BEWEGUNG: Heute ist erlaubt, was Spass macht

Das Tanzen hat sich verändert: Zum 25-Jahr-Jubiläum entführt die Tanzschule Perron 1 in Oberbüren in Fantasiewelten. Über hundert Tänzerinnen und Tänzer zwischen vier und sechzig Jahren stehen auf der Bühne.

Christine Gregorin
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Die Proben zur Tanzschulaufführung «Fantasiewelt» laufen derzeit auf Hochtouren. (Bild: Christine Gregorin)

Die Proben zur Tanzschulaufführung «Fantasiewelt» laufen derzeit auf Hochtouren. (Bild: Christine Gregorin)

Christine Gregorin

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«Vieles hat sich in all den Jahren verändert: Parallel zum digitalen Zeitalter haben sich sowohl Mode als auch Musik und dementsprechend die Bewegung angepasst», konstatiert Edith Unternährer. Das Tanzen sei offener, experimentierfreudiger und mutiger geworden. Eine Entwicklung, die ihr sehr gefällt, betont die Inhaberin und Geschäftsführerin der Tanzschule Perron 1 weiter. «Grenzen sind aufgelöst, erlaubt ist das, was Spass macht», fügt sie an und ergänzt schmunzelnd, dass zum Beispiel das Angebot Poledance vor 25 Jahren in einer seriösen Tanzschule unvorstellbar gewesen wäre. Schön, fit und leistungsfähig zu sein, stehe heute über Generationen im Fokus, weshalb der Körper gestählt und trainiert werde. Zudem seien vor allem Jüngere sehr gesundheitsbewusst. «Tanz bietet nach wie vor ein harmonisches Körpertraining und ist beliebter denn je. Wer Musik mag, kann dazu seinen Emotionen freien Lauf lassen», zeigt sich Edith Unternährer überzeugt.

Zwar nimmt die Leistungs­fähigkeit des Körpers mit dem ­Älterwerden ab, was aber kein Grund ist, mit dem Tanzen aufzuhören. Heute bewegen sich mehr ältere Menschen als noch vor 25 Jahren. Sie sind mit Bewegung aufgewachsen und haben den Mut, ihre ganz persönliche Leidenschaft tanzend zu leben und so lange wie irgend möglich umzusetzen.

Ausgewogene Waagschalen

Dauerndes Messen, Wettbewerb, Vergleich, Castings – von diesen Tendenzen hätte Edith Unternährer gerne etwas weniger. Leistungsdruck erzeuge Stress, im Beruf wie in der Freizeit. «Manchmal wünsche ich mir einfach mehr Ruhe, Freude für sich selbst, schlicht eine ausgewogene Balance», offenbart sie. Und das widerspiegelt sich letztlich in der Philosophie von Perron 1: Ein in der konkurrenzorientierten Tanzbranche doch eher seltener, intensiv gelebter Teamgeist unter den zwölf Kursleiterinnen soll auf die Schülerinnen und Schüler übergreifen. Analog steht beim 25-Jahr-Jubiläumstanzprojekt «Fantasiewelt» der Prozess an sich im Zentrum. Zusammenspannen, Kompromisse eingehen oder am selben Strick ziehen machen die gruppenübergreifende Erfahrung zum prägenden Erlebnis. «Ich tanze, damit ich es an der Aufführung kann» oder «Jede und jeder, der möchte, darf mitmachen» verkörpern Motivation und Sozialkompetenz.

Am 10. Juni ist es soweit: um 16 und 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle Oberstufenzentrum Thurzelg, Oberbüren. Der kreative Familienanlass ist für die Öffentlichkeit gedacht und soll den Spass am Tanz portieren. «Tanzen hat mich durch mein Leben begleitet, es war mein Ventil, meine Therapie, meine Glück­seligkeit», bringt Edith Unternährer abschliessend ihre eigene Passion auf den Punkt.