«Bevölkerung muss diskutieren»

Gestern Freitag lud die Gemeinde Bütschwil zu einer Pressekonferenz. Aufgezeigt wurde der aktuelle Stand des Gemeindevereinigungsprojekts mit Ganterschwil. Wichtig sei nun, dass die Bevölkerung diskutiere.

Mario Fuchs
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Bütschwil. Dieser Tage nimmt das Gemeindevereinigungsprojekt Bütschwil-Ganterschwil einen weiteren Schritt vorwärts. Am 3. Juni hat das Kernteam, bestehend aus den Gemeindepräsidenten Karl Brändle und Othmar Gerschwiler, den Primarschulratspräsidenten Albert Studer und Felix Hess sowie dem Aktuar Peter Minikus und den Beratern Guido Kriech und Christine Kobelt vom KAT-Team, gemeinsam mit der Lenkungsgruppe (sämtliche Räte aller vier beteiligten Gemeinden) den Entwurf des Gesamtberichts zur Grundsatzabstimmung verabschiedet.

Jederzeit offene Ohren

Parteien, Vereine, Kirchgemeinden und weitere Institutionen hatten nun während der vergangenen Tage und Wochen Zeit, den Entwurf zu studieren und Anregungen dazu zu machen. Morgen Sonntag, 4. Juli – also genau einen Monat später –, läuft die Vernehmlassungsfrist ab. «Was aber keineswegs heisst, dass wir danach keine Rückmeldungen mehr entgegennehmen. Wir haben jederzeit offene Ohren», stellt Bütschwils Gemeindepräsident Karl Brändle klar.

Noch kein definitiver Entscheid

Am Donnerstag, 9. September, wird zudem in Ganterschwil ein öffentlicher Anlass stattfinden, an welchem sich die Stimmbürger beider Gemeinden austauschen und informieren können. «Am allerwichtigsten ist jetzt, dass die Bevölkerung miteinander diskutiert», bekräftigt Karl Brändle. Und betont auch gleich, dass es bei der bevorstehenden Grundsatzabstimmung vom 26. September nicht darum gehe, definitiv Ja oder Nein zu einer möglichen Gemeindevereinigung zu sagen.

«Sollte ein Ja zustande kommen, wird zuerst lediglich ein Vereinigungsbeschluss ausgearbeitet. Zu diesem kann man letztlich an einer neuen Urnenabstimmung immer noch Ja oder Nein sagen», so Brändle. Hauptzielsetzungen des Projekts seien die Verbesserungen der wirtschaftlichen, finanziellen und administrativen Situation beider Gemeinden.

Beteiligung Lütisburgs offen

Die Gemüter bewegt hat in den vergangenen Tagen vor allem die Frage, warum die Gemeinde Lütisburg nicht in den Prozess integriert wird. Karl Brändle stellt klar, dass es hierzu im Vorfeld des Projekts gegenseitig mehrere Anfragen gegeben habe. «Ende September 2009 haben wir allerdings seitens des Lütisburger Gemeinderates eine definitive Absage erhalten», erklärte Brändle. Diese habe man zwar bedauert, doch gelte es, den Entscheid zu respektieren. Die Türen stünden nach wie vor offen.

Insbesondere die Möglichkeit, dass sich Lütisburg später einer allfällig vereinigten Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil anschliesse, sei gegeben.

Ganterschwils Gemeindepräsident Othmar Gerschwiler ortet derweil in der Dorfbevölkerung «vor allem bei Alteingesessenen» Unbehagen gegenüber der Vereinigung. «Gefühle kann man eben auch mit noch so viel informativen Papieren nur schwer beeinflussen», gibt Gerschwiler zu bedenken. Er sei aber zuversichtlich, dass sich die Ganterschwiler für eine Vereinigung aussprechen würden.