Beziehungen machten es möglich

Die Sportanlage Rüti in Henau kennt man nicht nur in der Region. Spitzenvereine aus der Schweiz und prominente Teams aus dem Ausland haben schon da gespielt und für etwelche Fussballfeste gesorgt. Supporter-Präsident Berto Besio blätterte in seinem Archiv.

Urs Nobel
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Dreimal Frank Etoundi (in Weiss): Der Zürcher Stürmer war ein steter Unruheherd im Strafraum der Wiler und erzielte auch das 1:0 für seine Mannschaft. (Bilder: uno)

Dreimal Frank Etoundi (in Weiss): Der Zürcher Stürmer war ein steter Unruheherd im Strafraum der Wiler und erzielte auch das 1:0 für seine Mannschaft. (Bilder: uno)

FUSSBALL. Das Hauptrasenspielfeld auf der Rüti in Henau wurde vor fast 30 Jahren, am 29. Juli 1984, mit dem IFC-Cupspiel zwischen dem FC Zürich und dem FC Klagenfurt eingeweiht. Im Verlauf dieser Zeit haben darauf Mannschaften wie der FC Wil, der FC St. Gallen, Lausanne, Basel, FCZ, GC, Austria Lustenau oder Bayer Leverkusen gespielt.

Spontan und unkompliziert

Stets wurden die Anlage und vor allem der gepflegte Rasen gelobt. Das Grün, welches von einer 400-m-Bahn umgeben ist, befindet sich heute zwar nicht mehr ganz im Zustand von früher, ist aber immer noch gut genug, dass sich Spieler und Trainer der jeweiligen Mannschaften positiv darüber äussern. Und weil sich die Kabinensituation in der Zwischenzeit radikal verbessert hat, geraten sogar die teils prominenten Gäste ins Schwärmen. Dass in den vergangenen Jahren so viele prominente Mannschaften auf die Rüti kamen, ist einerseits auf das Engagement und das Beziehungsnetz des FC Uzwil zurückzuführen, andrerseits aber auch auf die Gemeindebehörden in Uzwil, die jeweils gerne die Bewilligung für die Benützung erteilten. Oft unkompliziert und spontan, so wie eben am Donnerstag, als die Wiler eine Spielmöglichkeit suchten, um sich mit dem FC Zürich zu messen.

Erster Besucherrekord

Der FC Zürich war am Donnerstag bereits das dritte Mal Gast auf der Rüti. Zweimal durfte er kommen, einmal musste er. Das war im September 1996, als er im Cup gegen den FC Uzwil spielte. 1650 Zuschauer gaben dieser Partie einen würdigen Rahmen, von dem damals schon die NZZ schrieb und in ihrem Bericht die schöne Anlage rühmte. Schiedsrichter war damals ein gewisser Massimo Busacca, der in Uzwil eine steile Karriere lancierte.

Auf der Rüti statt in der Nati

Nur ein Jahr später prüften die Uzwiler erneut ein Team aus Zürich, diesmal GC. Dieses Spiel kam während einer Nationalmannschaftspause dank der Beziehungen von Uzwil-Spielertrainer Christoph Egger und GC-Trainer Christian Gross zustande. Pikant bei dieser Partie: Bei GC spielte ein gewisser Türklimaz, der ein Aufgebot der Nationalmannschaft aus «Verletzungsgründen» ausschlug. Das Spiel wurde von Nicole Mouidi geleitet.

1999 wurde dem FC Wil Lausanne im Cup zugelost. Bei den Waadtländern, die damals in der Meisterschaft auf dem ersten Tabellenrang lagen, war Pierre André Schürmann Trainer. Vertraut mit den Örtlichkeiten, fragte er den FC Uzwil an, ob dieser bereit sei, seiner Mannschaft auf der Rüti ein Geheimtraining kurz vor dem Spiel zu gewähren.

Prominente Argentinier

Es dauerte in der Folge drei Jahre, ehe ein weiteres prominentes Team in Henau gastierte. Der FC Wil – eben in die NLA aufgestiegen – forderte den grossen FC Basel. Der FC Uzwil machte ein grosses Spiel aus dieser Testpartie und wurde für seinen Aufwand nicht nur mit zahlreichen Komplimenten überhäuft, sondern auch mit einem Zuschaueraufmarsch von 2100 Kiebizen belohnt. Für die Basler stürmten als prominenteste Spieler die beiden Argentinier Chimenez und Rossi.

Ein feinerer Stoff

Dank des Sportmanagers Roli Lehmann aus Bazenheid durfte der FC Uzwil auf der Rüti eine Partie zwischen dem FC Bayer Leverkusen und den Grasshoppers durchführen. 2100 Zuschauer dankten mit ihrem Kommen dem FC Uzwil für seinen Mut, sich finanziell zu engagieren. Schiedsrichter jener Partie war erneut Massimo Busacca. Sein Anzug war unterdessen von feinerem Stoff gefertigt als noch 1996. Trainer der Grasshoppers war damals Hanspeter Latour und bei Bayer Leverkusen Michael Skibbe. Bei den Deutschen spielte «unser» St. Galler Tranquillo Barnetta.

1500 Zuschauer wollten im Juli 2009 die Testpartie zwischen dem FC Wil und dem aufgestiegenen FC St. Gallen miterleben. Trainer der St. Galler waren die beiden Ex-Wiler Uli Forte und Roman Wild.

Unvergesslich

Der FC St. Gallen machte im 2011 dem FC Uzwil ein Geschenk zum 100-Jahr-Jubiläum, indem er gegen den FC Basel ein Propaganda-Spiel bestritt. 2500 Zuschauer wollten die Partie vor Ort miterleben und sorgten für den bisherigen Zuschauerrekord auf der Rüti. Trainer der Basler war Thorsten Fink. Für die St. Galler stürmte damals Frank Etoundi. Für ihn war das Spiel vom Donnerstag eine Art «Heimkehr auf die Rüti».