicherweise auch die tiefe Wahlbeteiligung von 28,87 Prozent. In absoluten Zahlen ausgedrückt: Von den 46760 Wahlberechtigten gaben nur gerade 13501 Wähler ihre Stimme ab.

Stefan Schärli gewinnt sechs der zehn Gemeinden

Der parteilose Stefan Schärli konnte 5660 Stimmen auf sich vereinigen, 1085 mehr als die Zuzwilerin Milena Caspar mit 4575 Stimmen und gar 3245 mehr als Werner Nadig mit 2415 Stimmen. Er erreichte die Stimmenmehrheit in sechs der zehn Gemeinden: Wil, Jonschwil, Oberuzwil, Uzwil, Flawil und Degersheim. Milena Caspar gewann in den restlichen vier Gemeinden Zuzwil, Niederhelfenschwil, Oberbüren und Niederbüren. In Oberbüren betrug der Unterschied zwischen Caspari und Schärli allerdings nur gerade eine einzige Stimme. Werner Nadig vermochte sich in keiner Gemeinde an die erste Stelle zu setzen. Entschieden wurde der erste Wahlgang vor allem in Wil, Flawil und Degersheim, wo Schärli deutlich am meisten Stimmen erhielt.

Freude nur bei Stefan Schärli und Milena Caspar

Stefan Schärli, parteilos, St. Gallen, 5660 Stimmen (Bilder: PD)

Stefan Schärli, parteilos, St. Gallen, 5660 Stimmen (Bilder: PD)

Bei Stefan Schärli überwog gestern die Freude über das beste Resultat, obwohl er das absolute Mehr von 6356 Stimmen um 696 Stimmen verpasst hatte. Er habe sich sehr wohl Chancen ausgerechnet: «Die Situation einzuschätzen, war aber schwierig.» Stefan Schärli ist in Degersheim aufgewachsen und ist in der Region verankert und nach wie vor aktiv. Dass er seit 2015 als Gerichtsschreiber am Gericht in Flawil arbeitet, dürfte ihm weitere Pluspunkte eingebracht haben.
Milena Caspar mochte sich gestern noch nicht dazu äussern, ob sie am 23. September beim zweiten Wahlgang antreten wird. «Zuerst möchte ich die Resultate mit meiner Partei analysieren und besprechen.» Die der SVP angehörende und in Zuzwil wohnhafte Juristin spricht von einem guten Resultat, vor allem angesichts der tiefen Wahlbeteiligung und des starken Konkurrenten Stefan Schärli.

Milena Caspar, SVP, Zuzwil, 4575 Stimmen

Milena Caspar, SVP, Zuzwil, 4575 Stimmen

Werner Nadig tritt nicht mehr an

Werner Nadig, Grünliberale Partei, St. Gallen, 2415 Stimmen

Werner Nadig, Grünliberale Partei, St. Gallen, 2415 Stimmen

Der Drittplatzierte Werner Nadig ist enttäuscht von seinem Resultat. Als in Uzwiler Aufgewachsener hatte sich der Grünliberale mehr Stimmen erhofft. «Ich habe mich entschieden, beim zweiten Wahlgang nicht mehr anzutreten», hat er dieser Zeitung gestern auf Anfrage bestätigt.
Beim zweiten Wahlgang am 23. September ergibt sich dadurch eine neue Ausgangslage. Zum einen stellt sich die Frage, wer die Stimmen des Grünliberalen Werner Nadig gewinnen kann. Zum anderen, wie hoch die Stimmbeteiligung sein und wer einen wie intensiven Wahlkampf führen wird.

Stelle neu hauptamtlich statt nebenamtlich

Die Wahl wurde aus verschiedenen Gründen nötig. So ist Daniel Wessner (FDP), Wil, Ende 2017 wegen Wegzugs als nebenamtlicher Richter (Laienrichter) aus dem Kreisgericht Wil zurückgetreten. Anderseits ist die Geschäftslast des Gerichts laut Gerichtspräsident Stefan Haltinner stetig gestiegen – auch eine Folge der Ausschaffungsinitiative. Solche Fälle müssen nämlich zwingend von einem Gericht statt nur von der Staatsanwaltschaft beurteilt werden. Um die Arbeitslast zu bewältigen, erhöhte der Kantonsrat vergangenen Herbst die Stellenprozente für Gerichte; für das Kreisgericht Wil um 30 hauptamtliche Stellenprozente. Zusammen mit internen Pensenreduktionen ergab sich in der Folge ein Pensum zwischen 40 und 50 Prozent (je nach interner Organisation) für eine zusätzliche, hauptamtliche Kreisrichterstelle. Die nebenamtliche Kreisrichterstelle wird vorderhand nicht besetzt. Beim zweiten Wahlgang am 23. September für die somit ordentliche Ergänzungswahl gilt das einfache Mehr: Wer am meisten Stimmen erhält, ist gewählt.

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